Thomas Wiegand's Urlaubserinnerung 1992 bei Autorundfahrt Alpen, Spanien


Rundreise (Auto) Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Spanien, Gibraltar, und Andorra vom 09. Juni - 25. Juni 1992

(Originaltext von 1992)

Gestartet in Starnberg am 09.06.1992
Timmelsjoch-Hochalpenstrasse (Kehre 3 auf 2053 Metern) über die Autobahn A95 Richtung München und dann nach Garmisch-Partenkirchen und Österreich. Weiter über Lermoos und den Fern-Pass (1209m) nach Nassereith. In Obsteig dann die für mich schon berühmte Abkürzung ins Inntal und Mötz - Silz ins Ötztal. Anzeigetafeln kündigten die Befahrbarkeit des Timmelsjoch's (2509m) schon gleich zu Beginn der Strasse ins Ötztal an, so dass man nicht umkehren müsste, wenn es schon zu spät wäre.
Bei Regenwetter war es diesmal kein besonderes Vergnügen, diesen Pass zu befahren, aber die Hoffnung auf schönes Wetter auf der anderen Seite beflügelte mich. Die obligatirischen 80 Schilling (DM 12,--) bezahlt, konnte der Gipfel gestürmt werden. Oben war es, wie schon befürchtet, saumäßig kalt und die Wolken zogen gleich dickem Nebel schnell an mir vorüber. Aber es zeigte sich schon hier, dass im Süden, also in Italien schönes Wetter herrschte.

Parkplatz am Timmelsjoch (2509m) - Sicht auf die Serpentinen (A) im Nebel Timmelsjoch - italienische Seite - Schneereste vom Winter Nach einer kurzen Pause ging es auf der wesentlich schlechteren Strasse auf italienischer Seite herunter. Es wurde zusehends wärmer und die Sonne zeigte sich immer öfter.
In St. Leonhard nach Meran und weiter nach Schluderns konnte ich die Fahrt so richtig genießen, denn mein erstes Ziel, die jährliche Überquerung des Timmelsjoch hatte geklappt.

Um nun meinen weiteren Weg nach Westen fahren zu können, ging es über des Taufers (1259m) nach Sta. Maria (Schweiz). Das Stilfser-Joch und der Umbrailpass waren leider noch nicht passierbar, so dass ich diese einfache Route gewählt hatte.
Durch Zernes, welches ich schon aus Fahrten im vergangenen Jahr kannte weiter Richtung St. Moriz bog ich aber schon in La-Punt-Chamues-ch über den Albulapass (2315m) ab. Durch Tiefenkastel und die Schinschlucht konnte ich in Tussis auf die durch die Luganofahrten bekannte Autobahn N13 (Chur-Lugano) fahren. Ein Stück nach Norden bei Domat uns Ems ging es wieder Richtung Westen den Vorderrhein hinauf. Flims und Laax liegen hier auf dem Weg zum Oberalbpass (2045m).
Die Überquerung war unproblematisch, auch wenn ich kurz hinter der Passhöhe noch durch eine Enge fuhr, da das entgegenkommende Fahrzeug noch einen ausreichenden Abstand zur Enge hatte. Dieser jedoch fuhr trotzdem weiter, und so standen wir uns im letzten Viertel gegenüber. Daher ließ ich ihn etwas zappeln. Nicht lange, und er fuhr rückwärts wieder aus der Enge hinaus. Aber jetzt bekam ich Herzklopfen, denn dieser konnte nicht rückwärts fahren und landete fast im Straßengraben. Seinem späteren Hinweis über die Regelung "Bergauf hat Vorfahrt" konterte ich mit dem Ort unserer Begegnung, also dass ich mich schon in der Enge befunden hatte, als seine Annäherung sichtbar wurde. Die Diskussion wurde freundlicherweise durch nachfolgende Fahrzeuge beendet.
Andermatt - am Schnittpunkt mehrerer großer Alpenpässe, und schon oft von mir besucht - bot trotz des hier schon wieder schlechten Wetters ein belebtes Urlaubsdomizil. Nun ging es durch Realp zum Furkapass (2436m). Als ich an der Autoverladestation vorbei kam, zeigte die Information gerade den nächsten Zug durch den Furka in 5 Minuten an. Die Chance nutzend fuhr ich schnell an den Fahrkartenschalter und für 23 SFr bekam ich meine Bahnverladung.

Auf die Rampe und schräg über abklappbare Seitenwände ging es auf den oben abgeschirmten Waggon. Ich konnte noch weit nach vorne fahren, da nicht viele Fahrzeuge mitreisten. Die Passagiere konnten im Fahrzeug verbleiben, so dass die Mitfahrt aus einer recht interessanten Perspektive verlief.
Über 15 Kilometer Tunnel auf einem wackeligem Güterwaggon und wenig Beleuchtung. Das war eine Reise wert.
Einen Schwarzfahrer auf den Zügen durch Nordamerika musste es ähnlich ergangen sein.
In Oberwald wieder aus dem Berg heraus, ging es ohne Verzögerung wieder auf die normale Strasse. Über Brig und Visp das Rhonetal herunter, wurde der Verkehr an einer Umleitung über des Militärflughafen geleitet. So konnte ich auch mal das Fangnetz testen.
Weiter in Sierre ging es, das hat wohl auch bald Tradition, nach Grimenz zum Zinalgletscher hinauf. Enge Strassen und tiefe Schluchten kennzeichnen diese Anfahrt. Leider hatten beide Campingplätze in Grimenz und Zinal noch geschlossen bzw. standen zum Verkauf, so dass ich gegenüber dem im Tal liegendem Campingplatz von Grimenz einfach im Wald übernachtete. Der nahe Bach sorgte für fließendes Wasser, so dass es mir an nichts fehlen sollte.


10. Juni 1992 Durch die Kälte der Nacht abgeschreckt und den noch sehr tief reichenden Schnee, bzw. Neuschnee der letzten Tage gewarnt, ließ ich es mit der Wanderung auf den 3500m hohen Berg im frühen Monat Juni sein. Die Ausrüstung und das Wetter waren das Risiko nicht wert.
Den Vortag über hatte ich mich schon gewundert, dass mein rechtes Abblendlicht so einen scharfen Rand auf der Strasse hatte. Am Morgen kurz vor der Abfahrt konnte ich die Ursache dieses ominösen Aussehens erkennen. Irgendwo auf der Fahrt hatte etwas mein rechtes Scheinwerferglas zerschmettert, und so wurde das Licht ungebrochen auf die Strasse gelassen. Also musste ich noch einen BMW-Händler aufsuchen. Und das ausgerechnet in der schon französisch sprechenden Schweiz. Durch Sion hindurch konnte ich in Conthey (VS) endlich einen Service ausmachen. Den Namen Edelweis konnte ich mir von der eben befragten Tankstelle ohne weiteres ein Stückchen merken. Die Reparatur dauerte etwa eine halbe Stunde, so dass ich nebenbei noch frühstücken konnte.
Eine Sorge leichter - und auch etwas Geld - konnte ich meinen Weg wieder aufnehmen. Das Wetter war seit dem Morgen wunderbar mit blauem Himmel; aber gegen Westen konnte ich schon wieder dunkle Wolken erkennen.
In Martigny fuhr ich dann Richtung Aosta (Italien) weiter. Der Grosse San Bernardpass mit 2473 Metern war schnell überquert. Oben lag genug Schnee, um das Auto zwischen den noch die Strasse säumenden Schneewänden zu verstecken. Trotz Antenne, denn die Höhe der Restschneeflächen betrug gut über 4 Meter. Hier fing es dann auch wieder an zu regnen.
Weiter über Aosta und Courmayeur ging es nun über den keinen San Bernado (2188m) wieder nach Frankreich. Durch Bourg-St. Maurice, Moutiers und wegen des gesperrten Col du Glandon (1951m) nach Rochetaillee und Vizille. Dort wechselte ich erst einmal Geld, damit ich nicht ohne landesübliche Währung herumfuhr (DM 600/FFr 2070).
Weiter die bekannte Route (Urlaub 1991) über Gap ging es nach Savines, wo aber leider der Campingplatz geschlossen war. Kurz entschlossen, es hatte ein schweres Gewitter, und allzu warm war es auch noch nicht, ging es dann eben weiter über Tallard, Sisteron, die Autobahn nach Aix-en-Province, ab Saalon wieder Landstasse nach Arles (Camarque), Montpellier, Narbonne und Perpignan bis kurz vor die Grenze nach Spanien, wo ich auf einem Feldweg neben der Strasse zum Meer übernachtete. Der nächtliche Regen trommelte gleichmäßig auf das Autodach, so dass ich nach einem spartanischem Abendessen schnell eingeschlafen war.


