Thomas Wiegand's Urlaubserinnerungen 2000 in Italien am Vulkan Ätna


Italien - Sizilien - Nikolosi (Ätna) vom 29.03. - 02.04.2000
Blick von alter Skiliftstation (3000m) auf neuen Nebenkrater (3300m) Die Nachrichten berichteten über den Ausbruch des Ätna - also musste ich hin. Dienstag Abend ging es von Hannover nach München und am nächsten Morgen nach Sizilien. In Nicolosi angekommen, es war schon dunkel, schenkte uns der Ätna mit einer ca. 150 - 200 m hohen Lavasäule einen brillanten Willkommensgruß. Am darauffolgenden Morgen ging es dann per Geländetaxi hinauf. Der Ätna hatte sich beruhigt und nur die erkaltete, erstarrte Lava erwartete uns. Strahlender Sonnenschein und knapp 17°C wurden nur vom starken Wind beeinträchtigt. Die frische Asche lag auf ca. 2 m Schnee. Es sah aus wie Tiramisu. Ein Lavastrom wie im Vorjahr war leider nicht tätig, bzw. das mutete ich meiner 54-jährigen Mutter nicht zu. Die 3000m Höhe und die sehr schlecht zu gehenden Lavafelder waren schon genug. Weitere Besichtigungen der umliegenden Seitenvulcane, Taormina und Catania sowie Mascalusia schlossen den Kurzaufenthalt ab.
Blick an suedlicher Abbruchkante (2800m) Richtung Osten bei Sturm! Auf der Rückfahrt besichtigten wir noch Pompeij am Vesuv. Auf Grund der Kulturwochen in Italien war auch hier der Eintritt frei. Die "verschüttete Stadt" ist mehr als nur Erinnerung. Die vielen zu entdeckenden Details zeigen schon viel über die damals schon hervorragenden technischen Raffinessen. Auch der Nutzen der Gebäude mit den offenen Zugängen zur Strasse inklusive der Kochtöpfe in einer Art Küchenzeile deuten auf viele Straßenverkäufe hin. Die Randsteine sind ungewöhnlich hoch und schützten die Fußgänger zugleich vor den in den Strassen abfließenden Abwässer. Mittels Steinen mitten in der Strasse konnten die Fußgänger auch trocken die Straßenseite wechseln. Die Spurweite entsprach genau den damals genutzten Wagen, deren Spuren noch heute in den Gassen zu sehen sind. Schön waren auch die angenehmen Temperaturen von bis zu 27 Grad, da es auf der Hinfahrt auf dem Brenner noch geschneit hatte.
Auch der Ätna ist ein Genießer und Künstler!
Taormina - wohl bekanntester Urlaubsort auf Sizilien mit Theater

