Thomas Wiegand's Urlaubserinnerungen 1998 in Italien am Vulkan Ätna


Italien - Sizilien - Nikolosi (Ätna)

vom 05.-18.04.1998

Da wollte ich eigentlich zum Gardasee. Nachdem es dort aber regnete, fuhr ich so lange weiter, bis ich Sonne und Wärme hatte. Um Rom herum wurde es schon besser, und bei Neapel konnte ich trotz der noch tief hängenden Wolken eine Rast ganz in der Nähe vom Vesuv machen. Ich konnte sogar die Skilifte erkennen. Auf dem weiteren Weg ging es durch das südliche Italien auf einer mautfreien Autobahn, die durch teilweise menschenleere Bergregionen führte. Hier wurde die Strecke doch sehr eintönig, wenn es nicht ständig vom Tal wieder hinauf in die Berge gehen würde, wodurch ich immer wieder einen schönen Blick auf das nahe Meer werfen konnte. Am Ende der Autobahn (na ja, nicht ganz ...) wartete eine Fähre. So war ich auf Sizilien.
Laufen und Radfahren (Ätna-Runde 125 Km), sowie mehrere Wanderungen auf und um den Ätna waren tagsüber genug Tätigkeit, um am Abend bald schlafen gehen zu können.
Gleich am ersten Tag begegnete ich einem Ungarn der gerade vom Gipfel (neuer Vulkan) kam. Er war total begeistert und so ging er noch mal hinauf um mir den Weg zu zeigen. Der Sturm riss an unserer Kleidung und ständig hatten wir Asche in den Augen. Im jungen Neben-Krater oben befanden sich 2 weitere, ineinander liegende Krater, so dass wir erst durch die älteren erkalteten Randgebiete von aufgeschobener, scharfkantiger Lava mussten. Zwischen den Lavabögen war es zwar weniger windig, jedoch wurde es gleich unerträglich heiß. Die Videoaufnahmen direkt am Krater sind total aufregend gewesen und zeigen heute noch das ängstliche Zittern, wenn der Ätna wieder unter lauten Pfeifen und tosen Lava ausspuckte. Der Ätna pustete zu dieser Zeit im Abstand von 5-10 Sekunden mal mehr, mal weniger Schlacke aus seinem 3.300 Meter hohen Seitenkrater. Höhepunkt dieses Urlaubes war der Aufenthalt bis 21 Uhr am Hauptkrater, etwa in gleicher Höhe des Nebenkratergipfels. In der Dunkelheit sahen die Auswürfe wie am Boden gestartete Silvesterraketen aus. Bis zu 150 Meter hoch flogen die noch hellgelb glühenden Brocken! Gut das der Wind sehr stark war, und so deswegen keine direkte Gefahr für mich bestand. Andere Beobachter am kleinen Krater mussten jedoch regelmäßig ausweichen, um von den herabfallenden Brocken nicht erschlagen zu werden. Bis zum Einbruch der Dunkelheit zählte ich insgesamt 7 weitere Abenteurer am kleinen Vulkan-Gipfel.
Vom Zeltplatz in Nikolosi aus hatte ich auch zwei interessante Möglichkeiten gefunden, mich auf dem Fahrrad fortzubewegen. Zum einen konnte ich die 12 Kilometer lange Bergstrasse zur 2000 Meter hoch gelegenen Station fahren. Oben waren große Parkplätze für die Touristen und natürlich viele kleine Souvenirläden. Von hier aus fuhr auch die Gondel zur Bergstation auf 2500 Meter, wo man dann auf die Geländewagen bis auf 3000 Meter umsteigen kann. Für die Fahrt mit dem Fahrrad zur Station auf 2000 Meter benötigte ich von dem auf 800 Meter gelegenen Campingplatz ca. 2 Stunden. Teilweise musste ich absteigen, weil ich keine geeignete Übersetzung mehr hatte oder einfach die Beine versagten. Nach einer heißen Schokolade und Bananen ging es dann in rasender Fahrt (teilweise über 70 km/h !) wieder runter.