11.06.1992
Auf der Autobahn ging es dann am frühen Morgen, im Auto war es empfindlich kalt, über die Grenze nach Spanien. An einer Autobahnraststätte konnte ich mich waschen, Geld wechseln (FFr 1400/Pts 25550), und mit Brot zum Frühstück kaufen. Über Gerona kam ich dann nach Barcelona, wo ich mit das Olympia-Gelände und Stadtzentrum ansah. Das ab dem 25. Juli wohl lebendigste Gelände der Welt war gigantisch. Der Fernmeldeturm, eigentlich das Wahrzeichen der Olympiade beherrschte das weite Rund.
Wieder auf der Landstrasse ging es weiter nach Tarragona. Nicht viel weiter wurde der schon nötige, größere Einkauf gemacht, da nun feststand, dass ich noch ein paar Tage in Spanien verbleiben würde. Das Wetter wurde wieder viel besser und die Wärme ließ mich dann auch wieder das Dach öffnen. Gleich hinter einem Atomkraftwerk wurde auf einem Campingplatz jenseits von Autobahn und Eisenbahn verwiesen, von dem ich annehmen konnte, dass er in ruhiger Lage sein würde.
Bei dem hier sehr stürmischen Wind war der Zeltaufbau eine schwere Arbeit, doch machte sich die Nähe zu einer lebendigen Wand günstig bemerkbar. Die Möglichkeit im Meer zu schwimmen wurde natürlich sofort genutzt, nur war das Wasser kalt und der starke Wind trieb den Sand vor sich her. So wurde das Vergnügen etwas verkürzt und nach dem Abtrocknen der 'bewegte' Strand verlassen.
L'Amettla de Mar war aus einem Fischerdorf entstanden und hatte einen der wenigen Sandstrände in dieser Gegend. Alle Ferienbauten, die in weißem Stil mit keinen Mauern und ansteigenden Fassaden gebaut waren, gehörten einem Besitzer mit seinen fünf Söhnen, die, einem deutschem Ehepaar nach, dass schon seit '78 hier seinen Urlaub verbrachte, die Anlage sehr gepflegt halten. Zwei weitere Deutsche in einem Campingbus hatten sich noch zwei junge Hunde angelacht, die sie mitzunehmen gedachten, sich aber nicht zwischen den beiden entscheiden konnten.
Camping La Masia, Platja de I'Almadrava, /Tarragona), 825 Pts


12.06.1992
Früh am Morgen konnte ich noch vor einer weiteren Regenschauer das noch von der Nacht nur feuchte Zelt abbrechen und die Rechnung begleichen. Das Frühstück musste ich schon unter einem Vordach zubereiten, da aus dem Schauer ein leichter Dauerregen wurde.
Zurück über die Bahnlinie und Autobahn konnte ich die Landstrasse nach Süden weiter über Castellon, Valencia, Alicante und Cartagena fahren. Der teilweise starke Regen verhinderte kurze Spaziergänge in den durchfahrenen Städten, auch wenn dieses sicherlich sehr interessant gewesen wäre. Die Unterschiede zur mitteleuropäischen Bauweise waren geradezu aufreizend.
Hinter Cartagena, also schon auf der nach Süden zugewandten Seite der iberischen Halbinsel, fand ich in Puerto de Mazarron einen großen, vorbildlich angelegten Campingplatz. Die hier wohl schon sehr starke Sonne wurde auf den Stellplätzen mit Hilfe von Sonnenschutzdächern aus grünen, bastartigen Matten etwas gedämpft. Doch das Wetter zeigte sich mit bewölkt und - nach meinem Befinden - angenehm warm (25 Grad Celsius).

Sehr sehenswert waren die ausgespülten Felsformationen am Hang. Der Zeltplatz endete mit einem Zaun und Tordurchgang direkt am Meer. Der Platz selbst war mit Kies belegt. So mussten mal wieder die großen Heringe ran, damit das Zelt zumindest an den Ecken fest verankert war. Der Strand hatte schönen Sand, der aber auf Grund der Witterung noch nicht gereinigt war. Wieder ließ ich mich nicht, von dem für die hier ihren Urlaub verbringenden Camper eigentlich schlechten Wetter, von einem Bad im salzhaltigen Meer abbringen. Das Wasser war kühl, aber die Runde im Meer tat nach der Fahrt so richtig gut. Nach der nötigen Dusche in den hervorragend gepflegten Sanitäranlagen bereitete ich dann mein Abendessen. Ravioli in Tomatensauce, Kaba, Banane und Joghurt.
Nebenan waren zwei österreichische Familien, und gegenüber ein deutsches Ehepaar im Campingbus. Sonst überwiegend Franzosen und Spanier, selbst Italiener waren vor Ort. Nach einem Anruf bei meinen Eltern (der erst und einzige Kontakt in die Heimat) machte ich noch einen Spaziergang durch die angrenzende Ortschaft. Die laufende Vorsaison ließ alles noch etwas verschlafen wirken.
Camping Playa de Mazarron, Puerto de Mazarron (Murcia), 959 Pts


13.06.1992
Recht früh rüstete ich wieder zum Aufbruch. Die jetzt schon perfektionierten Handlungen des Auf- und Abbaus sowie das Verstauen im Kofferraum zog immer wieder interessierte Blicke auf mich. So auch heute Morgen, als mir besonders die schräg gegenüber mit ihrem Wohnmobil lebenden Deutschen während ihres Frühstücks zusahen. Das Wetter sah nicht sehr zuversichtlich aus, so dass ich auf das mir am vorhergehenden Abend gemacht Sonderangebot ab 2 Übernachtungen verzichtete, um weiter zu reisen.
Hinter Aguilas überquerte ich bei Nijar den 37 Längengrad und erreichte, jetzt entgültig an der Südseite Iberiens angekommen, Almeria. Nein, eine direkte Straßenverbindung nach Afrika sollte es eigentlich nicht geben, aber beim Anblick dieser Stadt musste ich unwillkürlich an eine unfreiwillige Überquerung des 'Mar Mediterraneo' denken. Es regnete. Und doch, all die dunkelfarbigen Menschen in bunten Gewändern. Die Frauen trugen ihren Einkauf geschickt auf den Köpfen balancierend durch die Strassen. Auch der Müll konnte sich sehen lassen. Die Lacher aller umherstehenden konnte sich der bemitleidenswerte Fahrer eines PKW's sicher sein, als er, seitlich in Fahrtrichtung am Straßenrand stehend das Fenster runterkurbelte, um den vorbeifließenden Verkehr zu beachten. Leider gehörte dazu auch einer der vielen Schwerlaster, der durch die Wassermassen an dem stehenden Fahrzeug fuhr und dem Insassen eine unerwartete und sicherlich auch unerwünschte, nasse Erfrischung verschaffte. Fluchend konnte ich ihn die Scheibe wieder schließen sehen.
Weiter nach Adra musste ich feststellen, dass jeder, aber auch wirklich, jeder Freiraum zwischen dem Meer und den angrenzenden Bergen genutzt wurde, um Obstplantagen (meist unter Gewächshäusern) anzulegen. Der Mond würde nach den ersten Besiedlungsbauten auch nicht viel besser aussehen. Hinter Adra wagte ich an einem sehr übersichtlichen Einkaufsmarkt noch mal zu halten, um dringend benötigte Milchvorräte aufzufüllen. Die andauernde Wärme dieser Region ließ mich fast drei bis vier Liter davon vertilgen. An einem mehr als ausrangierten, dafür aber sicherlich diebstahlsicherem VW-Bus machten auch gerade ein paar deutsche Urlauber Rast. Ihre Manieren und die gut getragene Bekleidung ließen mich aber vor jeder Kontaktaufnahme Abstand nehmen. Auf dem Weg durch Motril änderte sich nichts. Wetter, Land, Leute und Obstgärten; links das Meer, ruhig und schwer, rechts die Berge. Malaga war schon mehr wieder eine Stadt. Hier waren unübersehbar schon viele Händler mit Fahrkarten nach Afrika vertreten (Straßenverkauf). Die Preisschilder dominierten gegenüber den üblichen Werbeflächen für Großmärkte und Einkaufszentren.
Endlich kam er, der Wegweiser nach Gibraltar. Den langen Berghang hinunter konnte ich diesen faszinierenden Felsen der Briten in einer nicht alltäglichen, aber wunderschönen Ansicht bewundern. Hinter La Linea, dessen Einbahnstrassen ich durch einen Fahrfehler etwas genauer erkunden konnte, kam ich an die Grenze. An der Abbiegespur versuchte mir ein sich als spanischer Polizist ausgebender Betrüger (habe ich aber erst später bestätigen können), den nach Gibraltar einreisenden eine Zollmarke für das Auto anzudrehen. Ich meinte, das würde mir der Zoll sicherlich auch klarmachen, und ließ einen Fluchenden zurück. Der Übergang gestaltete sich noch einfacher, als ich erst angenommen hatte.

Die Strasse ging über den Flughafen, der Quer zwischen Festland und dem Felsen lag, in die Stadt, die dazu neigte, den Platzmangel sehr zu leiden der Straßenbreite auszuleben. Kein Linksverkehr! Eine Hoffnung weniger, aber immerhin, ich hatte das britische Imperium betreten. Die Stadt wurde zugunsten des weltbekannten Felsens schnell durchquert. Der Straßenbeschilderung, die wie alles hier echt britisch war, folgte ich dem 'Upper Rock'. Einbahnstrasse, doch mehr wäre hier nicht langgekommen. Die Gebühr für die Benutzung konnte ich mangels Umtauschgelegenheit nicht in Pfund bezahlen, aber immerhin wurde ich, meist englischsprechend, hier sofort und hervorragend verstanden, auch wenn der Angestellte der Gebührenstation sicherlich spanischer Abstammung war.
Nach einer tollen Sicht über den Hafen, den militärischen Anlagen und einem Blick nach Afrika besichtigte ich 'St. Michael's Cave', eine wunderschöne Tropfsteinhöhle weit oben im Felsen. Bunte Lichter wurden von wunderschöner Musik begleitet und machten einen eher heiligen Eindruck, als die hier aufgebauten Bühnen und Zuschauerränge dies als Theater auswiesen. Erklärungen über den Umfang, Entstehung und das Alter der Grotte vertieften den Eindruck.
Dann ging es zu den Affen. Großartig, ich habe sie gesehen, diese gelangweilt und desinteressiert wirkenden, einzigartigen Affen auf Gibraltar. Aber was sollte ich bei diesem Wetter besseres erwarten. Die Wolken hingen tief herunter, so dass ich hier oben schon fast im Nebel war.
Also, diese possierlichen Tierchen zurücklassend, machte ich mich wieder auf den Weg nach unten. Gut das ich schon größere Fahrzeuge bewegt hatte, denn die Straßenverhältnisse forderten eine äußerst geschickte und raumsparende Fahrweise. Durch die Tore der alten Festung aus früheren Zeiten durfte ich mich nun in den recht üppigen Ausreiseverkehr einordnen. Die Falle kam erst nach dem Flugfeld. Erst kurz vor der vermeidlichen Zollstation wurde der gesamte Verkehr rechts in eine Halteschleife gezwungen, die in fünf Spuren endete. Ein Bobbi am Ende dieser Warteschleife (übrigens, mein Rechner hat 0 Waitstaits) zählte immer 10 Fahrzeuge ab, die sich dann in die entgültige Abfertigung einreihen konnten. Nun, etwa eine Stunde später war ich dann auch hindurch. Spanien, du hast mich wieder, und auch die Frage nach der nächsten Übernachtung.
Doch erst einmal an die Südspitze Spaniens (36 Längengrad). Also wieder durch La Linea hindurch nach Algeciras, welches westlich gegenüber Gibraltar lag, und mit dem Felsen einen herrlichen Naturhafen hütete. In Tarifa angekommen, konnte ich feststellen, dass an den exponierten Teilen eines Landes oder Kontinentes immer das Militär sitzt. Leider hatte ich nicht den Mut, mal mit meinem Bundeswehrausweis eine Besichtigung zu wagen.

