Thomas Wiegand's Urlaubserinnerungen 2001 in Italien am Vulkan Ätna


Italien - Sizilien - Nicolosi (Ätna) und
Itlaien - Sizilien - Gioioso Marea (Calanovella)
vom 20.07. - 20.08.2001

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Das Beste aus dem Urlaub war wohl die Rettung von 3 Menschen aus dem Meer vor dem Campingplatz. Das rechtfertigte meinerseits jede Geldausgabe oder unangenehme Situation. Auch nicht zu vergessen, dass mich eine Autofahrerin beim Abbiegen vom Fahrrad holte und besonders die Bilder und Videoaufnahmen des Ätna und weitere Erlebnisse.
und weitere Links hier im Bericht:
http://www.vulkane.net/ (hier empfehle ich einen Spaziergang durch deren Aufnahmen und Erklärungen - super Fotos!
Camping und Village: Calanovella (dort war ich 3 Wochen - es hat sehr viel Spass gemacht)
Restaurant: Villa Smeralda (Hier war ich zum Essen eingeladen - super Ambiente und Essen plus Aussicht Richtung Liparische Inseln)
weiterer Bericht zum Ausbruch


1. Tag - Freitag, der 20.07.2001
Trotz reichlich Stress am letzten Arbeitstag in Köln und gut 2 weiteren Stunden Arbeit im Internet schaffte ich es. Das Auto war gepackt und ausgerüstet und ich ging gegen 19.30 Uhr ins Bett. Ich hatte sehr schlecht geschlafen und hing, nachdem der Wecker gegen 2.30 Uhr geklingelt hat, noch eine halbe Stunde dösen dran. Dann geduscht, die Rechner runtergefahren, die Fenster geschlossen und schon ging es gegen 3.40 Uhr los. Erst über die A555 und A565 auf die A61 an Koblenz vorbei in Richtung Ludwigshafen, der A5 weiter Richtung Basel folgend. Dort ging es recht flott weiter nach Süden. Am Vierwaldstätter See regnete es dann bei ca. 13° wobei es in den Tunnels erst 25°C und im nächsten 38°C hatte. So warm die Luft auch war, so stickig muss es der Sicht nach auch gewesen sein.
Erst als ich auf die Abfahrt zum Furkapass und damit zu meiner Route durch das Rhonetal und Albertville vor mit hatte, entschloss ich mich doch die Chance zu nutzen und zum Ätna zu fahren. Ich konnte einfach das Bild nicht vergessen, welches die Strasse und den Parkplatz der Serpienza mit dem darüberlaufenden Lavastrom zeigte. Über den Gotthard hinweg wurde das Wetter nur langsam besser, wobei ein starker Wind wehte. Lugano war bald passiert und schon ging es nach Italien und Mailand entgegen. Ein kleiner Stau, auch hier wegen Schaulustiger!, und weiter Richtung Bologna. Um Mailand war gerade Berufsverkehr, dementsprechend zäh ging es hier auch voran, aber 100-120 km/h reichten mit dem Brett auf dem Dach ohnehin aus. Das Surfbrett oben drauf und hinten alles zugepackt lag der Wagen wieder schwer auf der Strasse, so dass ich auf durchgehendes, gleichmäßiges Rollen aus war. Dann holte ich einen roten Fiesta auch aus dem Bergheimer Kreis ein, die, wir hatten uns kurz von Fenster zu Fenster unterhalten, auch zum Surfen ans Mittelmeer wollten und die schon gegen Mitternacht losgefahren waren. Da muss ich wohl so gut und zügig durchgekommen sein, dass ich denen nach ca. 800 Kilometern schon 3 Stunden abgenommen hatte. Kurz vor Bologna ging es dann auf der wieder bekannten Route Richtung Süden, Firenze entgegen. Der Verkehr wurde wieder ruhiger und schon war ich auf der Höhe von Rom. Kurz vor Salerno endet die Mautstrecke, so dass ich noch einmal voll tankte und auch die Maut seit Mailand mit VISA zahlen konnte. Jetzt kam der langweilige Teil der Strecke mit vielen Bergen und gewagten Tunnel- und Brückenkonstruktionen. Das Wetter war jetzt gut, so dass ich bei schon 28-30°C froh um die Bewölkung war. Die Luftfeuchte aber konnte ich nicht bändigen, aber mit offenen Fenstern hätte ich mich sicher verkühlt. Zudem machte das Surfbrett auf dem Dach ab ca. 110 km/h einen unangenehmen Lärm. Ich hatte ungefähr 1500 Kilometer hinter mir und wusste inzwischen, dass ich es nicht mehr auf die Fähre schaffen würde, da ich auch noch keine Lira am Automaten geholt hatte. So entschloss ich mich kurz vor der Fähre noch einen Zeltplatz anzufahren, damit ich ruhig schlafen und duschen konnte. Diesen fand ich in Pizzo nach Hilfe eines Einheimischen, da die Beschilderung für die Nachtanfahrt nicht ausreichte. Hinter dem Volksfest hatte ich den Campingplatz dann sowieso nicht vermutet. Ich erhielt noch einen Platz vorne bei der Einfahrt und musste meinen Wagen etwa 100 Meter entfernt abstellen. Also Zelt aufgestellt, Kopfkissen und Schlafsack rein. Während des Einscheckens übersetzten freundlicherweise andere Gäste, die des Deutschen mächtig waren, so dass gleich wieder eine Gruppe von 20 Personen am diskutieren war, während ich dann schnell das Zelt aufgebaut hatte. Nach der Dusche sah ich noch kurz bei der Animation vorbei, die schon von weitem hörbar war. Ich hatte schon auf der Fahrt gegessen, so dass ich mich dann sofort hinlegen konnte. Ohne Decke lag ich nun da und es dauerte trotz der 28 Grad nicht lange bis in tief eingeschlafen war.

2. Tag - Samstag, der 21.07.2001
Ich erwachte von einem Regenguss. Nicht nur das die Regentropfen hart auf das Zelt klopften musste ich zudem auch dringendst zu den Toiletten. Ich hatte jedoch Glück und kam recht trocken davon. Wieder eingeschlafen wurde ich mit dem Tageslicht wach. Da ich noch viel vor mir hatte, nahm ich mir vor erst auf der Fähre bzw. davor in der Warteschlange zu frühstücken. So hatte ich hurtig das schon wieder trockene Zelt abgebaut und im Auto verstaut. 5 Minuten später kamen auch die Angestellten. Die 17.000 Lire hielt ich angesichts der miserablen Sanitäranlagen für überteuert, aber ich hatte sonst nicht viel von der Anlage gesehen, um besser beurteilen zu können, welcher Service da inbegriffen sein könnte. Die wegen dem sehr starken Wind hohe Dünung war gut zu hören und im Campingplatz gab es einige Mücken. Schattenspendende Bäume und die grünen Bastplanen über allen Plätzen waren neben dem Sandstrand sicher ein gutes Ambiente. Die letzten 100 Kilometer zur Fähre vergingen im Flug und an der Verladestation angekommen, konnte ich nach dem Ticketkauf auch sofort auf die erste Fähre. Diesmal musste ich nur 56.000 Lire zahlen, was gegen den Vorjahren ca. 5.000 Lire weniger waren. Wegen meinem Schwert vom Surfbrett konnte ich aber nicht in das normale Parkdeck und musste auf der Freifläche stehen bleiben. In Messina wusste ich zwar wohin ich fahren musste, auch wenn einige Baustellen die Orientierung wieder aufs neue auf die Probe stellten. Schnell hatte ich mich auch an die sizilianische Fahrweise gewöhnt, so dass ich bald auf der Autobahn Richtung Catania war. Nach der Mautstation (5.000 Lire) kurz vor Taormina konnte ich den Ätna sehen. Rauchschwaden umhüllten die gesamte Ostseite und der Wind trieb einen schwarzen Schleier davon. Dieser war etwa 5 Kilometer breit und verbreitete auf der Fahrt einen dunklen Schatten wie von einer Gewitterwolke. Und wieder hatte ich die falsche Ausfahrt der Autobahn bei Giovanne genommen. Doch schnell war die Strasse von Catania nach Nicolosi gefunden und auch Mascalucia erreicht. Ich erwartete immer wieder Straßensperren wegen dem Ätna, aber ich erreichte Nicolosi, als wäre alles wie sonst auch. Hier kaufte ich erst noch Essen im Supermarkt ein, so dass ich für den Rest des Tages Erholung finden konnte. Auf dem Weg zum Campingplatz konnte ich schon die Rauchsäulen sehen, die vom Ätna immer wieder hoch in den Himmel geschossen wurden.