Die andere Möglichkeit war eben eine Fahrt rund um den Ätna. Die Straße war gut gebaut, und führte nur an der Ostseite durch 4 größere Ortschaften. Sonst hatte ich freie Fahrt und wegen einer durchschnittlichen Höhe von ca. 1000 Meter auch immer eine gute Sicht auf die weitre Umgebung. Abwechslungsreich wurde die Fahrt zudem durch Lavafelder, Pinienwälder und Obstplantagen. Auch schöne Rastplätze gibt es hier und dort. Zudem gibt es immer wieder lange Aufstiege und Abfahrten, so dass die Runde nicht eintönig wird.
Weiterhin ist auch kulturell einiges zu sehen:
In der näheren Umgebung mit den Ortschaften Nikolosi und ? kann man dem alltäglichen Leben der Sizilianer von großen, belebten Plätzen aus zusehen. Aus Lava erbaute Kirchen und Prachtbauen laden immer wieder zum verweilen ein, so dass der Körper die notwendige Ruhe auch angenehm empfindet. Etwas weiter liegt Catania (25 km), dortige Hauptstadt und Zentrum, welches auch schon von der Lava heimgesucht wurde und die Stadt zur Hälfte verschüttete. Weiterhin lohnt sich ein Besuch in Taormina und Siracusa. Das Landesinnere wirkt eher ärmlich, ist aber wegen der Obstplantagen und der "ackerbauschonenden" Bauweise der Orte auch einen Besuch wert.
Die Abende verbrachte ich oft in Nikolosi, wo eine kleine Kunsteisbahn viele Menschen anzog. Zu moderner Musik ist Eislaufen auch nach einer anstrengenden Bergwanderung oder Radfahrt doch wieder schön. Vor allem zu Ostern war ich dann von der tiefen Gläubigkeit und der Geselligkeit bei dem Osterpicknick überrascht. Wegen der dichten Besiedlung zum Meer hin, ist der ganze Hang am Ätna überseht mit grillenden und feiernden Sizilianern. Wo nur genug Platz ist, lassen sich die Großfamilien nieder und genießen einen Tag in der Natur.
Diesen Blick kennt jeder, der die Serpentinen von Nikolosi zur Bergstation gefahren ist! Am meisten habe ich die beiden Kinder einer Familie bewundert, die mit uns einen anderen Tag oben auf dem Hauptkrater (ca. 3300 Meter) waren. Schon beim Aufstieg zeigte sich das Wetter von seiner unangenehmsten Seite. Sturm, Kälte und Wolkenfetzen machten den mühsamen Weg an der windzugewandten Seite sehr schwierig. Oben fand ich eine schon mit größeren Steinen geschützten Stelle, an der heißer Wasserdampf heraustrat. Dort setzten wir uns im Halbkreis mit dem Rücken zum Wind und spannten eine Plane von unseren Hintern bis weit über die Köpfe. Durch den Windschutz und die Wärme aus dem Boden wurde es erträglich und sogar die schon gefrorenen Getränke wurden zu einem angenehmen heißen Getränk. Die Sicht war durch die Wolken auf etwa 10 Meter begrenzt, so dass ich auf allen Vieren die nähere Umgebung absuchte. Der Krater mit seinem riesigen Loch (300 Meter und gut über 100 Meter tief) tauchte unvermittelt vor mir auf. Sehen konnte ich nichts und daher auch zu gefährlich. So gingen wir bald wieder zurück zur Bergstation. Dort angekommen mussten wir uns von dem Eis befreien, welches sich überall an hervorstehenden Teilen unserer Kleidung gebildet hatte. 2 Tage später konnte ich an der selben Stelle bei gutem Wetter endlich schöne Aufnahmen machen.
Mehr zu Nikolosi und dem Ätna auch 1999.
Livecam Ätna, dort sind auch Aufnahmen, die meinen ziemlich genau entsprechen !