Mir war aber auch der Besuch des spanischen Flugzeugträgers in Hamburg 1989 in Erinnerung, bei dem die Spanier enorm wenig zeigten, so dass ich kaum annehmen konnte, gerade hier, am Ohr zu Afrika und der Meerenge Einlass zu bekommen.) So ruhte ich etwas aus, und versuchte einen Unterschied zwischen Mittelmeer und Atlantik zu finden.
Hier in Form einer im Wasser liegenden Festung, die sicherlich schon den großen Kolumbus gesehen hatte. Die Wellen spielten mit dem Sand am Strand, der, das Wetter war ja nicht besonders, leer war.
Weiter nach San Fernando kam ich an einem Windpark vorbei, der sich Kilometerweit über viele Hügel ausbreitete. Ein Wald, der die Temperaturunterschiede zwischen den beiden Meeren oder dem Festland ausnutzte, und am heutigen Tag sicherlich gewinnbringend arbeitete.
Hinter Cadiz, das ich umfuhr, sollte ich in Puerto de Sta. Maria gemäß Atlas einen Campingplatz finden. Nun, es waren mehrere, aber die hereinbrechende Dunkelheit ließ mich den ersten anfahren. Eine nette Spanierin registrierte mich, und gab mir interessante Tipps für die angestrebte Reise ins Landesinnere. Die Einweisung auf den zugewiesenen Platz fand schon unter Taschenlampenbeleuchtung statt. In geübter Ruhe baute ich das Zelt auf, und bereitete mir noch ein schönes warmes Abendessen. Nach ein paar Notizen am Computer ging ich alsbald ins Bett. Der sandige Boden war eine hervorragende Unterlage. Camping Playa las Dunas, El Puerto de Santa Maria, Cadiz (E), Pts 1166,


14.06.
Diesen Morgen hatte ich mich durch den Wecker aufrütteln lassen. Es war kurz nach 6 Uhr als ich mit dem Frühstück begann. Schönen heißen Kaba und dazu Weißbrot mit Nutella und Joghurt sowie Banane. Nach dem Zeltabbau und dem morgendlichen Gang zu den sanitären Anlagen konnte ich kurz vor 7, also gerade vor der Öffnung der Platztore aufbrechen. Am Abend zuvor hatte ich in der Rezeption der Campingplatzanmeldung auch noch ein Prospekt über die Weltausstellung in Sevilla gesehen, so dass ich in der Nacht den Entschluss gefasst hatte, diese für mich wohl einmalige Chance wahrzunehmen.
Kurz nach 9 Uhr erreichte ich die Parkflächen der Ausstellung. Die Ausschilderung auf der Stadtautobahn und den Zufahrtstrassen war lobenswert. Die Parkfläche zog sich über mehrere Kilometer hin. Die Einfahrt auf den Platz war bei Parkreihe 200, und wie ich auch später feststellen konnte, je Parkreihe 2 Fahrzeugreihen zu je 50 Fahrzeugen. In der Reihe 31 wurde mir von einem unübersehbaren Polizeiaufgebot ein Platz zugewiesen. Das Trillern ihrer kleinen Pfeifen war fast schon nervenaufreibend. Bis ich mich fertig gemacht hatte und aufbrechen wollte, waren zwei weitere Reihen schon besetzt. Bei Reihe 30 befand sich die nächste Pendelstation, so dass ich mich bis zum Haupteingang fahren lassen konnte. Kostenlos. Dafür musste ich mir für das Auto eine Parkkarte beschaffen (1000Pts). Mit der erstandenen Eintrittskarte (4000 Pts) ging es dann durch die mich an die Pariser Metro erinnernden Durchlässe mit magnetischen Kartenlesern auf das Ausstellungsgelände.
Gigantisch! Nicht nur das Gelände, der Eingang war gute 100 Meter breit, und wegen meines Computers musste ich durch eine spezielle Kontrolle gehen. Jetzt weiß ich wenigstens, dass der Computer beim Durchleuchten keinen Schaden nimmt. Nun, wo sollte ich anfangen. So ging ich einfach mal gerade die Palmenstrasse entlang, um mich zu orientieren. So viele Menschen hatte ich seit meinem letzten Besuch auf der Wiesn in München nicht mehr gesehen. Überall vor den Ausstellungsgebäuden reihten sich Menschen in schier endlose Warteschlangen ein, wobei ich oft nicht einmal feststellen konnte, wohin diese oder jene Reihe führte. Nach einer Runde um den 'See von Spanien' erreichte ich einen der vielen von IBM aufgebauten Informationsstände, bei dem ich per 'at your fingertype' Informationen über die Ausstellung, aktuelle Meldungen und Nachrichten bis hin zur gerade gültigen Wetterkarte abrufen konnte.
So verschaffte ich mir die Informationen über mögliche Interessenschwerpunkte, die ich in Siemens, Sony, Olympia sowie einigen Landesausstellungen von Deutschland, den Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, China, Russland und vielen anderen wie z.B.: Spanien sah. Doch zuerst ging es mit der Magnetschwebebahn über das Ausstellungsgelände, so dass ich die ausgewählten Objekte in dem vielfältigen Getümmel ausmachen konnte. Angefangen bei der Halle über die olympischen Spiele, in der mit Schwerpunkt Barcelona 92 und Albertville für jede Olympiade auf einem eigenem Bildschirm die wichtigsten Ereignisse aller bisher durchgeführten Veranstaltungen abliefen. Grosse Namen vergangener Tage tauchten auf und verschwanden unter der Vielfalt an weiteren Informationen. Alle bisher genutzten Fackeln waren hier ausgestellt (Modelle). Über die im Juli stattfindenden Spiele waren Informationen über den Weg der Fackel vom Olymp bis Barcelona durch ganz Spanien sowie den vorgelagerten Inseln, die einzelnen Wettkampfarenen und ihren zugehörigen Ortschaften und der gigantischen Datenverarbeitungsanlage, die hier von EDV-Spezialisten (IBM) aufgebaut wurde und sich in der Testphase befand. Mit tränenden Augen wieder aus der Halle raus zum nächsten Ziel. IBM, die Warteschlange war zu lang, dann eben Futureworld. Auch nicht auszuhalten. Also an unbekanntere Ziele. So besichtigte ich im Laufe des Tages noch Spanien mit seinen Einzelausstellungen Extremadure und Galicien, die ich noch zu besuchen beabsichtigte (Urlaubsverlauf).

In einer großen offenen, aber überdachten Halle wurden gerade Liveaufnahmen von spanischen Volkloregruppen gemacht. Die Kastangnietten sind schon eine lustige Sache. Auch die Trachten unterschieden sich erheblich von der mitteleuropäischen Kultur. Algerien, China, Chile, Japan und Algerien. Hier stand ein etwa 2,10 Meter großer, in Landestracht gekleideter Mann am Eingang, der jeden Besucher in den Bazar begleitete. Mein Stolz über meine eigene Größe schmolz mit jedem Schritt. Weiter Kanada und dann den deutschen Pavillon. Im Begleitprospekt, endlich mal in Deutsch, denn Englisch wurde mir bei diesen extremen Informationen über Geschichte und Kultur, industrielle Entwicklung, Kunstschätze, Folklore und vielen anderen Erklärungen über das jeweilige Land langsam zuviel, konnte ich den Sinn (oder Unsinn) meiner Ausstellung nachlesen. Ehrlich gesagt, der Pavillon war sicherlich einer der schönsten Bauten auf dem Gelände. Dieser 'schwebende' Fokus über dem halboffenen Rund des Gebäudes war architektonisch eine Herausforderung, auch für das Auge. Nur die Inneneinrichtung war stark von moderner Kunst geprägt. Sicherlich, die Informationen gerade über Umweltschutz waren durch die interessante Darstellung sehr einprägsam, aber eben doch ungewohnt. Neben Fliegerei und Erfindern war besonders die Wiedervereinigung in diese Darstellung mit eingebaut. Den einprägsamen Bildern über die Besetzung des Brandenburger Tores konnten sich auch die meist spanischen Gäste nicht entziehen. Viel Zeit oder Gemütlichkeit blieben nicht immer, denn die Zuschauermassen drängten teilweise weiter.
Beispielgebend muss ich noch bemerken, dass ich gegen 11.00 Uhr in der Algerischen Ausstellung einer von über 300.000 durchlaufenden Gästen war - nur an diesem Tag. Es war Sonntag, aber das hatte ich vorher nicht bedacht. Nach einem Besuch in der königlichen Moschee, die stark durch Sicherheitskräfte einer Spezialeinheit bewacht war, und entlang der vielen Gärten kam ich wieder an den See. Es regnete mal wieder, und trotz Regenschirm waren meine Schuhe durchnässt und total erschöpft. Auch mein Geist weigerte sich langsam, die vielfältigen Informationen zu registrieren, so dass ich, das Bild der Wetterkarte im Auge, den Entschluss fasste, den großen Abendvorstellungen, Parties, Discos, Cafes und dem Feuerwerk über dem See nicht mehr beizuwohnen, und in Nordspanien das bessere Wetter aufzusuchen. Zurück am Auto konnte ich endlich die Schuhe und die nassen Socken ausziehen. Nach einem Imbiss aus Kuchen und Kaba machte ich mich dann wieder auf die Reise.
So folgte ich der E 803 nach Norden. Nach Monesterio begann eine Landschaft, wie ich sie in Deutschland bisher nicht kannte. Soweit das Auge nur reichte, Obstplantagen. Die hier knallrote Erde zog sich bis zu den am Horizont stehenden Bergen hin. Bis auf ein paar wenige Ortschaften und Ansiedlungen nur Plantagen. Dort, wo gerade starke Regenschauer niedergingen, konnte ich neben der Strasse die durch die Erde rot gefärbten Wassermassen entlang rauschen sehen, die teilweise sogar die Strasse überfluteten und auf der anderen Seite, jeder Eingrenzung trotzend, quer durch die Obstfelder liefen. Der Bach an der Talsohle rechts von mir unterschied sich schon nicht mehr von der Umgebung. Alles Rot und Nass.