Der Campingplatz war auch offen. Jetzt im Sommer war dieser aber belebter, was ich an dem Kinderlärm und der Animation am Swimmingpool schnell merkte. Leider hatten die Besitzer gewechselt, so dass mich zuerst keiner erkannte. Ich bekam schnell einen Platz zugewiesen und baute alles für einen längeren Aufenthalt auf. Zelt mit Unterlage als Teppich, die Matratze und die Kleidungsausstattung in den Koffern und Taschen hinein und in der hinteren Verlängerung der Vorratsschrank. Somit war das Auto wieder etwas entlastet. Dabei grollte der Ätna regelmäßig wie ein schon nahes schweres Gewitter das auch den Boden erbeben lässt. Ich musste mich erst daran gewöhnen, aber die anderen Gäste samt Kindern ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nach der Dusche machte ich ein gemütliches Mittagessen mit meinen Lieblingszutaten im Urlaub: Baguette und Schokolade, dazu Banane und Yoghurt. Dabei kam einer der Angestellten mit dem Müllwagen durch und schon hallte das bekannte "Thomas!" über den Platz. Händeschütteln - Küsschen links und rechts und ob den meine Mama auch wieder mitgefahren sei, und vielleicht im Hotel gegenüber untergekommen wäre. Ich musste verneinen und erklärte kurz, dass ich hier richtig Urlaub machen würde weil mich der Ätna ja so offensichtlich eingeladen hat.. Er hatte mich nicht vergessen, meinte aber, dass nur noch 2 Mann von der früheren Besetzung da seien. Glücklicherweise konnte ich mir einen Adapter für das Verlängerungskabel ausleihen, so dass ich die Batterien der Videokamera und das Laptop schon im Zelt laden konnte.
Danach machte ich einen kurzen Gang auf den nahen "Monte Rossi", von wo ich einen herrlichen Blick zum Ätna hatte. Die Lava hatte sich schon weit hierher bewegt. Rechts der Serpentinen hatte sich die Feuerwalze (die den Erzählungen von anderen Deutschen hier fast 20 Meter hoch sein soll) schon auf ca. 1200 Meter herunter bewegt. Die Spitze der Walze war gut an den brennenden Bäumen und dem Rauch zu erkennen. Der gesamte Lavastrom rauchte, so dass auch dieser gut zu erkennen war. Ich würde aber in der Nacht mal einen Blick vom Monte Rossi aus wagen. So glühend musste das super aussehen. Der Weg der Lava würde sich meiner Schätzung nach durch den Steinbruch und dann links an unseren Campingplatz vorbeiführen, so dass ich also auch mit einer Evakuierung rechnen konnte. Uns direkt dürfte der Lavastrom nicht erwischen, aber aus eigener Erfahrung von 1999 wusste ich, dass die Lava plötzlich eine gänzlich andere Richtung nehmen konnte, vorausgesetzt, es ging nach unten. Ich nahm mir für den nächsten Tag eine genauere Besichtigung der Stellen mittels Fahrrad vor, um noch so viele Bilder wie möglich zu bekommen. So verbrachte ich 2 Stunden am Swimmingpool, wobei überlaute Animationsmusik zu Showdance gespielt wurde. Das Becken war einen Startschwung breit und weitere 4 Schwimmzüge lang. Naja, aber zum Abkühlen war es in Ordnung. Wie üblich stand ich wieder mal an den Toiletten rum, von denen aus die Ascheeruptionen gut zu sehen waren. Dabei sprach ich mit einer Frau, dessen Mann schon seit 5 Tagen oben auf der Station ist und Fotos macht. Aber nach ihren Angaben half er auch bei der Räumung der Restaurants, die wegen einem neuen Lavastrom jetzt geräumt werden sollten. Weiter konnte sie bestätigen, dass sich auf der Ebene vor dem mir gut bekannten Vulkan (1998, 1999, 2000) ein neuer Krater gebildet hatte. Ein anderer Vulkanfreak hatte dort gecampt und als sich überall im Boden Risse zeigten ist er weg - keine 3 Tage zu früh oder spät, wie man es auch sieht.
Wegen dem nahenden Lavastrom war die zur Station führende Strasse schon an der Kreuzung nach Belpasso gesperrt. Aber von da aus konnte in ca. 10 Minuten Fußweg der herannahende Lavawall erreicht werden. Weiterhin berichtete sie mir, das die Forscher oben sehr nervös wären, da zwei unterschiedliche Theorien zum weiteren Verlauf vorlägen. A) Die gesamte Südostflanke (etwa die Stelle, wo ich mit Hilde Mittag gegessen hatte) könnte in einer St.Helena-ähnlichen Explosion wegrutschen. Oder B) Der Ausbruch würde in der jetzigen Form, aber stärker und mit mehr Lava fortgeführt werden. Die erste Version würde auch für mich ernsthafte Folgen haben, die im schlimmsten Fall nicht mal mehr zu einen: "Jetzt haste Pech gehabt!" reichen würden. Aber wer nichts riskiert, wird nichts erleben ... Aber die Richtung der zu erwartenden Explosion war rechts von uns weg, so dass wir hier sicherlich Staub und Asche schlucken würden, aber sonst ohne erhebliche Folgen verweilen können müssten. (Mal sehen ...) Gegen 19 Uhr wurde dann bekannt gegeben, dass die Strasse zum Ätna ab Nicolosi gesperrt sei, und wir für die Passage einen Sonderausweis bei der Rezeption empfangen sollten. Upps ... Die nach einer halben Stunde ankommenden Südtiroler hatten schon alle Überredungskunst benötigt, um hier zum Camping kommen zu können. Sie waren schon auf dem Rückweg und wollten am nächsten Tag weiter fahren.
Kurz bevor es richtig dunkel wurde, machten sich die Südtiroler mit kompletter Verpflegungsausstattung (da waren 7 Kinder!) auf den Weg zur von mir beschriebenen Stelle oberhalb des Campingplatzes am Monte Rossi. Ich packte auch schnell die Videokamera und was zum Trinken ein und folgte ihnen. Nach ca. 15 Minuten waren wir oben und die große Verpflegungsrunde begann. Der Blick zum Ätna mit seinen rauchenden Schloten war wie immer von hier aus ungetrübt. Das Grollen der Ausbrüche war hier wegen der fehlenden anderen Geräusche noch deutlicher zu hören. Mit zunehmender Dunkelheit wurde aber erst das gesamte Ausmaß des Lavastromes offensichtlich. Rot glühend zeigte sich jetzt die Lavafontaine (Proxima?) gleich rechts oberhalb der Station. Wie ein roter Glutgürtel zog sich der Strom im Zickzack herunter und endete etwa 600 Meter vor dem Steinwerk, welches sich noch vor Nicolosi befindet. Dort konnten wir jeden Baum in einem hellen Feuerschein vergehen sehen, während die Lavawand feuerrot leuchtend immer wieder an verschiedenen Stellen aufglühte. Der gesamte Lavastrom glühte stellenweise, so dass ihr Weg mit zunehmender Dunkelheit immer besser zu sehen war. Aber am beeindruckensten waren die Lavaauswürfe, die auch mit bloßem Auge gut zu erkennen war. So stützte ich die Camera auf einem Holzstock, um nicht so zu wackeln, aber das nächste mal musste ich das Stativ mitnehmen. Ich überlegte dabei immer wieder, ob ich nicht doch versuchen sollte, näher ran zu kommen, wobei das eher in der Nacht super Aufnahmen geben würde. Dann gingen und stolperten wir mit unseren 4 Taschenlampen zurück zum Campingplatz. Ich wusch mich noch und verschwand im Zelt. Trotz all des Lichtes und der Unterhaltungen rundherum sowie dem Grollen des Ätna war ich bald eingeschlafen.

3. Tag - Sonntag, der 22.07.2001
Gegen 4 Uhr wachte ich auf. Zum einen verlangte die Flüssigkeit, die ich tagsüber getrunken hatte, eine entsprechende Entsorgung und zum anderen regnete es. Nein, Regen konnte es nicht sein. Ich hatte mein Zelt unter Pinien aufgebaut und somit müssten, sofern es sich um Nieselregen handelte, immer wieder größere Tropfen von den Ästen fallen. Es blieb nur eine Möglichkeit übrig: wir hatten einen Ascheregen! Also raus, um das nötige zu erledigen, und tatsächlich, es schneite Asche. Feinste Krümel wie Sand, die aber auf dem Zelt ein entsprechendes Geräusche erzeugten. Ich spürte es auch auf der Haut und beeilte mich. Danach schlief ich wieder ein um dann gegen 8 Uhr vom Hubschrauber geweckt zu werden, der am benachbarten Sportplatz landete. Nun denn, die Nachbarn waren auch schon auf, und so wäre es zwecklos gewesen, noch mal einzuschlafen. Raus und erst mal das Zelt abgeschüttelt. Es war gerade so als schwarzer Belag zu erkennen. Erst auf dem Boden machte die Asche einen erkennbaren Haufen aus. Auch der Tisch war schwarz vor Asche, diese lies sich aber leicht wegblasen. Das Frühstück verlief ruhig, während die zwei Nachbarfrauen die 7 Kinder versorgten. Die Männer kamen später, weil sie schon zu Fuß zur Lavazunge unterwegs waren. Es war von hier aus ca. 1 Stunde zu laufen und immer noch sei die Lava in Bewegung. So packte ich meinen Wanderrucksack und kleidete mich entsprechend an. Das es mit dem Auto entscheidend kürzer sein würde, nahm ich den Wagen, da bis dorthin frei sein sollte. An der Kreuzung nach Belpasso war wie erwartet durch die Polizei gesperrt, aber die Lavazunge war von hier aus in 10 Minuten zu erreichen. Das konnte ich immer noch erledigen. So fuhr ich erst mal die mir bekannten Strassen ab, ob nicht doch irgendwo eine Lücke im Netz wäre. Aber an jeder Kreuzung waren die Polizisten schon und sorgten dafür, dass keine Touristen zur Strasse hoch konnten. So stellte ich den Wagen in einer Sackgasse ab und nahm immer die alten Lavakanäle, um weiter nach oben zu kommen. So erreichte ich die erste Querstrasse, die ich ungesehen überqueren konnte. Weiter durch die alten, schon mit übermannshohem Buschwerk bewachsen Rinnen, sorgte ich immer für eine gut gedeckte Route. So erreichte ich nach 3 Stunden einen kleinen Wald, der früher mal von einem Lavaausbruch verschont geblieben war, wo ich Deckung und eine gute Sicht erwartete. Dem war leider nicht so da Farne und Buschwerk genau die Seite zum aktiven Schlot verschlossen. Auf dem bisherigen Weg hatte ein recht starker Ascheregen eingesetzt, der mich nur an den verschwitzten Armen und dem Uhrband, sowie im Halsbereich etwas störte. Es war wie der Sand eines Strandes, der immer kratzt. Vor allem durch die Büsche und Bäume bekam ich häufiger mehr ab, als mir lieb war.