Frankreich - Seealpen/Embrun (Stausee) Serre-Poncon - Hautes Alpes

vom 18.07.-15.08.1998

Dies war ein reiner Surfurlaub oder Sporturlaub. - Anfangs war ich mir nicht so recht sicher, wo ich den Urlaub verbringen sollte. Ich liebe Berge in Sichtweite und auch Wasser und die Sonne. In Südfrankreich gibt es das alles, ob nun in Hyres bei Toulon oder eben an den beiden Seen in den französischen Seealpen (Besancon oder Moustiers). Bei der Anfahrt gehört zu jedem Urlaub immer eine Fahrt über die auf der Strecke liegenden Alpenpässe. Zum einen ist das absolut faszinierend und erspart mir die Fahrt auf den Mautautobahnen, die ohnehin von den Urlaubern überfüllt sind und auch keine Augenweide darstellen. Wahrscheinlich waren es die Erinnerungen an den Urlaub von 1989, die mich dann schließlich an den See gerufen haben.
Der Zeltplatz liegt am Nordufer ca. in der Mitte der Längsachse ganz in der Nähe der überfluteten Gemeinde, die mit einer kleinen Kapelle auf einer Insel im See in Erinnerung bleibt. Zum Zeltplatz gehört noch ein Swimmingpool, ein Restaurant und auch Chales (kleine Holzhütten), eine kleine Spielhalle, die des Abends als Disco genutzt wird und einem Bootssteg, an dem die mitgebrachten Boote festgemacht werden können. Der Strand hatte eine begrünte Liegewiese und in den See hinein war vor der Befüllung des Stausees noch eine Teerdecke gezogen, die es enorm einfach macht, ohne Steine zum Schwimmen zu gehen. Der Zeltplatz ist im alten Teil mehr Grün, was aber im Allgemeinen auszuhalten ist. Die Sicht ist auch erwähnenswert, da gegenüber ein schöner Berg liegt und auch der See von Zeltplatz aus gut eingesehen werden kann. Um den See herum gibt es wunderbare Wandergebiete, die bis in die Schneeregion heranreichen und eine Murmeltieraufzuchtstation, auf der die putzigen, kleinen Nager auf Zaunnähe beobachtet werden können. Dabei ist auch ein allgemeiner Natur- und Geschichtslehrpfad. Zwei Städte im Westen und Osten ermöglichen auch andere Vergnügungen wie zum Beispiel Schoppen.
So hatte ich genug Möglichkeiten mich abwechslungsreich und angenehm zu beschäftigen. So stellt sich bald ein einfacher Rhythmus ein. Einen Tag fuhr ich mit dem Fahrrad um den See herum. Diese Strecke führte mich über 75 km und bewegte sich zwischen 600 und 1200 Metern. So war die Strasse teilweise am Steilhang angelegt und führte durch lange und kurze Tunnels (2+4) und das Tal hinter dem Stausee auf die andere Seite des Sees. Hier war es weniger besiedelt, dafür thronte eine Ortschaft weit oben auf einem Bergplateau, die auch fast erklommen werden musste. Kurz vorher jedoch ging es wieder Bergab in kleine schmale Täler, wobei ich teilweise bis zu 60 km/h fahren konnte und die Wohnwagengespanne einfach überholte. Direkt an der Murmeltieraufzuchtstation vorbei, die sich unweit der "Hüte der Frauen", durch Steinplatten stehen gebliebenen Sandsteinsäulen befand, ging es jetzt stetig wieder abwärts zum See, um auf der großen Brücke wieder über den See zum Zeltplatz fahren zu können. (Zeit: ca. 3 h)
Den anderen Tag fuhr ich mit dem Auto zu den ausgewiesenen Parkplätzen für Wanderungen. Die Natur schonend hielt ich auf dem ersten Parkplatz, der sich am Fuße eines Berges befand und wo auch die befestigten Wege endeten. Nach ca. 1 Stunde Marsch erreicht ich dann immer die Parkplätze, die die Franzosen nutzten. Diese waren zwar nur auf Waldwegen zu erreichen, aber die Franzosen scheinen nicht unbedingt gerne zu Laufen. Ich jagte meist in hohem Tempo hinauf, um erstens die Stille zu genießen, die ich vor den Massen noch genießen konnte, und zweitens schon vor der Mittagshitze die anstrengendsten Aufstiege hinter mir zu haben. Neben vielen wildlebenden Murmeltieren und auch Gämsen war auch die Natur selbst mit kleinen Bergseen und schönen Wasserfällen ein Erlebnis. Einen Tag traf ich eine vierköpfige französische Familie auf einem der ersten Aussichtspunkte. Der Vater legte dann aber sein Fernglas in meinen Rucksack, was ich erst 3 Gipfel weiter bemerkte. Da ich aber deren weiteren Weg kannte, ging ich in die Hochebene und konnte die Familie auch gerade beim Mittagessen auffinden. Diese waren höchst erstaunt über meine Ehrlichkeit und sofort war ich zum Essen eingeladen. Wahnsinn: Hühnchen gebraten, Weißbrot, Brot, Käse, Wurst und Marmelade, Wasser und Pastise sowie Salat und Obst. Da erntete ich natürlich einen Lacher, als ich meine Wurstsemmeln, die Bananen und Wasser herausholte. Ein super Tag !