Kurz vor Merida überquerte ich den Rio Guadina, der noch recht ruhig dahin floss. Die dahinter liegende Stadt war noch durch starke, ungewöhnlich hohe Mauern gesichert. Doch das Wetter lies auch hier noch keinen Rundgang zu. Kurz vor Caceres fand ich dann gegen 7 Uhr einen Zeltplatz. Der anstrengende Besuch der Expo verlangte jetzt sein Recht. So baute ich im Schutz der leerstehenden Campingwagen mein Zelt auf, und kochte mir ein gemütliches Abendessen. Später sah ich mir in der dazugehörenden Gaststätte bei einem heißen Tee noch eine Fußballübertragung an, und fertigte auch einen Teil dieser Notizen auf dem Rechner an.
Camping Las Canadas s.a., Ctra Nacional 630, km 91, 10750 Banos de Montemayor (Caceres), Pts 955


15.06.
Recht früh konnte ich weiterfahren, denn eine angenehm verbrachte Nacht ließ mich zeitig aufwachen. Nach dem obligatorischen Frühstück und dem Abbau des Zeltes ging es wieder auf die E 803 nach Norden. Bald war der Rio Tajo erreicht, der nach Westen Portugal zustrebend hier zu einem riesigen Stausee genutzt wurde. Trotz des Regens der vergangenen Tage fehlten so um die 2 bis 3 Meter bis zur Hochwassermarke, die sich am gesamten Uferstreifen zeigte. Burgruinen, die schon unter Wasser standen, zeugten von der schon früher wichtigen Position dieses Tales rüber nach Portugal und Lissabon. Weiter ging es durch Plasencia nach Bejar. Wieder reihten sich schier endlos weite Plantagen aneinander und ließen mich zweifeln, ob ich überhaupt vorwärts kommen würde. In Salamanca ließ ich mich nicht auf die Umgehungsstrasse leiten, sondern fuhr ins Stadtzentrum. Hier am Marktplatz, ließ ich mich für eine halbe Stunde nieder und sah dem bunten Treiben zu. Weiter kam ich nach Zamora am Rio Duero. Hier wurde das Wetter zusehends besser, so dass ich mich entschloss noch Nordportugal zu streifen. So fuhr ich westlich abermals über einen Stausee nach Braganca.
Der Grenzübertritt verlief ohne Komplikationen. Auch die Strassen und Ortsnamen ließen keinen ersichtlichen Unterschied erkennen.

Nur war ich jetzt in sehr hügeligem Gelände und die Strasse schwang sich entlang sanfter Hügel durch herrliche Täler. Jetzt hielt ich öfter und genoss die wunderbare Aussicht, die sich mir immer wieder bot. An einem besonders schönen Platz (Foto) machte ich eine ausgedehnte Mittagspause. Ich begegnete jetzt kaum anderen Fahrzeugen. Nur die Nahverkehrsbusse kamen regelmäßig vorbei. Nicht viel weiter konnte ich einen jungen Portugiesen mitnehmen, der in besonders guter Kleidung noch einen herzlichen Abschied von seiner Mutter nahm. Leider konnte ich wegen fehlender Sprachkenntnisse keine Unterhaltung führen. So gipfelte unser Gespräch in der Feststellung, dass die vor uns auftauchende Stadt Chaves sei. Kurz vor der Stadt musste ich aber schon wieder eine Ausfallstrasse nutzen, so dass ich den jungen Mann, der in meinem Alter zu sein schien und mich andauernd musterte, wieder entlassen musste. Nach kurzem Abschied und einem Dank ging es wieder weiter nach Norden. Ich wollte speziell die Steilküsten im Norden sehen, so dass ich die portugiesische Küste im Westen umgangen hatte. Dort musste es ähnlich aussehen, wie bei Bordeaux in Frankreich. Bei Verin war ich wieder in Spanien. Weiter durch Orence kam ich nach Santiago de Composte. Vermehrt erreichte ich nun Städte und Ortschaften, deren Namen mir besonders durch bekannte Städte in der 'neuen Welt' bekannt waren. So konnte ich annehmen, dass viele der Seefahrer aus dieser Gegend stammten, bzw. Siedler von hier aus ihre neue Heimat mit heimischen Ortsnamen ausstatteten.

Jetzt hielt ich direkt auf die offene See zu. Bei Muros erreichte ich das Meer, welches sich hier weit in das Landesinnere zog. Die Siedlungen waren jetzt stark von der Fischerei geprägt. Jede Ortschaft umlagerte dicht gedrängt den Fischereihafen, der jetzt in den Abendstunden eine rege Geschäftigkeit zeigte. Der Geruch ersparte mir jeden Blick auf die Ware, und ließ mich zügig weiterfahren. Die Strasse lief nun entlang der Küste, da die Hügel schnell anstiegen, und keine andere Möglichkeit der Bebauung zugelassen hatten. Am offenen Atlantik fand ich alsbald einen kleinen, aber direkt am Meer gelegenen Campingplatz. Schwierigkeiten hatte ich hier mit der Verständigung, aber mit etwas Papier und Bleistift konnte ich meinen Wunsch bildlich darstellen.
Auf dem Platz waren noch eine Schweizer Radlergruppe mit Campingbusbegleitung, sowie ein älteres Ehepaar (75 Jahre!) aus Mecklenburg. Es wurde eine interessante Unterhaltung, bei der ich mir einige Informationen über eine mögliche Skandinavienrundfahrt einholen konnte.
Nach einem ausgedehnten Abendessen machte ich einen Spaziergang an den Strand. Zum Schwimmen war es zwar zu kühl, aber der Sandstrand mit seinen eingelagerten Felsformationen waren auch so eine Besichtigung wert. Die beiden Schaeferhunde des Campingplatzbesitzers (Schulterhöhe ca. 60 cm) begleiteten mich. So wurde der Gang recht lustig, da die beiden mich immer wieder spitzbübisch von hinten zwickten, und mich so zu einer für andere Beobachter eigenartigen Gangweise zwangen.

Als die Wassermassen mit der Ebbe zurückgingen, kamen Hunderte, gar Tausende von Garnelen? aus dem Sand und fielen über alles liegengebliebene essbare Pflanzenmaterial her. Bei jedem Schritt wichen sie zwar aus, doch lies es sich nicht vermeiden, dass ich wohl einige etwas in den Sand gedrückt habe. An den Felsen hingen Miesmuscheln und alle Arten von Algen und anderen Meeresbewohnern konnte ich hier begutachten.
Zurück am Platz machte ich kurz halt im Cafe, wo mal wieder ein Spiel der Europameisterschaft übertragen wurde. Bis auf vier bildhübsche Mädchen war das Lokal leer. So ging ich zurück zum Zelt und plante meine weitere Route für den nächsten Tag.
Camping A Bouga, Apartado 63, Louros - Muros (Caruna), Pts 770


16.06.
Wieder nutzte ich die frühen Morgenstunden, um noch vor dem Berufsverkehr auf der Landstrasse zu sein. Den gleichen Weg zurück über Muros und Santiago de Camposte fuhr ich noch nach La Coruna, einer sehr geschäftigen Stadt am Meer. Unruhig, weil ich noch mehr sehen wollte, ging es dann im Eiltempo über Lugo, Ponferrada, Astorga, La Beneza, Benavente und Tordesillas ins Herz Spaniens, nach Madrid.
Hier waren die Strassen so gerade gebaut, dass ich einmal über 15 Kilometer ablesen konnte, bevor ich eine leichte Krümmung der Strasse feststellen konnte. Unterwegs traf ich auf seltsame 'bunkerartige' Anlagen an vielen Hügeln. Könnte zur Züchtung von Pilzen sein, da die Hügel sehr weit oben am Hang waren und recht dünne Decken zu haben schienen. Leider befand ich mich schon auf der Autobahn, so dass ich nicht halten und nachsehen konnte.

Kurz hinter den Madrid umgrenzenden Bergen, als die Autobahn wieder aus dem Tunnel hervorkam, macht ich eine Pause. Das Foto täuscht, den es regnete gerade wieder los. Doch zumindest hatte ich den Hunger gestoppt, so dass ich in die Stadt aufbrechen konnte.
Die Mittagssonne brannte jetzt doch in Madrid herunter und verschaffte den an jeder Straßenkreuzung stehenden Verkehrspolizisten noch weitere Hitze. Ich fragte mich bei dieser Stadtrundfahrt, wozu überhaupt Ampeln hier waren. Die Spanier hielten erst wirklich auf Zeichen der Polizisten. Großstädte gleichen sich wohl auf der ganzen Welt. Viel Verkehr, Menschen und himmelwärts strebende Bauten, gleich riesigen Stadtmauern. Am Flughafen vorbei verließ ich die qualmende und stinkende Stadt wieder. Durch das offene Loch im Dach konnte ich sehr schön die über mir anfliegenden Flugzeuge beobachten, die hier schon das Fahrwerk ausgefahren hatten.