Weiter durch schön tiefe Kanäle kam ich der Station auf 2000m immer näher. Leider zwangen mich zwei an einer Kreuzung weiter oben in Bereitschaft stehende Feuerwehrwagen, jede Deckung zu nutzen, denn ich wollte nicht zu früh entdeckt werden. Hier machte ich an günstigen Stellen drei längere Pausen, wenn ich gute Deckung, Windstille und gute Sicht zum Schlot hatte. So konnte auch das verschwitzte Hemd wieder austrocknen und Aufnahmen vom dem Ausbruch machen. Zudem musste ich mich auch erst an die schon recht lauten Explosionen gewöhnen, so dass ich mich erst nach etwa 20 Minuten weiter wagte. Zuletzt hatte ich eine wunderbare Position erreicht. Ich konnte in etwa 300 Meter Entfernung genau auf die offene Seite des Schlotes blicken. Hier kochte und brodelte es ständig. Unter lautem Getöse und dazugemischten Explosionen schossen immer wieder Lavabrocken über die dichten Rauchschwaden hinaus. Es schienen 4 Krater zu sein. Ganz unten der Lavaspender und keine 50 Meter oberhalb ein Schlot mit heftigen Ascheausbrüchen. Ganz oben auf dem Berg waren dann scheinbar noch mal zwei Krater, da abwechselnd oder gleichzeitig rechts oder links neben dem Gipfel Aschewolken in den Himmel geschossen wurden.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Roberto Clocchiatti)
Die Videoaufnahmen waren schon von der Aufnahme her ein Genuss. Der ständige Lärm zerrte anfangs mehr an meinen Nerven, doch fast an der Station angekommen, aß ich sogar mit dem Rücken zum Schlot sitzend und genoss die Aussicht ins Tal mit dem überall dampfenden Lavastrom, den ich jetzt von hier oben wieder gut erkennen konnte. Jetzt ging ich in die Schlussoffensive, da ich hier keine Deckung mehr hatte. Aber hier oben auf den beiden alten Kratern konnten die mich eh nicht mehr einholen. Zudem lief ich eher schon wieder zurück und wurde auch nicht weiter belästigt. Noch ein paar Aufnahmen gemacht und die Situation auf der Station in 2000m Höhe erfasst. Die Lava hatte sich das kleine Haus, was an dem Superior stand, mitgenommen. Dahinter war ein Wall aus Asche und Geröll errichtet worden, um das erste Gasthaus von Zaffarena aus gesehen, zu schützen. Hinter der Lava war der Rest der Station samt Gondel, die bisher viel Glück gehabt hatten, da doch der Krater fast genau oberhalb aufgebrochen war. Doch von weiter oben näherte sich ein weiterer Lavastrom. In seinem angenommenen Verlauf wurde mit mehreren Maschinen gearbeitet. Die hochziehenden Rauchschwaden des Lavasromes verhinderten aber genauere Beobachtungen. Aber ich konnte feststellen, dass noch viel dort oben um die Station und die Vulcanologenbunker los war. Jetzt ging ich an den beiden Kratern entlang Richtung Strasse, kürzte aber vorher wieder rechts hinunter ab, so dass ich ganz offen von dem Krater weg ging. Hier hatte ich aber noch mal die beste Aussicht aus etwa 400 Meter Entfernung. Dann begann ich mit einem schnellen Abstieg, nahm aber die Strasse, so oft ich konnte. Hier wurde ich auch von der Polizei aufgegriffen, die mich trotz Abstieg anhielten. Er wollte aber nur Wissen, ob ich zu den zweien gehörte, die ganz oben am Ascheschlot gesehen worden waren. Ich erklärte anhand meiner Karte meinen bisherigen Weg, erntete ein verschmitztes Lächeln und konnte weiter gehen. Der Rückweg war zwar mit 2 Stunden gegenüber den 6 Stunden Aufstieg wesentlich schneller, aber auch keineswegs leichter. Erkaltete Laveströme sind unwahrscheinlich schwer zu gehen. Ich fand aber erstaunlich gut fast genau den Hinweg zurück und auch das Auto unverändert vor. Nur die Spuren in der Asche zeugten davon, dass viele Autofahrer diese Sackgasse gefunden hatten. Auch als ich einstieg, näherte sich schon der nächste Suchende. Zurück wurde ich jetzt an einer Kreuzung angehalten, die am Morgen noch unbewacht war. Da ich noch keine Passierkarte für den Campingplatz hatte, musste ich alle Künste aufwenden, um durchzukommen. Zurück am Campingplatz holte ich mir sogleich diesen Passierschein, da ich ja noch öfters in die Stadt müsste. Zurück ging ich noch schnell in den Pool eine Runde Schwimmen, so dass ich gut abgeduscht die Sachen wegräumen konnte. Zudem gab es auch Volleyball, doch für heute war ich mit Bewegung und so weiter sehr gut bedient. Dann kochte ich mir Ravioli, während am Swimmingpool schon alles für die Abenddisco vorbereitet wurde. Weiterhin hörten wir hier die Explosionen des Ätna, an die ich mich aber schon gewöhnt hatte. Ich musste feststellen, das fast alle Italiener rauchten. Selbst wenn sie ihre Kinder versorgten, oder ein Fahrrad reparierten. Der Glimmstengel wurde nicht weggelegt. Trotz der immer sehr lauten Musik war ich auch heute wieder bald eingeschlafen.

4. Tag - Montag, der 23.07.2001
Leider wurde ich wieder von der üblichen Frührunde des Helikopters geweckt, der genau auf dem Sportgelände gegenüber seine Station hatte. So nutzte ich die allmorgendliche Störung für das eigene Wohlbefinden und legte mich wieder etwas hin. Aber nicht all zu lange danach wachte auch der gesamt Campingplatz auf und der übliche Geschirr und Kinderlärm erfüllte unseren Pinienwald. So frühstückte ich gemütlichst, nicht ohne immer wieder in der Nähe der Toiletten einen Blick zum Ätna zu wagen.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von Charles Riviére)
Meine Beine waren noch immer schwer vom Vortag und so sollte dies ein Ruhetag werden, bei dem auch das leibliche Wohl Berücksichtigung finden sollte. Der Campingplatz reichte ein ganzes Stück den Hang vom Monte Rossi hinauf, so dass ich mit etwa 4 Minuten Fußweg einen schönen Blick auf alle sichtbaren Schlote hatte. Starker heller Rauch deutete auf eine weiterhin stattfindenden Schlacke- und Lavaauswurf, während oben auf dem Monignola weiterhin ca. alle 5 Sekunden Aschewolken in den Himmel geschossen wurden. Und alles in allem hatten wir noch Glück, da der Wind die Aschewolken rechts an uns vorbeitrieb. Andernfalls hätten wir hier immer unangenehm viel von dem schwarzen Sand abbekommen. Es war schon so genug, der Campingtisch war nach ca. 6 Stunden fast schwarz und so langsam fand sich der dunkle Krümel überall im Wagen und im Zelt. Gegen Mittag wurde ich recht müde, so dass ich die Ruhe, die um 14 - 16.30 Uhr eingehalten werden sollte, zu einem Mittagsschlaf nutzte. Naja, Ruhe - die Animation mit Karaoke, Gymnastik und musikalischer Untermalung am Pool war eingestellt, aber rundherum hörte ich jetzt wieder die Kinder, Fernseher und Kochgeschirre. Dennoch wurde es ein langer Schlaf bis gegen 16.40 Uhr, so dass ich dann auch an den Pool gehen konnte. 5*10 Meter reichten gerade für ein paar Züge, jedoch zum Abkühlen war es ausreichend. Zudem hatte ich hier von Pool aus auch einen guten Blick zum Berg. Später begann wieder die Musikgymnastik, deren Hauptmusik ich bald auch mitsingen könnte, da diese so knapp 10 mal wiederholt wurde, damit auch alle Figuren und Tanzschritte saßen. Danach kam dann die Gymnastik für die älteren, die ich am nächsten Tag mitzumachen beabsichtigte. Es war trotzdem lustig zu sehen, wie die 4 Teilnehmer(innen) verzweifelt den Übungen der jungen Italienerin nachzukommen versuchten. Aber meinen Applaus waren sie sich nach der Anstrengung sicher. Auf dem Rückweg, der Pool wurde geschlossen, wurde ich zum Volleyball aufgefordert, was ich gerne annahm. Schnell war ich umgezogen und so ging es in ein 4 gegen 5 Spiel. Der Platz wurde vorher noch genässt, damit wir nicht im eigenen Staub spielen mussten. Nach anfänglichen Missverständnissen lief es dann recht gut, so dass auch das Stellungsspiel vermehrt zum Erfolg führte. Ausreichend Zuschauer waren auch vorhanden, die ihre Angehörigen mit ausreichend Kommentaren versorgten.