Ägypten - Hurghada (Giftun Village)vom 15.07. - 04.08.2000

Von 4. Etage Hotel Richtung Meer mit Hotelanlage, Wasserpark, Liegebereich Strand und Bucht Der Flug mit EgyptAir verzögerte sich um ca. 20 Minuten. Als sich die Bordtür in Hurgada auf dem Flughafen öffnete, schlug mir die Hitze entgegen, obwohl es schon gegen 22.00 Uhr Ortszeit war. Das Flughafengebäude wurde gerade genoviert und die Bauerbeiter verbreiteten einen Höllenlärm. Ein Mitarbieter der TUI erwartete uns mit einem Täfelchen, wir überzeugten ihn jedoch wegen dem Lärm vor dem Gebäude zu warten. Wie angekündigt, mussten wir unsere Koffer wirklich vor den eifrigen Backschisch-Jägern schützen, die nur alleine fürs Anheben oder 10 Meter zum Bus schon die Hände aufhielten. Unser Transportfahrzeug erwies sich als Abenteuerlich. Ein Suzuki-Bus und die Koffer auf das Dach, wobei ich die Koffer hochstemmte und der Fahrer diese dann oben verstaute. Eine Familie mit Ihrer ca. 25 Jährigen Tochter (Jurastudium) war mit daher auch sehr dankbar, da sie selber nicht in der Lage waren, die Koffer anzuheben. Die Fahrt ging mit offenen Fenstern nach Hurghada, wo dann auch wir beim 3. Halt unser Hotel erreicht hatten. An der Rezeption wurden uns beiden die Schlüssel gegeben und dann auf die Zimmer geführt. Kilmaanlage und SatFernsehen nebst saubere Sanitär- und Duschanlage sollten jetzt unser Zuhause sein. Das Ritual zum Frühstück und Abendessen, bestehend aus Duschen und anständiger Kleidung war mir nicht neu. Die Nutzung der Klimaanlage nach einem heissen Tag am Strand hatte aber den Nachteil, dass wir aus dem kühlen Zimmer in die immer noch gut 30° warme Abendluft mussten. Allein nach diesen 100 Metern war ich schon wieder Naß. Gleich am ersten Abend gingen wir vom Hotel aus rechts die Strasse land un wurden auch prompt in den Handel mit Düften verwickelt. Heisser Mandeltee und die Hinweise auf die Ägyptische Freundschaft und schneller Mix von verschiedenen Düften auf unserer Haus. Nach einer Stunde waren wir wieder unterwegs, wussten uns aber leichter gegen die Offerten zu wehren. Shirts, Leder, Düfte, Schmuck und Papyrus waren die hauptsächlichen Handelswaren. Auch einen Supermarkt haben wir gefunden, brauchten wir doch grosse Mengen Wasser und vielleicht mal was zum knabbern.
Hotelbereich Zentral mit Swimmingpoolanlage, dahinter Fitness, Tennis, Theater und Disco Wir hielten uns vorwiegend im Hotelbereich auf. Auf die großen Ausflüge hatte ich nach Kenntnis der Preise und der zu erwartenden Sehenswürdigkeiten und der Umstände kein Interesse. So wurde die erste Woche zur Entspannung genutzt. Die zweite Woche wurde sehr sportlich: früh Ergometer und nach dem Frühstück Gymnastik und Wasserball. Am Nachmittag manchmal sportliche Wettbewerbe, wie Surfbrettpaddeln, Tretboot fahren, Darts und ab 17.00 Uhr Volleyball (manchmal bis fast 19.00 Uhr). Ab 23.00 Uhr dann Disko mit Tanz bis gegen 2.00 Uhr. In der dritten Woche habe ich auf den Frühsport verzichtet, weil ich nicht mehr aus dem Bett kam. Wir waren im Gitfun Village, dass mir sehr gut gefiel und einen sehr guten Strand hatte. Nach dem Schwimmen im Meer ging es erst noch in den Pool um das Salz loszuwerden. So surfte ich in der Bucht, durchschwamm diese und war auch einmal beim Schnorcheln (einfach schön!). Am meisten mussten wir uns einfallen lassen, um die Wasserflaschen ins Hotel zu gekommen. Einfache Plastiktüten wurden sofort erkannt, und die Ware bis zur Abreise weggeschlossen. So nahm ich meinen Rucksack und packte immer die Videocamera und 4 leere Flaschen ein. Da ich die neuen Flaschen immer nach unten packte, hätte ich bei einer Durchsuchung erst die leeren Flschen und dann die Camera ausgepackt, so dass die Flschen als Schutz galten. Aber diese List war nie nötig. Doch der Preisunterschied war ca. 1 zu 4 gegenüber die Hotelpreise. Am Stand lernten wir verschiedene Familien kennen, wobei die meisten Kontakte wegen dem Volleyball entstanden. Auch freudete ich mich mit 2 Russinen aus Moskau an, mit denen ich letztlich auch mal in die Disco in Hurghada ging. Allein schon die Beschaffung eines der Taxis war immer wieder lustig. Schon wenn ein Tourist aus dem Hotel auf die Strasse trat, hupten diese Suzukibusfahrer wie wild und fuhren mehr zum Bürgersteig hin. Man konnte auch handeln und so bei mehr Personen bis zum bekannten Cafe an Zentrum gut die Hälfte des Fahrpreises sparen. Im Cafe unter freien Himmel ging es kunterbund zu. Überwiegend Einheimische und dann Engländer. Jedoch war es angenehm und die Musik noch Modern. Später wurden die Damen dann von ihren Bekannten in die Disco abgeholt, wobei ich mich einfach anschloss, was mit aber einige Herzklopfen einbrachte, da die Bekannten Einheimische waren. Trotzdem ging alles gut und in der Disco waren wir plötzlich wieder unter uns. Immerhin mussten ich auch keinen Eintritt zahlen. Die beiden tanzten so oft sie konnten und waren immer im nu von mehr als genug Männern umringt. Eine von beiden machte sich aber immer wieder einen Spass daraus, mich genau dann zum Tanzen zu holen. Welch ein Vergnügen - deren Gesichter ...
Beachvolleyball immer ab 17.00 Uhr (na, wer erkennt sich da noch?) Es viel auch auf, das die Ägyptische Regierung sehr um die Sicherheit besorgt war, was sich an vielen Strassenposten bemerkbar machte. Aber an der Mosche in Hurghada zu filmen, wo es vor Jahren mal zur Erschiessung von Urlaubern gekommen war, war auch aus dem Bus heraus unerwüscht. Bei dem dazugehörigen Ausflug streifte ich auch in den Nebenstrassen rum und fand einen Markt, der mich erschütterte. Der Dreck von Pflanzen, Gemüse, Obst und Tieren plasterte den Boden. Die Hühnerverschläge standen gut 2 Meter hoch direkt neben dem Schlachterbrett mit dem hängenden Fleisch. Das Schlachterbrett beherbergte neben Schlachtresten mehr Fliegen als ich zählen konnte. Ich stellte mir meinen Hunger vor, der nötig gewesen wäre, um hier was einkaufen zu können. Ein anderer netter Sport war, während dem Duschen die Kakerlaken zu jagen, die plötzlich auf der Duschstange oder dem Duschvorhang langjagten. Erschlagen konnte und sollte man sie ja nicht, so musste eines der Zahnputzgläser und ein Bierdeckel helfen. Die Viecher waren gut 7 - 9 cm lang und sehr flink. Aber den Flug aus dem Balkon konnten sie trotzdem nicht verhindern. Da unsere Tür unten einen Spalt hatte und wir ebenerdig wohnten, mangelte es nicht an Nachschub. Jedoch waren 4 Jagderfolge nicht als lästig einzustufen. Da nervte schon eher das Zimmerpersonal, das leider genau gegenüber eine Basis hatte. Ihre lauten Zurufe weckten uns doch das eine oder andere mal. Besonders nett fand ich immer das Lächeln eines Arbeiters in den Gartenanlagen, das die erhaltenen 2 Zähne sehr schön wiedergab. Zahnärtze hätten hier im allgemeinen sehr viel zu tun ... Beim Bummeln in der Stadt muss man sich erst mal an die Werbeversuche der Ladenbesitzer gewöhnen. Den Hinweis auf eine Beleidigung der Gastfreundschaft nimmt man bald nicht mehr so ernst, da es sonst zu einem weiteren Verkaufsgespräch unter Zugabe eines sehr heißen Malventees kommt. Düfte (ohne Alkohol und andere Zusaetze), Badetücher, Shirts, Papyrus in allen Größen, sowie Leder, Parfüm etc. In den Straßengeschäften kann man von einem Preis in 4-facher Höhe des Einheimischenpreises ausgehen. Also viel Platz für einen schönen, arabischen Handel. Für die Nacht kann ich die Cafes Papas, sowie - weiter nach Sekalla hinein - Moby Dick als zumutbar empfehlen. Im Moby Dick sind die Preise aber noch weitaus günstiger. Als Discobesuch kann ich das Katarak in Sekalla mit einem sehr netten Oberkellner und orientalischem Ambiente anbieten. Die Vorstadt Sekalla erreicht man per Sammeltaxi Marke Suzuki etc. für ,5 bis 1 ÄPfund, und nach DownTown geht es fuer 1-2 ÄPfund.
Morgens ging es mit ca. 35°C los und stieg bis gegen 4 Uhr auf 41 Grad, 2 Tage sogar auf 45! Das Wasser war um die 28°C warm und es wehte ein schwacher bis sehr starker, böiger Wind aus NordWest. Er wurde einen Tag so stark, dass sich sogar die Sonne einfärbte, aber eben noch kein richtiger Sandstrum. In der Disko erlernten einige junge Besucher durch mich den DiskoFox (BeatFox), so dass die Nächte sehr viel Spaß machten.
Na was ist das denn? Sexy - klaro!