Über die hier gut ausgebaute E 90 strebte ich nun mehr dem Nordosten zu. Über Guadalajara und Calatayud kam ich nach Zaragossa. Weiter östlich nach Lleida war ich auf einer der Hauptverbindungswege zwischen Madrid und dem südlichen Mitteleuropa. So viele Lastkraftwagen hatte ich noch nie in Bewegung gesehen. Die späten Abendstunden sorgten für wenige Autos, wenn diese nicht so wie so auf die benachbarte Autobahn ausgewichen sind. So kamen auf einen PKW etwa 50 Lkws. Hier war kaum noch an ein Überholmanöver zu denken, außer ein entgegenkommender Laster war Langsam und hatte schon länger Abstand zu seinem Vordermann bekommen. Dann konnte ich manchmal bis zu 20 dieser Kolosse überholen, wobei ich manchmal über 150 km/h fuhr, denn die Strasse war sehr übersichtlich und die Brummis gaben auch wie in Deutschland Zeichen, so dass ich mich grob orientieren konnte. So waren wir eine Dreiergruppe, die sich langsam Laster für Laster vorarbeitete. In Lleida bog ich von der jetzt langsam leerer werdenden Strasse nach Andorra ab. Die meisten Brummis machten sich für die Übernachtung fertig und parkten auf den dafür vorgesehenen, oft riesigen Parkplätzen um eine Gaststätte. Hier um Lleida waren auch vermehrt Bars und diverse Lokalitäten anzutreffen. Kein Wunder, bei der Kundschaft. Jetzt ging es wieder ins Gebirge. Durch Basella war ich bald in Andorra (AND). Erst meinte ich, wegen der schon hereinbrechenden Dunkelheit nicht mehr viel zu sehen, aber dieser Zwergenstaat hatte etwas zu bieten. Auf den Strassen der zwischen die Berghänge gepressten Stadt sprudelte das Leben unter vielfarbigen Anzeigen und beleuchteten Häuserfronten. Viele kleine Läden und Souveniershops mit ihrem Werbeflächen ließen die Menschen auf den Fußgängerwegen in allen Farben leuchten. Erst auf einer zum Pass aufsteigenden Strasse hörte die Bebauung langsam auf. Zurück lag eine ins Tal gepresste Stadt die dich hier oben in Lichterketten zeigte. Da es jetzt schon auf Mitternacht zuging, und ich im Tal keinen Campingplatz ausmachen konnte, suchte ich mir hier oben ein ruhiges Plätzchen. Eine seitwärts einmündende Strasse, die sichtbar noch Spuren als alte Hauptstrasse trug, lud mich zum Abbiegen ein. Und richtig, unterhalb einer großen Aufschüttung für die breitere, weiter oben verlaufende Strasse endete die alte Strasse in einer Sackgasse und ermöglichte es mir, hier zu übernachten.
Übernachtung auf stillgelegter Nebenpassstrasse, am Morgen Schnee auf der Frontscheibe.


17.06.
Gegen 5 Uhr wurde ich durch die sich langsam in meinen Schlafsack schleichende Kälte geweckt. Auf der Frontscheibe waren über dem Scheibenwischer noch Schneereste zu sehen. Rund herum war zum Gipfel hoch alles von einer dünnen weißen Decke überzogen. So zog ich mich in der Enge des Wagens etwas wärmer als am Vortag an, und rollte den Schlafsack auf dem Beifahrersitz zusammen. Wenn ich so den Sitz zurücklegte, konnte ich herrlich darauf schlafen. Ein Kopfkissen vervollständigte das nächtliche Erlebnis noch etwas. An dem den Berg herabfließenden Bach wusch ich mich, so dass auch das Auto Zeit hatte etwas auszulüften. Brrr, war das kalt. Auf der vorbeilaufenden Strasse hörte ich schon den Verkehr weiterlaufen. Nach einem durch die Kälte etwas spartanischem Frühstück reihte ich mich in die dem Pass zustrebenden Fahrzeuge ein. Hier oben waren Tankstellen. So etwas hatte ich noch auf keinem der mir bisher bekannten Alpenpässe gesehen. Ganz oben, an der Kuppe zum anderen Tal gab es eine Unmenge verschiedener Tankstellen, wobei ich bewundernswert feststellen musste, dass die Architekten das Problem der Berghänge dadurch gelöst hatten, über und unterhalb der Kehre, also im sog. Keller des Gebäudes Tanksäulen einzurichten. An den Preisen erkannte ich nun auch den Sinn dieser erst etwas widersinnig wirkenden Verkaufstrategie. Die Preise waren hier im Gegensatz zu Spanien fast 30 Pfennig billiger. Selbst gegenüber den in Frankreich eigentlich billigen 92 Pfennigen war es hier mit unter 90 Pfennig noch lohnenswert zu tanken. Leider hatte ich keine Pts und auch keine FFr mehr. Was soll's, wenn ich gemütlich weiterfuhr, konnte ich den Preis durch einen guten Verbrauch wettmachen.
Den Port de Envalira hinter mir lassend, war ich wieder auf französischem Territorium. In den Bergen musste es den Anlagen nach auch im Winter hervorragende Skisportmöglichkeiten gegen. Skilifte und Sporthotels waren über die gesamten Berghänge entlang der Strasse verteilt. Bei Ussat wollte ich mir die Grotte de Niaux ansehen, doch war ich um ca. 8 Uhr wohl noch etwas zu früh dran. So ließ ich es mit einem Blick durch die Gitter bewenden, die die Höhlenmalereien vor Missbrauch schützten.
Über Foix (F) gelangte ich nach Toulouse. Erst in Montauban war mir das Wetter wieder schön genug, dass ich in einer Bank Geld wechselte und im Einkaufszentrum wieder frisches Brot und andere Lebensmittel einkaufte. Die dazugehörende Tankstelle erhöhte auch wieder die Reichweite meines Tatendranges, so dass ich außerhalb der Stadt erst einmal gemütlich eine Pause einlegte, und mich an den gerade gekauften Dingen vergriff. Weiter nach Norden an Caussade und Cahors vorbei konnte ich hinter St. Projet zwei sehr hübsche Mädchen mitnehmen, die nach Souillac wollten. Doch zuerst musste ich den achtlos hinter die Sitze geworfenen Schlafsack im Kofferraum verstauen. Schnell entstand eine nette Unterhaltung, da die Beiden auch hervorragend Englisch sprechen konnten. Sie waren gerade von ihrer Freundin aus Rocamandour nach Souillac unterwegs, wo heute großer Markt sein sollte. Hier lies ich die beiden auch ins große Getümmel eintauchen. Weiter hinter Brive hatte ich immer noch die Idee, nach Paris ins Eurodisney zu fahren, aber das zusehend bessere Wetter ließ die Luft wieder angenehm warm werden, so dass ich sicherlich auch hier Spaß haben würde. Also umdrehen und wieder Richtung Westen. Logisch ist das alles nicht, aber es machte Freude, so einfach die Richtung zu ändern. Im Herbst würde ich sicherlich noch Zeit haben, Paris im Märchenland zu erkunden.

So fuhr ich über Terrason-la-Villedieu ins Tal der Vezere. Hinter Montignac stieß ich auf einen Hinweis auf den 'La Roque St-Christophe'. Hier war eine Felsformation Jahrtausende lang durch die vorbeifließende Vezere so ausgewaschen worden, dass Terrassen entstanden, die dann vor ungefähr 70.000 Jahren von Menschen bewohnt wurden. Die Besichtigung wurde mir durch eine umfassende deutsche Begleitschrift erleichtert, die ich während der Erkundung durchlesen konnte. Die Bauten und Einrichtungen dieser Epoche waren erstaunlich. Die Stadt sollte damals ca. 5.000 Einwohner gehabt haben, was ich für eine enorme Grösse zu dieser Zeit halte. Selbst später im Mittelalter soll diese Stadt noch bewohnt gewesen sein, die dann durch eine benachbarte Felsfestung natürlichen Ursprunges in Verbindung mit der direkt davor fließenden Vezere erweitert wurde.

Danach ging es noch in den 'Prehisto Parc', in dem die Lebensweise der damals lebenden 'Cro Magnon' - Menschen dargestellt waren. Der mir hier zur Verfügung stehende deutsche Führer war so umfangreich, dass ich zwischen den Stationen recht fleißig lesen musste, um bis zur nächsten Station die Erklärung abgeschlossen zu haben. Die Anlage war in einem Seitental eingebettet, und der bewaldete Park ließ auch das besonders in der früheren Zeit lebenswichtige Mikroklima erahnen, dass diese Gegend so bewohnbar und fruchtbar machte.
Nun nahte der Abend, so dass ich mir langsam Gedanken um meine nächste Übernachtung machen musste. Also fuhr ich weiter über le Bugue an der Dordogne entlang. Hier wurde ich wieder stark an die Radwanderung mit meinem Vater 1988 erinnert, als wir von München über Basel nach Bordeaux radelten, und auch hier an der Dorgogne entlang fuhren. Diesen Weg folgend kam ich durch le Buisson und Bergerac nach Bordeaux, so dass ich auch gleich an den Atlantik fahren konnte. Da ich aber Lacanau-Ocean schon kannte, hielt ich mich etwas südlicher.