(Foto mit freundlicher Genehmigung von NOAA)
Das Spiel endete frühzeitig zum Sonnenuntergang, da die untergehende Sonne die Aschewolken in einem gelblichen Licht erschienen ließen. Das wurde schnell durch ein Foto von der erhöhten Stelle des Platzes dokumentiert. Nach dem Abendessen packte ich die Video- und Fotoausrüstung zusammen und ging wieder zu der Aussichtstelle auf dem Monte Rossi. Nachdem die letzten Reste des Tages am Horizont verschwunden waren, kam der Berg wieder so richtig zur Geltung. Die Aschewolken verschwanden in der Dunkelheit während die Lavaeruptionen jetzt deutlich zu sehen waren. Auch der gesamte Weg der Lava bis hier herunter ca. 4 Kilometer vor Nicolosi wurden durch eine rot glühende Bahn deutlich gekennzeichnet. Vereinzelt etwas hellere Flecken deuten auf noch aktive Ströme hin, die sich wie eine Perlenschnur den Bergrücken herunter zogen. Nach ca. 1 Stunde beendete ich auch diesen Ausflug wieder und ging zum Platz zurück. Gleich rechts neben dem Eingang entdeckte ich ein deutsches Fahrzeug. Auch die drei hatten sich bisher nur bis an das Lavaende hier vor Nicolosi vorarbeiten können. Die Sperrungen der Polizei wurden immer besser und dichter. Aber der Ehemann war an einer Nachttour rechts der Lava für Aufnahmen interessiert. Mal sehen ... Zurück entdeckte ich noch 2 Deutsche (Mark und Daniela), die sich als wahre Fachleute herausstellten. Neben den historischen Daten des Ätna, sowie den dazugehörenden Fachbegriffen und der Lage oben kannten sie auch viele der von mir vor dem Urlaub besuchten Internetseiten. Scheinbar hatte ich auch deren Seiten gesehen, den sie besaßen neben http://www.fernewelten.de/ und http://www.vulkane.net/ (hier empfehle ich einen Spaziergang durch deren Aufnahmen und Erklärungen - super Fotos!) weitere Adressen, die sich mit Vulkanen und Reisen beschäftigten. Später bestätigten sie mir, dass das ihr Beruf sei. Die beiden waren wohl auch die gesuchten Personen, nach denen mich am Vortag der Polizist befragt hatte. Sie hatten sich genau in dem besagten Gebiet aufgehalten. Zudem kannten Sie schon die Position, die ich noch zu erreichen hoffte. Die Position sollte wirklich beeindruckend sein, da der Blick genau in den Krater reichte. Die beiden jedoch wollten auf den Montignola hinauf, um Aufnahmen von den Ascheausbrüchen zu machen. Sie hatten auch die in den Nachrichten gezeigten Risse im gesamten Berg gesehen, so dass ich weiterhin keine Bedarf hatte, auf den aktiven Berg selbst zu gehen. Nach vielen Details auf diversen Karten kam ich erst kurz vor ein Uhr ins Bett. Ein Highlight war ein totaler Stromausfall auf dem Campingplatz, der für 1 Minute endlich mal für absolute Dunkelheit und Ruhe sorgte.

5. Tag - Dienstag, der 24.07.2001
Keine Störung und trotzdem war ich um ca. 7 Uhr auf den Beinen. Toilette und erst einmal ein genüsslicher Blick auf den Berg. Die Geräusche hatte ich gleich nach dem Erwachen wieder vernommen, und auch die Sichtprüfung zeigte keine Veränderungen. So wurde es ein gemütliches Frühstück, während die beiden Deutschen schon im Aufbruch waren. Sie hatten ja noch viel vor. So fuhr ich zum Einkauf und hoffte, die Stadt würde nicht zu voller Vulkantouristen sein. Es wirkte jedoch alles recht normal. Auch die Eislaufbahn hatte eine feste Halle mit einer Kuppel erhalten. Nur die überall liegende schwarze Masse deutete auf den Ausbruch hin. Auch viel mir auf, das viele Personen nach dem Verlassen der Gebäude erst einmal den Blick zur Aschewolke erhoben. Mehr war in den Gassen auch nicht zu erkennen. Direkt am Supermarkt traf ich auch noch einmal die beiden Deutschen (Marc und Daniela) wieder. Brot, Wasser, Bananen, Milch und Yoghurt für 4 Tage sollten als Einkauf ausreichen. Schon auf dem Hinweg war mir aufgefallen, dass die Polizei jetzt direkt oberhalb der Einfahrt zum Vulkan die Strasse gesperrt hatte. Auch wir Campingnutzer wurden schon auf die unteren Strasse geleitet. Meine Suche nach einem kürzeren Weg für die Nacht, der begehbar sein würde, wurde also schon im Ansatz zerstört. So musste ich mich dann wohl auf meine bisherigen Ortskenntnisse verlassen. Die Zwickauer jedoch hatten einen Weg gefunden, der scheinbar unweit meiner letztens genutzten Position sein musste. Also vereinbarten wir gemeinsam zu starten, wobei wir vor hatten, von dort aus schnell wieder auf die Strasse zu kommen, und dann immer bei herannahenden Fahrzeugen über die Fahrbahnbegrenzung außerhalb deren Sichtbereich zu flüchten, da wir die Lichtkegel frühzeitig erkennen konnten. Um 19 Uhr ging es dann los. Wie angenommen führte uns ihr gefundener Weg nahe an meine Position heran und sogar darüber hinaus. Zusätzlich überwand deren Geländewagen noch gut 2 Kilometer Schotterpiste, vor der ich mit meinem 5er hätte kapitulieren müssen. Von dort aus nahmen wir den nicht mehr befahrbaren Weg und einen anschließenden Wanderpfad bis an ein Lavafeld. Leider waren wir aber jetzt schon weitab meiner genutzten Route und auf gut Glück angewiesen. Das Lavafeld (Moosbewachsen) ist zwar begehbar, jedoch fanden wir uns dort immer schlecht zurecht, so dass das Vorankommen nicht sichtbar wurde. Kurz vor der hereinbrechenden Dunkelheit erreichten wir einen Schotterweg, von dem ich zudem annahm, dass er genau an der Strasse oben unterhalb eines Waldstücken mit einem Tor enden würde. Da der Weg abwärts nicht sicher weiterführen würde, gingen wir weiter bergauf, um dann die Strasse nie mehr zu verlassen. Die Mutter war schon völlig fertig und hatte an einer weiteren Lavadurchquerung verständlicherweise kein Interesse mehr. Aber ich vertraute ihrem Mann, der ihre Durchhaltefähigkeit besser beurteilen konnte. Der Weg war mir dann wirklich bekannt und ich konnte sogar meine Fußspuren von der ersten Wanderung und andere Einzelheiten erkennen und vorhersagen. So erreichten wir das Tor. Von hier aus war jedoch nichts von der Pracht eines Vulkans zu erkennen, so dass wir weiter noch oben mussten. Ich schätzte die notwendige Entfernung auf ca. 3 Kilometer. Kurz vor der vermeintlich guten Sichtposition aber wurde die Strasse von weiter oben mit dem Scheinwerfer eines Fahrzeuges ausgeleuchtet. Da die bisher erfolgreiche Taktik des Versteckens hier nicht mehr anzuwenden war, ließen sich die 3 oben auf dem Seitenwall der Strasse nieder, wovon aus man schon einen sehr guten Blick auf den aktiven Schlot hatte, während ich mich trotz schon absoluter Dunkelheit quer über das bekannte 83er Lavafeld auf zu meinem Ziel, dem Superiore machte.