Für einen schönen Urlaub möchte ich mich bei folgenden Menschen bedanken:
Die Gäste - Sabine, Carolin, Jenny, Marko, Jutta und Hendrik, Jane und Cousine (aus Moskau), Nelly - Lilly - Katrin, der Volleyball-Connection - Steven und Eltern, Steffanie und Eltern sowie Sirko Buerger und Eltern, Sarah und einige andere ...;
Dem Hotelteam - Ahmed, Mohamed, Katja, Waleed, Ermes, Alex, Mahmoud, Sayed, etc. und vielen weiteren Einheimischen.

weitere Möglichkeiten vor Ort:
Surfen Die Station ist eine Tommy Friedl Station. F2-Bretter und Neil Pryde-Segel. Alles auf dem neuesten Stand. Dennoch ist das Giftun-revier mehr etwas für Anfänger, Aufsteiger und Heizer, weil es einfach an der Welle für radikale Sprünge mangelt. Ein ideales Anfänger- und Halsen-lern-Revier. Die Atmosphäre ist sehr persönlich, was unter anderem an der kleinen Größe der Station liegt (25 Bretter). Sollten größere Gruppen anreisen und also größere Mengen an Brettern gebraucht werden, so ist das kein Problem. Innerhalb von 90 min können Bretter von der Mutterstation im Jasmin-Village herangeschafft werden!,
sowie Tauchen, doch Achtung! hier wird wirklich ein Tauchschein verlangt. Ob es nun daran liegt, mit dem Tauchschein vor Ort Geld zu verdienen, oder wirklich nur ausgebildete Taucher der Sicherheit und zur Vermeidung von Unfällen mitzunehmen, wage ich nicht zu beurteilen.


Stand: 02.10.2001

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