Am Bassin d'Arcachon waren viele Zeltplätze angezeichnet. So ging es durch die schier endlosen Pinienwälder auf sandigem Boden nach Ares. Nicht viel weiter konnte ich auch einen mir passenden Platz entdecken, der neben Bäumen und schönem Rasen auch einen Swimmingpool hatte. Ein hier arbeitender Deutscher machte die Anmeldung zu einem Kinderspiel. Selbst den wenigen Strom für den Computer konnte ich ohne Aufschlag erhalten, da der Besitzer es recht lustig fand, mit Zelt noch einen Rechner dabei zu haben. Mir war's Recht. Nach einer Dusche nach dem Abendessen setzte ich mich noch an die von dem Deutschen geführte Bar. Es war noch ein junges Paar aus Deutschland dort, so dass eine nette, bis spät in die Nacht andauernde Unterhaltung entstand.
Camping La Cigale, 33740 Ares, 3 Nächte 165 FFr und Fahrrad 45 FFr


18.06.
Da ich nicht vor hatte, am heutigen Tag weiter zu fahren, schlief ich lange in den Morgen hinein. Erst die langsam steigende Sonne erwärmte mein Zelt zusehends, bis ich es nicht mehr aushalten konnte. Aber warum sollte ich den Tag bei diesem schönen Wetter auch länger im Schlafsack verbringen. Also raus und erst einmal so ein richtig gemütliches, umfangreiches Frühstück. Zu dieser Zeit kam auch das deutsche Mädchen vorbei, und fragte, ob ich nicht mit an den Strand kommen wollte. Klar doch! So besorgte ich mir ein Leihfahrrad vom Campingplatz und bald stand ich mit gepackten Sachen bereit.
Wir waren zu sechst, als wir uns auf den etwa 10 Kilometer langen Weg machten. Ein deutsches Ehepaar mit Kind (Foto Buvette: links ohne Bekleidung / Foto Strand: Mutter mit Kamera und Vater liegend dahinter) sowie das zweite Paar (rechts neben der Kindergruppe mit Hut). Nach einer halben Stunde erreichten wir die Dünen. Es war warm. Die Strandwachen hatten die Temperaturen von 10°° Uhr auf einer Tafel notiert. Wasser 18°C und Luft 23,5°C, da konnten wir uns auf einen schönen Tag freuen. Der Sand war herrlich weich, und der stetige Wind sorgte für die angenehme Abkühlung von der starken Sonne. Wir waren über eine halbe Stunde im Meer und versuchten die Wellen für uns auszunutzen, wobei das Meer langsam mit der Ebbe zurück ging. Gegen Nachmittag mussten wir fast 500 Meter laufen um das Wasser zu erreichen. Ein schöner Tag. Der kleine beschäftigte trotz offensichtlich fehlender sprachlicher Kommunikation eine ganze Gruppe französischer Kinder, die ihn immer aufmerksam belagerten. Nur in der Sonne liegen und vom Wind sanft gestreichelt werden. Öfters mussten wir uns Nach cremen, denn die Sonne war ungewöhnlich stark. Gegen Abend machten wir uns wieder auf den Rückweg. Nach diesem Tag war die Rückfahrt anstrengender als erst angenommen. In den Wäldern war es wegen des fehlenden Windes noch wärmer als am windigen Strand. Aber in der Gruppe war es eh einfacher. Wir holten uns hier erst unseren Sonnenbrand wo es keiner erwartet hatte. Die Füße, den ganzen Tag in der Sonne, waren auch hier ungeschützt und brannten am Abend gar fürchterlich.

Zurück am Zeltplatz, mussten wir uns alle erst einmal den Sand abduschen, der sich im laufe des Tages fast überall festgesetzt hatte. Weil es noch so angenehm Warm war, wurde erst noch mal der Swimmingpool genutzt. Auf dem Zeltplatz hatte sich inzwischen eine Gruppe von 40 niederländischen Campingwagen eingefunden. Dementsprechend war hier auch etwas los.
Nach dem Abendessen bereiteten wir Männer mit dem deutschen Angestellten, er bekam je Monat 6000 FFr fest und je Nachtwache 200FFr zusätzlich, die große Halle für die am Abend stattfindende Fußballübertragung der Europameisterschaft vor.
Nach dem Abendessen versammelten wir uns. Etwa 5 deutsche gegen 30 niederländische Zuschauer waren ein Garant für gute Stimmung. Die Niederlage unserer Nationalelf konnte durch das Weiter kommen über den zweiten Platz dank des Sieges der schottischen Elf etwas leichter hingenommen werden. Die Unterhaltung wurde dann noch lange an der Bar weiter geführt.
Camping La Cigale (s.o.)


19.06.
Trotz der etwas langen Nacht konnte ich nicht länger schlafen, da die Sonne das Zelt wieder aufgewärmt hatte. So wurde die Zeit, die anderen schliefen noch, genutzt, um wieder ein umfangreiches Frühstück vorzubereiten. Gerade als der Kaba fertig war, kam die erste Besucherin, um sich eine Tasse abzuholen. Gut, dass ich immer in größeren Mengen gekocht hatte. Gegen 10 machten wir uns wieder auf den Weg, aber diesmal mit dem Auto, bei dem die Gefahr eines Diebstahles nahezu ausgeschlossen war.
Heute waren wir nur zu dritt, da der kleine den Nachmittag schlafen sollte, um am Abend beim gemeinsamen Fischessen munter zu sein. Der schon auf dem Zeltplatz bemerkbare stärkere Wind war am Strand enorm und trieb immer wieder Sandwehen vor sich her. Die mitgenommene Zeltbahn der Bundeswehr ergab mit den Stangen einen hervorragenden Schutz vor den Sandmassen, doch selbst die Handtücher mussten wir sichern. Die Wellen waren heute hervorragend, doch bei Luft 18°C und Wasser 16°C gaben wir uns nach etwas 2 Stunden geschlagen.
Zusammengepackt, machten wir uns auf den Weg nach Cap Ferret, der südlichsten Dünenspitze, die das Basin d'Arcachon zum Meer hin abschloss. Von hier konnte ich die damals besuchte 'Dune de Pilat', die größte europäische Sanddüne mit heute über 180 Metern sehen. Am Strand waren noch viele der damals im 2. Weltkrieg zur Abwehr der erwarteten alliierten Invasion erbauten Bunkeranlagen zu bestaunen, die sich auch heute noch erfolgreich gegen die Zerstörung wehrten.

Zurück am Zeltplatz wurde erst einmal der Sand aus dem Körper vertrieben, und im Swimmingpool noch eine salzlose Runde im Wasser genossen.
Dann machten wir uns auf den Weg. So nutzte ich nun meinen Wagen, der bei dem zu erwarteten Restaurant einen etwas passenderen Eindruck hinterlassen würde. Wir waren etwas zu früh, so dass wir die Zeit zu einem Spaziergang auf die sich der Straße anschließenden Mole nutzten. Hier konnten wir die hereinbrechende Flut begutachten, die sich in rasender Eile über die flache Uferzone hermachte. Zurück, wurde das Restaurant gerade geöffnet, so dass wir uns einen sehr nett gelegenen Tisch aussuchen konnten. Die Bestellung überließen wir nach langer und kritischer Beratung unserer sprachkundigen Begleitung. Da ich eigentlich etwas gegen Fisch hatte, war ich sehr skeptisch, doch im laufe des Abends konnte ich mich immer mehr begeistern. Angefangen hatten wir alle mit Fischsuppe, die sich aber ungewöhnlich scharf darstellte. Dazu gab es Weißbrot mit einer etwas sanfteren Sauce. Zum Teil bekamen wir nun Fischomelette oder Miesmuscheln, wobei aber jeder von jedem essen konnte. Dann das Hauptgericht. Ich hatte Forelle genommen, die mit Nudeln und Zitronen garniert worden war. Angeleitet von der hohen Kunst des Öffnens konnte ich den Fisch ohne Greten essen, wegen denen ich ja den Fisch nicht mochte. Danach ließen wir uns noch Kuchen und Eis reichen, und während des Essens gab es noch einen guten Rotwein, von dem auch ich ein Glas nicht verschmähte. Nach etwas mehr als zwei Stunden wurde die Rechnung gemeinsam beglichen, was zu lustigen Wechselsituationen führte, um die eine Rechnung zu begleichen. Da wir aber alle das gleiche Menü mit verschiedenen Zusammenstellungen genommen hatten, war das weiter kein Problem.
Nach der Rückfahrt trafen wir uns noch am Cafe, so dass ich Abschied von allen nehmen konnte, da ich mich langsam wieder Richtung Osten machen wollte. Auch das kinderlose Paar wollte sich zur Dorgogne aufmachen, um die von mir geschilderten historischen Bauten anzusehen.
Leider hatte ich den Prospekt über Aquacity zu spät entdeckt, doch an einem Sonntag wollte ich nicht dort hinein, da ich noch von Sevilla wusste, wie Überlaufen dann solche Ausflugsziele waren. Trotzdem werde ich dieses Freizeitzentrum mal in meine Reiseroute aufnehmen. Anmerkung: 1994 habe ich es wohl geschafft ...
Camping La Cigale (s.o.)


20.06.
Wieder durch die Pinienwälder ging es nach Bordeaux. Hier wurde zur Entlastung der wohl vom Verkehr arg gebeutelten Brücke südlich des Stadtzentrum eine riesige Brücke für den Autobahnring um Bordeaux gebaut. Über Liboourne und Bergerac fuhr ich die gleiche Strecke wieder nach le Buisson-de-Cadouin.
Dort besichtigte ich die 'Grotte du Grand Roc', eine wunderschöne Tropfsteinhöhle, die sich wir die Festung La Roque St-Christophe an einer Felswand an der Vezere befand. Die Führung war interessant, auch wenn ich der französischen Führung des reizvollen Mädchens ohne deutschem, schriftlichen Führer nicht folgen konnte. Durch Unterspülungen war ein mehrere Tonnen schwerer schwebender Stalaktit entstanden. Auch die weiteren Formen der sehr abwechslungsreichen Tropfsteinhöhle waren sehenswert.
Weiter kam ich noch zur ebenfalls sehr alten Festung 'Madeleine' bei Tursac. Diese war wie La Roque in natürlich ausgespülten Felsüberhängen erbaut worden, und gehörte in damaliger Zeit zu einem zusammenhängenden Alarmsystem entlang der Vezere.
Dann, etwas weiter den Fluss entlang, kam ich zur wohl größten Höhlenmalerei: Lascaux II. Um 14.00 Uhr konnte ich mich gerade für eine englische Führung um 16.40 Uhr anmelden. Der Nachbau der von zwei Bauernjungen gefundenen Höhle, die zu Zeiten der ersten Besichtigungen 1920-1930 sehr gelitten hatte, war beeindruckend. Aber nicht nur die Malereien waren hier mit einer sehr aufwendigen Methode nachgebaut worden, sondern man bemühte sich auch, die in der ursprünglichen Höhle existierenden Temperaturen nachzuahmen. Bei meiner sommerlichen Bekleidung war das nicht gerade eine angenehme Tatsache. Obwohl ich in der Lage bin, der englischen Sprache zu folgen, so war die hier mit vielen wissenschaftlichen Begriffen durchsetzte Führung ein schwerer Brocken. Die im Hintergrund schon nachrückende französische Gruppe konnte ich aber nun überhaupt nicht verstehen. Auf dem weiteren Weg sah ich noch mal bei 'la Roque St.-Christophe' und dem 'Prehisto-Parc' vorbei, da die beiden Deutschen vom Campingplatz derweil eingetroffen sein konnten, doch ihr sicherlich auffälliges Auto habe ich nicht entdeckt. So machte ich mich auf den weiteren Weg.
Hinter Sarlat stieß ich auf einen mit sehr angenehmen Campingplatz. Die Zeit war weit fortgeschritten, so dass ich hier für die nächste Nacht bleiben wollte. Gepflegte Duschen und Toiletten sowie ein Swimmingpool ließen keine Langeweile aufkommen.
Heute hatte ich mir auch Strom legen lassen, da ich noch Zeit hatte, und so nach dem Abendessen noch einige Notizen anfertigen konnte. Ein Rundgang durch die Anlage zeigte, dass hier fast ausschließlich skandinavische Gäste waren. Es musste auch erst vor kurzem zu einer Überschwemmung gekommen sein, da die weit unten liegenden Wiesen noch vom Dreck bedeckt waren.
Camping Aqua Visa S.A.R.L., Carsac, 24200 Sarlat, 56 FFr