So ohne Taschenlampe, nur den laufenden Motor des ausgemachten Fahrzeuges und das Eruptionsgebiet erkennbar, war das Lavafald wirklich äußerst unangenehm. Ich ereichte aber wieder besseren, mit viel Asche durchsetzen Boden und musste mich immer wieder in Deckung begeben, wenn auf der wieder nahen Strasse Fahrzeuge vorbeifuhren. Hier kannte ich mich wieder aus und strebte der Stelle zu, wo die Strasse von Zaffarena kommend unterhalb des Superiore zur Sapienza führte. Unterhalb war ich ja schon 2 Tage vorher, so dass ich die Lage gut kannte. An der Mauer zur Strasse musste ich schon zwei Fahrzeuge abwarten bis ich endlich schnell überwechselte und dann noch eine Mauer überwinden musste. Kaum war ich 10 Meter weit in den schweren Aschehang eingestiegen, musste ich schon wieder in Deckung gehen. Ich legte mich immer auf die Seite und zog die Beine an, so dass dem Betrachter von unten die Schuhsohlen, mein Hintern und der Rucksack zugewendet waren. Das sollte ausreichend sein, um mich als Lavabrocken mit nebenstehenden Bewuchs auszuweisen, denn so sah das Gelände hier grob aus. Nach 2 Minuten konnte ich weiter, musste aber das Versteckspiel nach 20 Metern wiederholen. 50 Meter weiter dann musste ich gut 20 Minuten ausharren, weil das Feuerwehrfahrzeug, welches gerade von der Gaststätte kam, anhielt, und sogar den Motor abstellte. Weitere Fahrzeuge passierten zudem. Ich konnte sogar ihrem Gespräch zuhören und das Pausenbrot oder Zeitungspapier rascheln hören. Etwa 25 Meter vor mir kamen andere 3 Wanderer von meiner angestrebten Position herunter ohne mich zu entdecken. Sie wurden von der schon wieder passierenden Streife angehalten. Ich konnte jedoch nicht erkennen, was mit ihnen gemacht wurde. Endlich um 10 Minuten vor 12 Uhr und weiteren 2 Wartezeiten in Kauerstellen erreichte ich die Position an der nördlichen Flanke des Superior (2000Meter). Der Blick war fantastisch und kann nur mit Betrachtung der gemachten Bilder beschrieben werden. Teils noch gelblich glühend floss die Lava unter fauchender Begleitung zweier Gaseruptionen aus dem Spalt und weitete sich anschließend zu dem Lavastrom, der ja kurz vor Nicolosi stand. Endlich hatte ich den aktiven Ursprung der fast schon 6 Kilometer langen Lavazunge erreicht. Von links kam mit dem Wind die Hitze des Lavastromes herüber und machte den Aufenthalt trotz starkem Wind recht angenehm. ...

6. Tag - Mittwoch, der 25.07.2001
Gegen 0.40 beendete ich meinen Aufenthalt, weil die Position mir auf Dauer zu gefährlich war und ich zudem eine Entdeckung scheute. Runter musste ich wegen der tiefen Aschefelder mehrmals meinen Schuh entlehren, da sich hinten an der Ferse schon ein Loch gebildet hatte. Aber bergab bin ich erfahrungsgemäß immer recht schnell. Nach einer Querung bis zur nächsten Serpentine folgte ich jetzt der teilweise mit 5 cm Asche bedeckten Strasse bergab. Meist war ich im leichten Dauerlauf unterwegs, da es flotter ging und die Knie schonte. Ich musste nur einem einzigen Fahrzeug mittels bekannten Sprung über die Begrenzungsmauer entkommen. Gegen 1.10 Uhr erreichte ich schon wieder die Stelle, wo sich die Zwickauer und ich getrennt hatten. Weitere 15 Minuten später war ich schon an dem Tor uns hoffte, sie würden nicht versucht haben, über den Schotterweg wieder zurück zu finden. Am Ende der Serpentinen trickste ich noch einen Polizeiposten aus. Die beiden Insassen des Fahrzeuges unterhielten sich bei eingeschalteter blauer Innenbeleuchtung. Sie bemerkten mich erst, als ich direkt vor ihrem Wagen war. Bis sie das Abblendlicht eingeschaltet hatten, hatte ich schon einen Spurt hinter mir und war 30 Meter weiter im Busch verschwunden. Da sie nun den Motor anwarfen und aber Richtung beraufführender Strasse leuchteten, war ich mir sicher, das sie von mir nur einen Schemen wahrgenommen hatten und nicht mal meine Richtung deuten konnten. Im Schutz des Lichtes eines anderen Fahrzeuges, was gerade auf die Sperre zufuhr, entfernte ich mich schnell weiter auf der Strasse Richtung Campingplatz. Gegen 2.30 Uhr war ich an dem Punkt, wo wir das Fahrzeug gelassen hatten, konnte aber feststellen, dass es weg war. Gestohlen schien mir zu unwahrscheinlich, so dass die Familie zumindest bis hier her gefunden haben musste. So ging und rannte ich weiter und kam jetzt in den Bereich, der zumindest von den Fußgängern noch zu erreichen war. Trotz früher Stunde (oder Spät ...) war hier noch sehr viel los. Ich begegnete etwa allen 100 Metern einer anderen Gruppe von Lavaguckern. Vor allem an der Verbindungsstrasse von Niolosi zur Sapienza hoch herrschte geradezu Volksfeststimmung. Die Strasse hier war zur belebten Fußgängerzone geworden. Auch Deutsche traf ich um diese Uhrzeit noch an. Sie waren mit ihrem weißen Fiesta kurz von dem Platz und richteten sich zum Wildcampen ein, kannten sie diese Stelle schon von der Nacht zuvor. Gegen 4.15 ereichte ich endlich den Campingplatz. Weil sich auf mein Leuten niemand meldete, kletterte ich über den Zaun. Ich kannte as ja von früher, wenn auch diese Übung nach der langen Tour recht beschwerlich war. Ich legte der Familie aus Zwickau noch meine Kopfbedeckung vor das Zelt, damit auch sie beim Erwachen von meiner Rückkehr informiert waren. Nach einem kurzen schnellen Haferflocken-Nachtmahl ging ich zu Bett. Lange konnte ich wegen der Hitze und der Musik am Pool nicht schlafen, so dass ich das beste aus der Lage machte und erst mal eine Runde schwimmen ging. Nach dem üblichen Blick zum Berg ging ich zurück, Frühstückte noch einmal und legte mich wieder hin. So wurde ich von den zurückgekehrten Zwickauern mit einem Viertel Melone geweckt, die ich dankbar verspeiste. Für den Abend verabredeten wir uns noch zu einem Besuch des unteren Endes der Lavazunge, wobei ich wieder in deren Cheep mitfahren konnte. Sie hatten die letzte Nachwanderung auch noch schwer in den Knochen.
(Leider schlecht zu erkennen, aber die im Hintergrund leuchtenden roten Punkte sind die offenen Glutstellen des Lavastromes, vor dem ich in etwa 10 Meter Entfernung stehe ...) Wir umgingen wieder die Sperre hier am Campingplatz und konnten uns so etwa 6 Kilometer Fußweg sparen. Wieder quer über das Lavafeld, das schon Moosbewachsen war, ging es Richtung frischem Lavafluss. Die Mutter ließen wir etwa 100 Meter davor auf einer Anhöhe zurück, da sie diese Spaziergänge verständlicherweise nicht liebte. Wir gingen jedoch bis zum Rand der wirklich 20 Meter hohen Wand aus frischer Lava. Aber nicht das diese hier durchgängig glühen würde. Es sah eher aus wie eine Wand aus schwarzer Grillkohle, was auch ständig so klang. Dabei wurde oben scheinbar von hinten nachgeschoben, so das sich ständig Brocken lösten, die sich dann, teils noch glühend den Hang herunter wälzten, während oben die frische offene Stelle langsam wieder verblasste. Auf diese Weise konnte ich einen glühenden Brocken zwischen zwei andere ältere Steine klemmen und sie zurückbringen.
Weiterhin machten wir viele schöne Aufnahmen und versuchten allerlei, um dem Abbruch neuer Brocken zu beschleunigen. Jedoch war die Hitze hier so groß, das mir ohne Hemd die Haut angesengt worden wäre. Eine der schönsten Aufnahmen war sicherlich der hier unten schon lahme Lavastrom mit seinen aufbrechenden roten Flanken und der im selben Bild darüber auf dem Berg fauchende Vulkan in 8 Kilometern Entfernung mit seinen frischen glühenden Lavaauswürfen. Nach unserer Rückkehr habe ich geduscht und bin noch kurz auf die Disco am Pool, die jedoch wie üblich von einem völligem Durcheinander an Musik bestimmt war. Dann bin ich zu Bett gegangen.