Ja und der dritte Tag wurde mit einem Lauf in den Hang hinter die Berge gestartet. Das war zwar enorm schwierig, dafür war ich auch schnell wieder zurück, denn egal welchen Ausflug ich immer unternahm, ich musste bis ca. 3 Uhr an Nachmittag wieder am See sein. Termine im Urlaub? Nein, nicht doch, aber um diese Zeit wurde der Wind am See immer stärker und somit lohnte es sich, das Windsurfbrett runter an den Strand zu bringen und das Segel aufzuspannen. Dann konnte ich mich ausruhen und in der warmen Sonne liegen. Dann aber, irgendwann am Nachmittag, ging es endlich los. Raus, im Neoprenanzug (kurz), und dann endlich wieder Surfen. Anfangs hatte ich noch viele Probleme, sicher im Wind zu fahren, aber ohne Zeitdruck ging es zusehends immer besser. Die Hitze war kein Problem, da ich unfreiwillig öfters ins Wasser fiel und so alles wieder kühl wurde. Aber ein paar Tage später musste ich schon eine Kappe mitnehmen, die mich vor der Sonne schützte. Auch zog ich den Neoprenanzug nur noch halb hoch, da es schon unangenehm warm wurde bis ich mal wieder 'wasserte'. Im Laufe der Zeit kam es auch immer wieder zu gemeinsamen Ausfahrten mit Jack oder seiner Tocher Marie. Sogar lustige Wettkämpfe entwickelten sich, die schon zu fast unglaubliche Szenen am Strand führten. Marie sagte dann immer: "Das ist nicht mein Vater!"
Auch ein super Erlebnis war der Tandemsprung an einem Gleitschirm. Mein 'Pilot' war Soldat der französischen Armee, so dass wir uns schnell verstanden. Daher waren wir bei dem etwas schlechten Windverhältnissen auch die Letzten am Start. Er half den anderen Paaren beim Start, während ich das Segel unseres Schirmes am Boden hielt. Dann meinte er, wenn er 'Laufen' sagt, müsste ich laufen, bis ich fliege! Nun den das tat, äh vielmehr versuchte ich dann auch. Aber gegen den Wind, ihn schon hinter und über mir am Schirm war das total schwer. Aber ich kam vorwärts und die Kante kam immer näher und - upps waren wir in der Luft. Wahnsinn! Völlig still mit ein bisschen Pfeifen der Schnüre zum Schirm, schwebten wir über den Wald, der immer noch angenehm warme Luft aufsteigen lies. Es war einfach zum träumen!
Nachdem ich vor 9 Jahren zum ersten mal Wasserskifahren war, wollte ich natürlich auch dieses Jahr wieder austesten, ob ich das wieder kann. Und ob ich noch konnte. Wasserstart, und los. Die ganze Fahrt nicht gefallen und auch die Wellen des Bootes zum Queren genutzt. Holla, da kommt ja richtig Tempo zusammen! Aber so ganz sicher war ich mir da dann doch nicht und lies es bei den 'normalen' Querungen.
Am Abend wurde ich dann öfters bei der französischen Familie zum Kartenspiel eingeladen. Auf Grund meiner nie erlernten Französischkenntnisse wurde meine Spielbeteiligung immer sehr 'anstrengend', da ich das Spiel ja eben in Französisch mitmachen sollte. Junge, Junge hab ich gerechnet und dann übersetzt. Aber - super schöne Abende. Sonst war ich manchmal in den Nachbarstädten unterwegs und gönnte mir dann doch mal ein Eis, oder lag in der Dunkelheit auf dem Bootssteg, lies mich sanft von den Wellen schaukeln und staunte über den so klaren Sternenhimmel der mich immer mit vielen Sternschnuppen belohnte.