21.06.
Es regnete, als ich aufwachte. So blieb mit nichts anderes übrig, als das Zelt nass einzupacken, um es dann am Abend wieder abzutrocknen. Die Kühle am Morgen lockte mich wieder weiter in den Süden. So fuhr ich über Souillac, Martel, Gramat, Figeac, Decaville, Rodez und Severac-le-Chateau nach Millau. Hier kam ich in die Ausläufer der Cevenne, den südlichsten Ausläufern des Zentralgebirges. Die Fahrt war abwechslungsreich und angenehm zugleich. Durch enge Felsenschluchten ging die Straße in weite Täler. Hinter Millau ging es auf eine Hochebene 'Chausse du Larzac', die ich nicht bei etwas höheren Temperaturen zu Fuß durchqueren wollte. Dann aber ging es runter zum Mittelmeer. Lodeve, Montpellier und Aiguea-Mortes, die Festung aus der Kreutzritterzeit, lagen auf dem Weg nach les Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Campingplatz war mir aus früheren Jahren bekannt. Doch jetzt, direkt nach einer Regenperiode, als die Sonne schon stark auf die Küstensiedlung herunterbrannte, war es unerträglich. Ich hatte mein Zelt noch nicht einmal aus dem Kofferraum geholt, da fielen schon mehrere dieser niedlichen, kleinen Stechmücken über mich her. Dem Selbsterhaltungstrieb folgend, meldete ich mich wieder ab, und gedachte das Meer an einer anderen Stelle zu besuchen, wo nicht diese Wassertümpel, wie hier in der Camarque als Brutstätten für diese kleinen Plagegeister vorhanden waren.
Also weiter nach Osten über Arles und Marseille nach Toulon. Die hier bis an das Meer reichenden Seealpen ließen mich in Heyeres auf die Halbinsel 'Presqu'ile de Giens' nach Giens fahren. Der Campingplatz war gut versteckt, konnte sich aber meiner Suche nicht entziehen. Im Gegensatz zur Camarque war es hier wieder bedeckt, doch die Temperaturen waren angenehm.
Der Waldboden war aufgeschüttet und widerstand jeder Bemühung, die kleinen Heringe darin versenken zu wollen. So mussten wieder die Großen ran. An diesem Abend konnte ich mir in dem glücklicherweise vorhandenen Fernsehraum noch das Europameisterschaftshalbfinale Schweden gegen Deutschland ansehen. Nach dieser langen Fahrt hatte ich dann nach dem reichlichen Abendessen nur noch die Nachtruhe im Sinn.
Camping D'olbia, Presquile de Giens, 83400 La Madrague, Cote dAzur, 42,50 FFr


22.06.
Als ich um kurz vor 6 Uhr von einem Donnern geweckt wurde, stand ich schnell auf, da ich nicht vor hatte, mich von einem Regen hier festhalten zu lassen. Aber als ich gerade auf der Toilette war, prasselte es auch schon los. Schnell noch die wichtigsten Dinge für ein Frühstück aus dem Auto geholt, konnte ich wenigstens in Ruhe noch etwas schlafen.
Gegen acht hörte es zu regnen auf und ich frühstückte erst mal. Das Zelt war noch nicht ganz trocken, aber der jetzt stetige Wind leistete ganze Arbeit. Auf dem Weg zum abspülen traf ich kurz vor dem Eingang zu den Sanitäranlagen zwei junge Frauen mit Tochter an, deren schlecht befestigten Zelte durch den Wind arg gebeutelt wurden. In dem Gespräch einigten wir uns, dass ich sie rüber nach Westen mitnehmen wollte, da ich selbst hoffte, das gute Wetter vom Vortag würde sich nach wie vor dort gehalten haben. Also baute ich mein Zelt ab, so dass ich gegen 9 den beiden helfen konnte. Da der Weg nicht weit war, hatte ich reichlich Zeit, und die Tochter (5 Jahre) machte mir viel Spaß. Bis 11.00 Uhr waren wir startbereit, und nach der Bezahlung der Gebühr für die vergangene Nacht konnten wir starten. Sie tankten erst mal an der nächsten Tankstelle voll.
So ging es dann durch Toulon und Marseille nach Fos. Hier, am Beginn der Camarque zeichnete sich ab, dass auch weiter im Westen das Wetter nicht besser werden würde. So wurde bei einem Imbiss beschlossen, wieder Richtung Toulon zu fahren. Die beiden fuhren auf Grund ihres etwas langsamen Autos (R4) direkt, während ich mich noch etwas umschauend an der Küste entlang tastete. Hier, an den letzten Ausläufern der Seealpen, gab es trotz der nahen Industrie noch schöne Campingplätze. Aber die letzten zwei Tage meines Zelturlaubes wollte ich nicht unbedingt wieder auf fremden Boden verbringen. So entschloss ich mich auch wieder auf die Halbinsel von Giens zu fahren.
Schon durch Marseille hatte ich die beiden eingeholt. Nach kurzer Absprache in Parallelfahrt eilte ich weiter voraus, um die gewonnene Zeit für einen ausgiebigen Einkauf zu nutzen. Zurück am Zeltplatz sah mich der Campingplatzbesitzer verwundert an, dem ich ohne viele Worte meinen Ausweis gab und andeutete, dass es weiter im Westen auch nicht besseres Wetter hatte. Das Zelt war schnell wieder aufgestellt, da meine alte Übernachtungsstelle noch nicht neu belegt war. Dann bereitete ich alles für ein angenehmes und umfangreiches Abendessen zu viert vor.
Ich war gerade aus der Dusche zurück, als die kleine Reisegruppe eintraf. So wurde vor der nicht zu vermeidenden Arbeit mit den Zelten erst einmal für das körperliche Wohl gesorgt. So zu viert war es viel angenehmer zu Essen, als die ganze Zeit über als Einzelperson. Nach diesem Mahl half ich ihnen, die Zelte aufzubauen, was mit den mit zu Verfügung stehenden zusätzlichen Heringen schnell geschafft war. Während sie sich umzogen und duschten, konnte ich mit das Spiel Holland-Dänemark im Fernsehraum ansehen. Danach verbrachten wir gemeinsam den Abend bei viel Unterhaltung um die Gasbeleuchtung herum. Der Wind hatte sich bis jetzt noch nicht beruhigt.
Camping deOlbia, (s.o.)


23.06.
Die Helligkeit jagte mich gegen 7 aus dem Schlafsack. Der Wind hatte sich hier innerhalb der Bäume gänzlich beruhigt, so dass ich ein gemütliches Frühstück einnehmen konnte. Gegen 10.00 Uhr konnte ich es wagen, zum Strand zu gehen, da die Sonne jetzt die Oberhand gewonnen hatte. Die gerade erwachenden Damen wollten nach dem Essen nachkommen. Der Strand war keine 5 Minuten weit. Zwischen in das Meer ragenden Felsklippen hatte sich hier ein etwas 50 Meter breiter Strand gebildet. nach einem, auch durch das kalte Wasser nicht zu vermeidenden Bad im Salzwasser, reichte die Sonne gerade so zum aufwärmen aus. Das Wasser war hier herrlich klar, so dass ich beim Schwimmen immer den sich unter mir befindenden Boden mit Fischen, Pflanzen und Felsformen beobachten konnte.
Gegen Zwölf, als es langsam mehr als angenehm Warm wurde, kamen die "Drei vom Zeltplatz". Endlich hatte ich eine Begründung, um noch in meinem Alter im Sand zu spielen. So entstand unter sachkundiger Anleitung der Kleinen eine Wanne, in der sie sich dann im erheblich wärmeren Wasser baden konnte. So erlebte ich einen abwechslungsreichen Nachmittag. Hier zog ich mir beim Toben mit der Kleinen meine einzige Verletzung während des gesamten Urlaubs zu. So konnte die Kleine wenigstens die mitgenommenen Pflaster ausprobieren.
Eine Tauchergruppe, die sich hier auf die Ausbildung vorbereitete, verbreitete für etwa eine halbe Stunde eine ungewohnte Unruhe. Als das Landungsboot endlich wieder rausgefahren war. kehrte aber wieder eine beschauliche Ruhe ein. Bis auf eine Gruppe von mehreren italienischen Familien war der Strand angenehm leer. Am Abend zahlte ich die fällige Gebühr bis zum nächsten Morgen, da ich bis zum nächsten Abend wieder in Starnberg sein musste. Nach einem abermals reichlichen Abendessen, damit die Vorräte verbraucht würden, ging ich sehr früh ins Bett. Ich hatte ja wieder eine anstrengende Tour vor mir.
Camping deOlbia, (s.o.)