7. Tag - Donnerstag, der 26.07.2001
Diesen Tag habe ich wieder als Ruhetag begonnen. Die Zwickauer waren schon weg, hatten mir aber noch einen Abschiedsgruß an der Windschutzscheibe hinterlassen. Auch die benachbarten Holländer (zwei Familien mit vier schönen Töchtern) waren wieder weg. Also Essen, am Pool erholen und wieder ein Mittagschlaf über 4 Stunden. Am Nachmittag war ich noch mal am Pool, da es trotz der Höhe von 800 Metern immer recht warm wurde. Bei der Rückkehr vom Pool waren die Bochumer (Marc und Daniela) wieder da und hatten gleich oberhalb meines Platzes ihr Zelt aufgeschlagen. Es folgten erst einmal die Berichte unserer Erlebnisse betrefft Vulkan, so dass wir alle wieder auf dem neuesten Stand waren. Dabei erwähnten die beiden, dass sie gleich wieder zur Sapienza hoch fahren würden. Da ich gerne wieder dorthin gehen würde könnte ich mitfahren, müsste aber immer durch die Sperren zu Fuß, so dass sie mich danach wieder aufnehmen könnten. Schnell stimmte ich zu und hatte ich meine Sachen zusammen gepackt. Da ich etwas früher los bin, hatte ich die erste Sperre schon passiert, bis sie mich einholten. Kurz vor der 2. Sperre an der Kreuzung nach Belpasso, ging ich wieder zu Fuß weiter. Dieser Posten wollte mich aber nicht so passieren lassen und verwies mich auf das rechts liegende Ende des Lavefeldes. So ging ich bis zur ersten tieferliegenden Lavastraße und von dort aus gleich wieder in der guten Deckung bergauf. Leider konnte ich nicht sofort wieder auf die Strasse, weil gerade hier eine etwa 5 Meter hohe Mauer zur Strasse hoch reichte. Weiter oben, so etwa 200 Meter später, erreichte ich die Strasse wieder. Da niemand zu sehen war, ging ich weiter und hoffte, das die Bochumer nicht zu lange warten würden, bzw. war ihnen nicht böse, dass sie weitergefahren wären. Nicht lange danach nahm mich ein italienischer Fiat mit, der aber fast nicht voran kam. Der Tank war wie üblich fast leer und es roch nach Benzin. Er lies mich wiederum kurz vor der 3. Sperre an der Chiesa-Kreuzung raus, und wollte dahinter auf mich warten, wenn ich zu Fuß passieren würde. Erst 10 Meter nach der Sperre pfiffen mich die Carabinieri zurück, so dass ich mich an der Kreuzung auf die Mauer setzte, damit der Italiener sah, dass ich nicht kommen konnte. Er fuhr dann auch bald weiter. Von der Chiesa her kam ein weiterer Wanderer, der sich zu mir gesellte und sich auch als Deutscher herausstellte, der das selbe Ziel hatte, die Serpienza. Als wir beide eine Umgehungsroute auf der Karte planten, passierten gerade die Bochumer die Sperre, hatten mich aber scheinbar nicht bemerkt. Wie sollte ich auch schon hier oben 15 Kilometer weiter sein können. Mit Wilfried ging ich dann erst mal 300 Meter Richtung Chiesa, um dort querfeldein den Berg zu erklimmen. Ein Wanderweg half uns ein guten Stück weit, aber dann wagten wir den Direktaufstieg in einem Grünstreifen. Dieser zwischen der 83er Lava liegende Streifen führte uns bis auf 2000 Meter hoch. Dort mussten wir aber noch ein Stück in das Lavafeld hinein, um einen ungestörten Blick auf die aktiven Krater zu haben. Die Dämmerung kam wieder schnell und nur Kurz, so dass wir die letzten 200 Meter im Mondlicht vorankommen mussten. Zur angepeilten Position eilte ich etwas voraus, um ihm Zeit zu lassen und Hoffnung zu machen, da ich recht flott auf der Anhöhe stand und ihm zurufen konnte, dass der Blick hervorragend wäre. Ich nutzte die Zeit bis zu seiner Ankunft zum Bau eines Schutzwalles gegen den Wind und Lager für unsere nächtliche Beobachtung. Bis Wilfried angekommen war, hatte ich das Lager bezugsfertig, was er verwundert wahrgenommen hatte. Ich war ihm viel zu leichtfüßig hier herauf geeilt. Nachdem wir uns eingerichtet hatten und er erst einmal seine dringend benötigte Pause nahm, konnten wir schon den wunderbaren Blick auf die Lavafontainen genießen. Wilfried hatte von den 20 Kilometern hier hoch fast alles schon laufen müssen, während ich mehr Glück hatte und daher noch nicht so ausgelaugt war. Die Fotos wurden gemacht, und ein Blick durch sein Fernrohr (50-fach) war schon eher erschreckend, da die Nähe und Größe des Bildes ein geradezu tödliches Inferno zeigten. Schon aus unserem Blickwinkel war zum jetzigen Zeitpunkt der Abstand gerade richtig gewählt worden. Wir hatten von den Explosionen bis zur Ankunft des Schalles etwas mehr als 5 Sekunden gemessen, also 1,6 Kilometer Abstand zum Explosionsherd errechnet. Der kurze Blick jedoch durch das Periskop aber schockierte wirklich, da ich einzelne Lavafetzen genauestens erkennen konnte. Jedoch war die Vergrößerung mit 120-fach für eine bewegte Masse einfach zu stark. Zur Ankunft hier im Lavafeld könnte uns noch einer der patrolierenden Hubschrauber gesehen haben, hatte aber nicht weiter reagiert oder uns nicht wahrgenommen. Der Suchscheinwerfer wanderte weiter auf den Hauptkrater, rechts des Nordostkraters mit der davor befindlichen Hütte X. Zwischen unserer Position und dem Hauptkrater wanderte gerade ein neuer Lavastrom links den Hang hinunter und lies regelmäßig das schon stehende Gras und Moos aufflammen. Später konnte ich am Hang des Hauptkraters, aber noch westlich des Südostkraters Blitzlicht und Taschenlampen erkennen, die jedoch bald wieder nach westen abstiegen und verschwanden. Wir beide machten dann im Angesicht dieser grandiosen Lavaauswürfe und Blasenexplosionen unser Abendbrot. Brot, Käsescheiben und Limonade, mehr hatten wir beide nicht dabei. Später entdeckte ich noch eine halbe Tafel Schokolade in der Jacke, die genussvoll verzehrt wurde. Teils aus Langeweile und auch wegen der beginnenden Kälte heraus wurde der Wall um uns herum regelmäßig erweitert und erhöht, so dass ein 1 Meter hoher Halbkreis um uns herum entstanden war. Trotz schon recht kompakter Liegeweise frohren wir ganz erheblich. Unten im Tal Richtung Catania machten sich leichte Wolkenschleier bemerkbar, die die sonst durchgehend beleuchtete Ebene um Catania Fleckchenweise abdunkelten.


8. Tag - Freitag, der 27.07.2001
Gegen 2 Uhr bemerkten wir auch eine Veränderung der Aktivität. Meist hatte der hauptaktive Krater/Schlot mit seinen bis zu 400 Meter hohen Feuerzungen die Kulisse bestimmt. Recht daneben kochte ein weiterer Schlot ein kleineres, aber sehr beständiges Süppchen. Links vor der erkennbaren Aufschüttung des Hauptauswurfes jedoch war ein weiterer Schlot, der sehr unterschiedlich tätig war. Meist mischte er mit hohen Fontainen mit, jedoch bildete er regelmäßig Gasblasen, die unter erheblichem Knall, riesige Lavafetzen wie eine Kugel weit von sich schleuderte. Wir schätzen die Wurfweite auf gut 500 Meter ein, da der Montignola locker überworfen wurde. Den Knall verglichen wir mit einem Blitzeinschlag in ca. 500 Meter Entfernung. Auch rechts hinter dem Montagniola erschied regelmäßig das Leuchten eines aktiven Lavaschlotes der in größerem Abstand auch gigantische Explosionen verursachte, die weitere Lavabrocken weit über den Grat des Montignola warfen und damit auch für uns sichtbar machten. Gegen 4 Uhr machte sich vor der 3er-Kombination ein weiterer Krater bemerkbar, der etwa 1 Stunde lang heftige Ascheeruptionen hatte. Der Lavastrom zwischen dem Hauptkrater und unserer Position war derweil unseren Augen ins Tal hin entschwunden, verbreiterte sich aber oben weiterhin sichtlich. Wegen der Kälte waren wir eng zusammengerückt, so dass es zumindest für eine kurze Zeit auszuhalten war. Dazu kamen die harten und absolut scharfen Lavabrocken als Lager, während der Berg oben ständig laute Explosionen verursachte. Aber wir hatten uns schon so daran gewöhnt, da sich zudem der Blick nach Eingang des Knalles auch nicht mehr lohnte, da das Schauspiel ja schon gut 5 Sekunden zurück lag und nach der hier schon verbrachten Zeit nichts Neues versprach. Nach dem Sonnenaufgang machten wir uns dann quer über das Lavafeld Richtung Skipiste auf, da wir noch ein Stück Pistenstrasse erkennen konnten. Hier holte ich mit auch wieder eine schöne Schramme, die sogar einen meiner Sie beiden Strümpfe aufriss, blieb jedoch von Dehnungen, Brüchen oder so weiter verschont.
Auf der Piste konnten wir bald erkennen, das die Lava die Sapienza schon passiert hatte. Einzelne Pfosten der Ski- und Gondelanlage waren verschwunden, umgekippt oder deformiert. Die Lava floss sichtbar flott den steilen Hang hinunter. Unten waren die Arbeitsgeräusche der Raupen zu hören, die sich noch im Kampf gegen die sich ausbreitenden Lavamassen befanden. Direkt vor uns kamen noch 2 Personen genau den Skihang neben der Lava von der Bergstation her herunter. Kurz vor der Serpienza mussten wir wieder über Lavafelder und Geröll, da die Baumaschinen mehrere Wälle zum Schutz der Gebäude errichtet hatten, die immer quer talwärts angelegt waren. Neben Reportern und vielen Arbeitskräften waren die Gendarmarie und das Militär sogar mit eigenem Arbeitsgerät vor Ort. Hastig wurden noch weitere Wälle gegen die wachsende Flut aus Lava geschoben. Die Lava war nur wenige Meter von der Station mit seiner Liftanlage und den kleinen Verkaufsständen aus Holz vorbei geflossen, und weitere Schaulustige mit Passierschein staunten von der mir gut bekannten Treppe zur Gondelstation aus auf die schwarzen, gefährlichen und Hitze ausstrahlenden Massen.