Einen Abend werde ich auch nie vergessen. Der Tag begann völlig normal mit Sonne. Ich hatte mit Marie ihren Bruder vom Bahnhof abgeholt. Auf dem Rückweg war ein Gewitter im Anzug, so dass ich sofort mit dem Surfbrett zum Strand ging und solange surfen wollte, bis die Lage (Blitzeinschlag) dann doch zu gefährlich werden würde. Wir waren gerade mal 3 Surfer, aber nicht wegen dem Gewitter, sondern wegen dem Sturm! Man selbst das zusammenstellen des Segels war ohne Mithilfe der anderen Gäste nicht möglich. Ich überlegte noch fast 30 Minuten, bis ich mich zu einer Fahrt über den See entschlossen hatte. Man ging das ab. Ich sprang förmlich über die Wellen und konnte das Segel (7,5 qm) nur mit Mühe halten. Drüben am Ufer hatte ich glücklicherweise eine Bucht, in der ich Wenden konnte. Na ja, fallen und wieder neu ansetzen ist richtiger gesagt. Zurück ging es genau so schnell und kurz vor dem Strand lies ich mich erschöpft ins Wasser fallen. Meine Arme schmerzten vor Überlastung und so wartete ich ab, um noch einmal zu diesem Wahnsinnsritt zu starten. Dieser verlief genau so wie der vorherige und auch die Wende in der Bucht wurde schon zur Quälerei. Zurück musste ich den Baum schon mit der Beuge der Arme festhalten so erschöpft war ich schon. Am Strand des Zeltplatzes passierte mir das peinlichste meines Urlaubes. Ich konnte nicht mehr rechtzeitig abbremsen und fuhr mit hoher Geschwindigkeit den geteerten Strand hinauf. Wow, das war ne Schau! So habe ich fast 2 cm meiner Finne abgesäbelt. Aber die verbliebenen Campinggäste griffen sofort beherzt zu, und halfen mir das Brett sicher zu verstauen. Das Segel band ich an einen Baum fest. Oh Mann, war das jetzt ein Sturm! Dann erst sah ich den Schaden, den der Sturm auf dem Campingplatz anrichtete. Sofort halfen wir Surfer den Gästen, ihre Zelte tiefer zu stellen, damit nicht auch der Rest zerfetzt wurde. Wir hingen zu 4 oder 6 am Zelt und hielten es auf dem Boden fest, bis die Stangen raus waren, damit sich die Besitzer darauf legen konnten. Auf diese Weise halfen wir gut einem Duzend Campern. Bei vielen konnten wir nur noch die Ausstattung zusammen sammeln und sicher einpacken. Auch ein Beinbruch musste versorgt werden, von den vielen Schrammen ganz zu schweigen. Dann wurden wir vom See aus zu Hilfe gerufen. Der See hatte einen solchen Wellengang entwickelt, das der Landungssteg zerriss und die Boote wiederum auf den Steg geworfen wurden. Also gingen wir in unseren Neonprenanzügen ins Wasser und zogen eine Leine zu einer weiter im See verlaufenden Kette am Grund. Erst runtertauchen, einfädeln und dann bei einem neuen Tauchgang das jeweilige Boot Stück für Stück heranziehen. Das war nicht einfach, den ich wechselte von Rumpfhöhe mit den Wellen bis hinauf zum Bootsdeck. Bei einer weiteren Aktion auf dem Steg wurde mein Bein zwischen zwei Booten eingeklemmt. Heia, ich war mir sicher, dass ich jetzt einen Beinbruch haben würde, aber ich hatte geradezu unwahrscheinliches Glück. Noch ein Boot vom tanzenden Steg geschoben und 3 weitere auf den Strand gezogen, war ich völlig erschöpft und fror furchtbar. Zurück hatte sich der Wind ja beruhigt, so dass ich bei meiner französischer Familie einen heißen Tee bekam. Ach ja, mein Zelt hatte ich während dieser zeit auch mal gesehen! Das Kuppelzelt mit 3 flexiblen Stangen (2,1 * 2,2 Meter) wurde während der Böen völlig auf den Boden gedrückt. Nicht einmal liegend hätte ich dort noch Platz gehabt. Aber es hielt und alles wichtige befand sich ja im Auto. Also konnte ich sorglos den anderen helfen.
An den folgenden Tagen wurden wir häufig von den Bootsbesitzern zum Essen eingeladen, denen klar war, das wir einen erheblichen Teil zur Sicherheit Ihrer Werte beigetragen hatten. Andere 3 Familien mussten wegen völlig zerstörten Zelt abreisen und ein Beinbruch verdarb einer weiteren Familie den Urlaub.
Ja, aber auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende. Aber vorher habe ich noch weitere französische Bekannte in Saalon de Provonce besucht, die ich vorher auf dem Campingplatz kennen gelernt hatte. Die beiden waren neben mir gelandet, so dass ich ihnen beim Aufbau gemütlich zusehen konnte. Aber sie hatten den Urlaub so kurzfristig angegangen, dass die Hälfte fehlte. Klammern, Zeltheringe und Wäscheleine konnte ich zur Verfügung stellen - und schon hatten wir einen guten Draht zueinander gefunden. So wurde ich ein Wochenende eingeladen und lernte so weitere Sehenswürdigkeiten in Südfrankreich um Salon de Provonce kennen.
Die Rückfahrt führte mich natürlich wieder über die Alpenpässe in Frankreich und der Schweiz ...
andere Berichte zur Umgebung:
Radtour ...
hier ein paar andere Infos zum Urlaubsgebiet: Embrun, und das Wetter dazu,