24.06.
Mit dem Wecker hatte ich mich um 6.00 Uhr aus dem Schlaf reißen lassen. Nach dem noch am Abend vorbereiteten Frühstück hatte ich bis vor Sieben alles reisefertig verpackt. Während ich mich wusch, donnerte es wieder, und ein leichter Regen drang durch die Bäume hindurch. Doch ich hatte schon alles verpackt und startete nun zu meiner letzten gossen Fahrt.
Über Hyeres, St. Tropez, Ste. Maxime, Freius, St. Raphael, Cannes und Antibes ging es entlang der hier sehr exklusiven Küste nach Nizza. Hier tobte schon ein schweres Gewitter. Während die Blitze teilweise in die umliegenden Häuser einschlugen und mir trotz des gut gedämpften Wagens fast die Trommelfelle davonflogen, fand ich die nötige Tankstelle mit einem äußerst günstigen Preis. So verlies ich das Auto auf der Beifahrerseite, weil auf der Überdachung der Tankstelle die niederrauschenden Wassermassen nicht mehr vom Abfluss aufgenommen werden konnten und sich direkt neben meinem Wagen ergossen. Einigermassen Trocken musste ich nun zum Zahlen, doch der Kassier befand sich in einer kleinen Hütte außerhalb der Reichweite des Daches. Bis ich das Wechselgeld erhalten hatte, war ich hoffnungslos durchnässt. Die nebenan schon tankende junge Frau lachte noch, hatte aber dieses nette Spiel noch vor sich.
Weiter, schon durch stehende Wassermassen auf der Straße fahrend, ging es auf die Nizza umgehende Autobahn. Als ich aber die mir als sachkundiger schon bekannte Ausfahrt nehmen wollte, wurde ich durch Polizei weiter gewunken. Die Unterführung war überflutet. Erst weitere vier Ausfahrten später konnte ich die Autobahn verlassen, auch wenn die hier vorhandene Posten der Polizei mit einer Handbewegung andeutete, dass es auch hier nicht ohne Probleme gehen würde. Der Regen war mittlerweile so stark geworden, dass ich trotz schnellster Wischstufe Schwierigkeiten bekam, die Straße zu erkennen. Mehrere Fahrzeuge waren inzwischen wegen der schlechten Sicht oder Ausfall durch Wasser stehen geblieben. So musste ich öfters ausweichen, doch der BMW hielt sich hervorragend. Also die Ausfahrt nehmend, durfte ich meinem Wagen noch etwas mehr abverlangen. Die Feuchtigkeit innerhalb des Autos zwang mich schon zur höchsten Lüftungsstufe um die angelaufenen Scheiben frei zu bekommen, wobei mir immer wieder Wassertropfen aus den Düsen entgegengeschossen kamen. Die Unterführung war auch überflutet, doch an den seitlichen Leitpfosten konnte ich auf eine Wasserhöhe von etwa 15-20 cm schließen. Die anderen Fahrzeuge versuchten über die Bordsteinkante auf die gegenüberliegende, höhere Fahrbahn zu kommen, was aber dem Fahrzeugboden nicht gut bekommen sollte, da diese Kanten ungewöhnlich hoch waren. Sie ragten sogar noch aus dem Wasser. So legte ich den ersten Gang ein und fuhr, eine Wasserwelle vor mir herschiebend, durch die Fluten. Der Auspuff blubberte schon verdächtig, aber mit steigender Geschwindigkeit verließ ich die ungewöhnliche Situation. Jetzt konnte ich mich erst mal in ruhiger Fahrt dem Dampf im Inneren des Fahrzeuges widmen, der mit voller Heizleistung wieder aus dem Inneren verbannt wurde. Glücklicherweise fand ich trotz der weiterhin fast unmöglichen Sicht die gesuchte Straße nach Norden in die Berge. Auch hier versperrten liegengebliebene Fahrzeuge oder genervte Fahrer die Fahrbahn, so dass ich weiterhin im Zick-Zack-Kurs, teilweise über die Gegenfahrbahn, weiter musste. Schon aus dem Stadtbereich heraus, überquerten aus einer erd- und steinverarbeitenden Fabrik braun gefärbtes Wasserströme die Fahrbahn. Der entgegenkommende LKW nahm mir hier kurzfristig jede Sicht.
Weiter wurde es dann endlich ruhiger. Der Regen nahm wieder normale Ausmaße an, und ich machte mich schleunigst davon. Innerhalb der Berge, die jetzt stetig höher wurden, konnte ich in einer Felsunterführung endlich die durch das viele Wasser arg inspirierte Blase entleeren. Dabei krachte der Donner nach wie vor herunter und warf sich in vielen Echos hin und her. Das ich dabei nicht ruhig pinkeln konnte und arg zusammen zuckte, lies mich über mich selbst lachen.
Weiter die N202 nahm ich bei Touet dann die D28 über den Col-de-Valberg mit 1829 Metern. Hinter mir konnte ich die dunklen, drohenden Wolken des gerade verlassenen Unwetters erkennen, die langsam die Berge hochstiegen.
Nun steuerte ich den Col-de-la-Cayolle an, den ich bisher noch nicht befahren hatte. Auf dem 2326 Meter hohen Pass lag noch frischer Neuschnee, der aber schon wieder zusammenschrumpfte. Es reichte aber, mich nach einer Brotzeit, es war schon gegen 12.00 Uhr, schnell weiter zu treiben. Ich wollte nicht mit noch mehr Schnee konfrontiert werden.
Im Tal erreichte ich Barcelonette, welches ich auch schon vem letzten Urlaub kannte. Über den Col-de-Vars (2109 M) ging es nun nach Guillestre. In Chateau-Queytras verließ ich die Route nach Norden, um einen erst kürzlich im Atlas entdeckten Pass anzufahren. Der Col-Agnel mit seinen 2744 Metern verband Frankreich mit Italien und war von einer neuen, tadellos zu befahrenden Teerdecke überzogen. Die letzten Meter musste ich jetzt im Schnee fahren. Sommerreifen und ein für mich noch etwas ungewohnter Heckantrieb machten die Fahrt zu einem besonderen Vergnügen, da ich die Reaktion des Wagens auf Glätte noch nicht kannte, doch wollte ich mir meinen vierthöchsten gefahrenen Pass nicht von der Witterung nehmen lassen. Oben angekommen, konnte ich ohne Kontrolle italienisches Territorium betreten, da sich die Grenzstation weiter unten auf der anderen Seite das Passes befand. Wahrscheinlich konnten die Zöllner so leichter die Übersicht über tatsächlich durchfahrende Fahrzeuge wahren.
Die gleiche Straße wieder zurück und über den Col d'Izoard (2360 M) kam ich nach Briancon. Hier fand ich auch den 1991 genutzten Campingplatz mit der engen Durchfahrt wieder. Nun überquerte ich auf dem Montgenevre (850 M) entgültig die italienische Grenze, um nach Sestriere zu fahren. Die Anfahrt hier ist gemäß dem Atlas mit seinen 25% Steigung die schwerste der üblicherweise befahrbaren Alpenpässe. Mehr als der zweite Gang war da auch nicht drin.
Sestriere lag an sich schon weiter oben, aber noch weiter in den Bergen gab es eine besondere Kombination von Pässen, die ich zu überqueren gedachte. Die Straße gefunden, musste ich erkennen, dass die Bezeichnung 'Testa ...' seine Begründung hatte. Die Straße war nicht befestigt und glich eher einem Ackerweg. Nun, versuchen konnte ich es, da der mir schon bekannte Umbrailpass auch nur jedes Frühjahr aus dem Schotter der Berge gewalzt wurde, ohne dass ich damals Probleme bei der Überquerung gehabt hätte. Dieser Weg gestaltete sich aber um einiges schwieriger, da der lehmige Boden durch den Regen stark nachgab. Schon ein Stück hinauf, kam mir ein Geländewagen mit einem erstaunten, aber grinsenden Fahrer entgegen. Später erfuhr ich, ein paar Kurven weiter, warum er so unverschämt griente. Schlammlöcher! Nun gut, ich hatte für alle Fälle einen Spaten dabei, und könnte mich notfalls selbst befreien.
Hindurch war ich dann doch etwas verschwitzt. Oben auf dem ersten Pass, konnte ich die weitere Strecke überblicken, was mich dann doch zur Umkehr leiten ließ. Mein Wagen sah inzwischen mehr nach einer Ralley Paris-Dakar aus, doch zurück musste ich die gleichen Löcher wohl noch einmal durchqueren. Immerhin hatte ich einen weiteren Paß, den 2424 Meter hohen Col Basset, erklommen. Zudem musste ich unbedingt einen Bekannten über diese Straße informieren, der sicherlich mit mir zusammen diese ungewöhnliche Überquerung der Passkette wagen würde. Mit etwas mehr Zeit und Ausrüstung musste das sicherlich auch mit üblichen Straßenfahrzeugen möglich sein.

Ja wo sind den die letzten 2 Seiten? - ... ... wird weiter vervollständigt ...

Ergänzung vom 16.08.2002 !
Dort erreichte mich folgende Email:
Subject: urlaub 1992 la cigale ares
"hi du da im internet,
waren ziemlich überrascht von unserem urlaub hier im net auf deiner seite zu lesen *grins* ( gefunden über google stichwort la cigale bei unserer diesjährigen urlaubsplanung) und an jemanden mit laptop im urlaub 1992 kann man sich immer erinnern.
kurz gesagt : wir gehen mal davon aus , dass wir das damals noch junge und kinderlose paar sind ( heute immer noch kindisch aber nicht mehr kinderlos und über alter schweigt man sich aus.
wäre schön wieder was von dir zu hören ( wie du siehst sind wir inzwischen auch etwas fortschrittlicher geworden, nehmen den pc nicht mit in den urlaub haben aber immerhin einen bzw sogar 2 zu hause stehen *fg*)
gruß Jörg und Tina"



Einige Aufnahmen - Momente aus dem Jahr ...

Wenn ich schon mal oben auf einem Pass bin, muss auch mal was probiert werden. Also Schuhe aus und auf dem Firn (schon etwas von der Sonne aufgeweicht) Barfuß 'Ski'-fahren! Das geht - probiert es mal aus!


Stand: 02.10.2001

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