Von einer der vielen Windhosen oder Minitornados wurde mir hier auch meine Kopfbedeckung entrissen, die sich aber wenige Meter weiter wiederfand. Ich aber konnte dabei Wilfried beobachten, der von der Windhose voll erwischt wurde und sich sichtlich gegen den Wind stemmen musste, als dieser plötzlich die Richtung wechselte. Wir passierten ungehindert die Station auf ca. 1900 Meter, hielten uns aber im Hintergrund abseits der Bautätigkeit. Dann begann der voraussichtlich 19 Kilometer lange Abstieg. Alles Daumen raus halten half anfangs nichts, so das wir erst bei Kilometer 13 zumindest bis zum Gasthof bei Kilometer 9 mitgenommen wurden. Hier gönnten wir uns auf Wilfried´s Kosten eine Erfrischung. Auf dem ganzen Weg bergab begleitete uns ständig der Donner der Explosionen. Weiter unten hatten wir noch mal Glück, wobei Wilfried selbst bei der Polizia den Daumen raus hielt, was ich schon als unverschämt empfand, hatten wir doch keine Passierscheine! Trotzdem hatten wir noch einmal Glück und mussten nur noch die 6 Kilometer bis zum Zeltplatz weiter gehen, wo auch er seinen Mietwagen abgestellt hatte.
Hier begegneten wir auch wieder all den Neugierigen, die zum unteren Ende der Lavazunge wollten. Wir scherzten immer wieder über deren Ausstattung. Kein Wasser, Sandalen oder Schlappen waren für diese Tageszeit völlig fehl am Platz. Zum einen wurde es schon erheblich warm, so dass sich sicher Durst einstellen würde, zum anderen konnte das ca. 600 Meter breite moosbewachsene Lavefeld nur mit gutem Schuhwerk überwunden werden. Ein Blick von der Strasse aus war wegen der nur in der Nacht zu sehenden roten Glut völlig sinnlos. Kurz vor Nicolosi trafen wir die Bochumer (Marc und Daniela), die schon wieder auf den Weg nach oben waren. Sie hatten jetzt auch Passierscheine für Assistenten, so dass ich auf weitere Möglichkeiten hoffte. Wie angenommen hatten die beiden mich am Vortag an der Chiesa-Station gesehen, so dass ich kurz mein fortkommen erklärte. Sie hatten wirklich lange nach mir gesucht. Am Zeltplatz angekommen, tauschen Wilfried und ich noch die Adressen aus. Er fuhr zurück nach Naxos, während ich erst einmal eine Runde im Pool schwamm. Das Chlor brannte zwar in allen Wunden, derer ich jetzt schon genügend hatte, aber die Erfrischung war notwendig. Nach einem schnellen Mahl ging ich so um 12 Uhr schlafen. Erst gegen 16.30 Uhr erwachte ich wieder und schon war ich wieder in einer Unterhaltung mit den inzwischen zurückgekehrten Bochumern vertieft. Wir tauschten unsere Entdeckungen aus, so dass sich auch für mich wieder ein besseres Gesamtbild der Situation oben auf dem Ätna ergab. Wilfried und ich hatten zwar eine super Position innegehabt, aber ich würde wohl noch einmal auf den Hauptkrater gehen müssen, da das eine der wenigen sicheren Stellen war, die ohne Spalten waren und den besten Überblick über das gesamte Spalten- und Schlotsystem versprach. Nachdem die beiden wieder auf Erkundung los waren, habe ich die Ausrüstung wieder ausgepackt, die Batterien in die Ladestation gepackt und die grüne Wäsche durchgewaschen. Da die Bochumer jetzt zusätzliche Ausweise für Assistenten hatten, könnte sich für mich evtl. noch eine gute Gelegenheit ergeben. Zudem war ich immer froh, wenn ich mir 16 Kilometer Aufstieg von 800 auf 2000 Meter schon mal ersparen konnte. Meine Kondition war zwar gut, aber wenn es einfacher geht, sollte ich es nutzen, denn je eher würde ich auf die Höhe von 3000 Metern kommen und oben auch durchstehen können. Zudem würde ich mir für Morgen die Ausrüstung schon etwas zusammenstellen, damit ich so kleine Dinge wie die Arbeitshandschuhe nicht wieder vergessen würde. Die waren gerade in den Lavafeldern sehr hilfreich. Meine Finger glichen eher einem Schwamm, so viele Löcher hatten sie schon von dem scharfkantigem Lavagestein. Danach tippte ich mal wieder gemütlich Text, damit die Erinnerung nicht verblassen würde. Nach einer 800-gr Dose Ravioli und Limo wurde weitergetippt, so dass die vergangenen 4 Tage wieder vollständig erfasst waren. Noch ein telefonischer Zwischenbericht zu meiner Mutter nach München, die weiterhin die Berichte betreffs Ätna aufmerksam verfolgte, und danach gegen 23.00 Uhr zu Bett.

9. Tag - Samstag, der 28.07.2001
Dieser Tag begann Faul, verlief Faul und endete Faul. Nachdem ich lange geschlafen hatte, wurde ich wie üblich von dem um ca. 10 Uhr landenden Hubschrauber aus dem Zelt getrieben. Da es auch schon sehr warm wurde, hatte ich nichts dagegen und startete mit einem angenehmen und reichhaltigen Frühstück. Na ja, meine Art von Frühstück! Haferflocken mit Milch, Zucker, Kakao und einer geschnittenen Banane und einen Joghurt. Das schmeckt MIR wunderbar und macht ausreichend satt. Dann fuhr ich erst einmal wieder zum Einkaufen, damit mir vor allem an einem Sonntag nicht das Essen ausgehen würde.
(Dabei entdeckte ich diese alte Kapelle oder Gedenkstätte, die ich schon auf vielen Aufnahmen in Gasthäusern hier gesehen hatte. Sie war so in den 20ern gebaut worden.) Danach versuchte ich noch einmal die verschiedenen Möglichkeiten an Auffahrten weiter hoch zum Ätna zu kommen, sollte ich doch noch einmal die Lust zu einer Tour verspüren. Doch auch die Strasse, die unterhalb des auf Nicolosi zukommenden Lavaflusses lag, war jetzt schon von beiden Seiten gesperrt, so dass ich nicht einmal mehr hier einen kürzeren Weg nutzen konnte. So versuchte ich noch verschiedene Ausfahrten aus Nicolosi, die jedoch entweder in einer Sackgasse endeten, oder nur mit einem Geländewagen zu bewältigen waren. Der Tag wurde dann am Swimmingpool weitergeführt, wobei die übliche laute Musik zur Animation lief. Manchmal war ich schon in Versuchung geraten mitzusingen, da ein Song oft 5 oder 6 mal hintereinander lief, damit die Gruppe ihren Tanz üben und durchstehen konnte.
Das Mittagessen war dafür rechts sparsam und wurde mit einem Mittagsschlaf beendet, damit ich, sollte sich für den Abend oder die Nacht irgend etwas mit dem Ätna ergeben, ausreichend ausgeruht und fit sein würde. Wegen der Mittagshitze war das nicht immer leicht, aber ich lies jetzt einfach das Zelt offen, da ich nicht gerade im Zentrum des Platzes lag und somit kein Aufsehen erregte. Der Abend verlief auch ruhig. Zur üblichen Animation und Disco konnte ich schon gut entspannen, so dass ich nicht bis 23.00 Uhr warten musste, um zu Bett zu gehen.

10. Tag - Sonntag, der 29.07.2001
Gegen 4 Uhr erwachte ich voller Unruhe. Der Berg war sehr gut zu hören und etwas häufiger als sonst. Als ich um 6 Uhr wieder wach wurde, regnete es gerade mal wieder heftig Asche, so dass sogar das Zelt knisterte. So ging ich nur schnell auf die Toilette, weil das Abbauen des Zeltes unter diesen Umständen sinnlos wäre, hätte ich doch Unmengen von Asche mit eingepackt. Ja das war jetzt sicher - ich wollte weg, weg hier oder weg vom Ätna. Genau wusste ich es nicht, aber ich packte zusammen. Just waren auch Daniela und Marc zurück und wirkten recht müde. Ich versprach ihnen noch die Aufnahmen zuzusenden, weil sie sicher noch mehr damit anfangen könnten, packte fertig und verabschiedete mich von meinen italienischen Nachbarn, nicht ohne noch eine Speise testen zu dürfen. Kekse in Schokoladenpudding eingelegt und weich werden lassen. Nach der Bezahlung (nur Person und Zelt, kein Auto keine Electric - ich weiß schon, warum ich immer wieder gerne hierher komme) drehte ich noch eine Runde im Pool, so dass ich frisch und abgekühlt starten konnte.
Es hatte schon wieder 28°, trotz der 800 Meter Höhe hier. Runter Richtung Catania zur Umgehung bemerkte ich zwei neue Kreisverkehre, deretwegen ich auf dem Herweg etwas durcheinander gekommen war. Es hatte sich in den 1 1/4 Jahren doch schon wieder viel getan. Auch die Strassen von Nicolosi waren vielfach aufgerissen worden, so dass ich das Fahrradfahren vorher schon mehr in den Hintergrund gestellt hatte. Auf der Autobahn nach Messina hielt ich noch mal für ein Foto mit Blick zurück zum Ätna und störte dabei wohl ein Pärchen. Wer würde auf diesem verdreckten Parkplatz sonst wohl auch Halt machen. Liebespaare und ich! Kurz vor Taormina entschloss ich mich dann aber doch noch auf Sizilien zu bleiben und wenigstens den Campingplatz im Norden bei Malea zu testen. Zeit hatte ich ja noch und wenn ich schon mal hier war... Also vor Taormina (Gardini Naxos) runter von der Autostrada und ab, nördlich des Ätna über ... und Florentina nach Capo de Orlando.