Abenteuer aus 1998

Berggipfel haben bei klarem Himmel und schönem Schnee etwas Wunderbaren! Diese weite Sicht und diese klare Luft, Sonnenschein und - wenn man Glück hat - auch eine abnormale Ruhe, wie sie nur hier oben zu finden ist.
Hier waren wir durch das Pitztal auf dem Hinteren Brunnenkogel. Eine Fahrt mit einer Tunnelbergbahn (so wie in Kaprun) und oben dann noch mal ein Stück mit einer Kabinenbahn. Dann ist man auf 3.300 Meter. Dünne Luft und Schnee, Schnee und noch mal Schnee. Weiter unten - am Ende der Tunnelbahn - kann man aber wunderbar auch im Schnee toben - ohne Gefahr... (im Hintergrund neben meiner Mutter die Wildspitze 3.768 M)

Das ist eine andere Seite des im Schnee toben und im Winter auf die Berge. So können dann die Bundesstrassen und Autobahnen aussehen, wenn es so richtig stürmt. Dichtes Schneetreiben von oben und Schneewehen von der Seite. Da wird bei der alles vorherrschenden weißen Pracht die Suche nach der Strasse eher wie das Fahren in einer Bobbahn - links und rechts ist der Schnee halt höher als auf der Fahrbahn. Aber mit Schneeketten, Schlafsack, ein bisschen zum Essen und Trinken - und vor allem ZEIT kommt man auch da durch.


Stand: 02.10.2001

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