Die Fahrt war gemütlich und auch abwechslungsreich. Es war ja Sonntag und die Sizilianer haben scheinbar nicht nur Ostern die Angewohnheit, zum Picknick ins Grüne zu fahren. Überall in den schon wieder häufiger vorkommenden Wäldern standen die Autos und die Familien hatten sich hier zum gemeinsamen Essen versammelt. Auch die Gasthöfe, die hier weit oben lagen und meist auch Reiten anboten, waren weit überfüllt und überall standen die gut gekleideten Menschen und unterhielten sich. Neben der Rinderzucht schien auch die Käseproduktion gut zu funktionieren, denn mobile Käsestände gehörten auf jeden Fall zum Bild der Versammlungsplätze. In Capo de Orlando kam ich schließlich ans Meer, das Liparische Meer, den die liparischen Inseln waren von hier aus schon gut zu sehen. Ich fuhr direkt am Strand entlang und genoss diesen Tag. Da ich kurz vor meinem Ziel war, entschloss ich mich nicht mehr zu halten und nach dem Checken noch ins Meer schwimmen zu gehen. So erreichte ich in Gioiosa Merea mein angenommenes Ziel und sah mir den Platz erst noch gut an, konnte aber alles finden, was ich mir so vorstellte.
(Calanovella -Siehe Beschreibung- )
Also rein, nachdem ich bis 16.00 Uhr zur Toröffnung etwa 5 Minuten warten musste und flott das Zelt aufgestellt. Den Platz hatte ich gewählt, da ich das Surfbrett immer selber zum Strand tragen musste und so zu beiden Zugängen einen kurzen Weg hatte. Zudem bot dieser Platz einen guten Überblick über die anderen Gäste, denn ich wollte die Gäste hier schon etwas genauer betrachten. Dann bin ich ins nahe Meer, was überraschend warm war. Nicht so salzig wie angenommen, konnte ich es gut aushalten. Klar und sauber und sogar die Fische blieben bis etwa 20 cm Abstand, so dass sogar dass kurze einfache Tauchen zum Erlebnis wurde. Grosse Felsbrocken hielten sicher die auch auftretenden Wellen vom Strand fern. Nur zum Surfen schien mir das nicht gerade geeignet. Nach dem Salzbad wollte ich noch in den Pool, aber dort musste ich eine Karte vorzeigen, was mir an der Rezeption nicht so (falsch verstanden?) angezeigt wurde. Mist - wütend war ich schon, den im Chlorwasser ist das Schwimmen schon noch etwas anderes und nimmt mir auch den Salzgeschmack weg. Zumindest sollte eine Karte für 15-fachen Eintritt 3.000 Lire kosten, aber Badehaube war vorgeschrieben. Bei meinen Haaren sehe ich das zudem nicht ein, also verzichtete ich vorerst auf dem Kauf. So ging ich zurück und machte mich zu einem Lauf fertig, so dass ich den an sich bewegungslosen Tag noch mit etwas mit Sport würzen wollte. Erst an den Strand, und auf zur nahen Ortschaft, dort dann hin und her, hinauf und herunter, so dass ich schnell einen Eindruck von der Siedlung hatte. Da aber Sonntag war, konnte ich viele Geschäfte sicher gar nicht erkennen, da viele Eingänge und Fenster mit schweren Rollos verschlossen waren. Kriegerdenkmal, Kirchen (halb zerfallene Türme, die Glocken hielten wohl gerade noch so), Pizzerien, kleine Läden und schöne Zentralplätze. Im Ort baute man auch für ein größeres Ereignis eine Bühne mit Sound und Lichtanlage auf. Wieder am Strand zurück zum Campingplatz, war ich dann 40 Minuten unterwegs gewesen.
Nach der Dusche musste ich endlich Essen, da ich das Mittagessen hatte ausfallen lassen. Brot, Käse, Banane und Joghurt zu Wasser. Dabei sah ich einer 6-köpfigen Familie beim Aufbau ihres Platzes zu, die jedoch schon vor meiner Ankunft damit begonnen hatten. Großes Zelt incl. Schlafanhänger, und 3 weitere Zelte für die Kinder. Die 4 Töchter, ein Nachzügler, waren nicht so sehr am Aufbau beteiligt und durften dann wohl endlich auch noch ins Meer, bevor es zu dunkel wurde. Selbst eine Nische für die Küche wurde aufgebaut. Regale, Sonnendach und Hängematte gehörten auch dazu. Im Baum war sogar ein Regal für die Duschutensilien. Ich nahm an, dass fast der komplette Haushalt mitgebracht worden war. Selbst Bügeleisen und Kühlschrank, sowie Fernseher hatte ich hier schon häufiger entdeckt. Bei meinen Nachbarn hinter meinem Platz fragte ich nach einer Möglichkeit für Strom für meinen Rechner, da sich ein eigener Anschluss bei dem Miniverbrauch nicht lohnte, wenn man die 5.500 Lire je Tag sah. Eine der Töchter konnte Englisch und ich erklärte, für was ich ab und zu den Strom benötigte. So wurde eine nette Unterhaltung daraus, die mir sogar ein Stück Pizza und Melone einbrachte. Überhaupt schienen die Sizilianer, auch wenn diese aus Palermo zu sein schienen, immer sehr offen zu sein. Wie sollte ich mich da revanchieren. So, also Jackomo, Carmela, Alexandra und Gabriella. Ich hoffte mir das merken zu können.
Dann ging ich schnell zur Animation, bzw. der Show mit anschließender Disco, wie es im Programm stand. Alexandra und Gabriella waren schon dort und ich hoffte die beiden zu treffen, damit ich evtl. einiges übersetzt bekommnen könnte. Es lief Tanzmusik, meist Latein und ein Paar tanzte dazu. Es schienen einfache Gäste zu sein, denn das vorher und nachher wirkte nicht wie Animateure. Sie hatten aber einige Figuren parat, so dass ich auf mindestens Silberstufe oder etwas mehr tippte. Dann begann die Animation. Ich verstand nichts, nahm aber anfangs (etwa eine halbe Stunde) an, es handelte sich um Werbung. Dann wurden die Mitglieder der Animation vorgestellt, so dass eine weitere halbe Sunde verging. Danach ging es sehr schnell. Der Animatuer am Mikro sagte irgend etwas und alles stürmte nach vorne an die Bühne des etwa nach einem griechischen Theater aufgebauten Platzes. Und dann erkannte ich erst die Ausmaße der Animation, die ich in Nicolosi schon bei bis zu 10 Personen erlebt hatte. Die 7 Animateuere tanzten einstudierte Übungen vor, die vor ihnen etwa 150 der Gäste mitmachten. Das sah absolut unglaublich aus. Die meisten mussten diese Schritte lange geübt haben, denn es sah SUPER aus. Eine wogende und händehebende Masse aus Urlaubern. Auch die Songs erkannte ich aus der ersten Woche wieder. Also das musste ich mir am nächsten Tag mal ansehen und am Abend unter Umständen sogar filmen. Alleine der Anfang der Animation lohnte sich sicherlich, um den Eindruck zu vermitteln. Nach einer Stunde ging das ganze in normale Disco über, die anfangs mit maximal 1 Minute eines Songs ablief, aber weiterhin fleißig von allen Gästen genutzt wurde. Gegen Ende kam noch einer dieser Schubssongs, was nach dem hier vorher gezeigten Leistungen der Gäste völlig fehl am Platz war. Gegen 0.30 Uhr endete der Abend im Theater. Ich spazierte noch einmal zum Strand, um auch einen Eindruck zur nachtschlafenden Zeit zu erhalten. Viele der Jugendlichen oder jungen Erwachsenen waren hier am Eingang versammelt und unterhielten sich fleißig. So ging ich dann auch zu Bett.

11. Tag - Montag, der 30.07.2001
Heute war ich wieder gegen 4 Uhr wach. Mir viel nichts auf, was auf eine Störung hingedeutet hätte. Die Brandung war immer noch etwas zu hören, sonst aber war der Platz still. Aber ich schwitzte schon wieder oder immer noch. Die Temperaturen hier waren enorm. Leider hatte ich aber kein Außenthermometer dabei und zum Auto wollte ich jetzt auch nicht.
Gegen 7 Uhr war ich wieder wach und stand endlich auf. Kurze Katzenwäsche und dann ein gigantisches Frühstück. Im Sommer mag ich zu Mittag nicht gerne was essen, so versorgte ich mich schon am Morgen. Dann besichtigte ich kurz den Markt um die Ecke und kaufte so einen Stecker für die Stromanschlüsse der Campingplätze für 5.000 Lire. So hatte ich erst einmal eine schöne Aufgabe aus der Elektrik. Ich tauschte die Stecker meiner Leitung aus und hoffte, dass es funktionieren würde. Die Masse war ja gut gekennzeichnet.
raus ok -Aufnahme von Gavino Nepolitano Heute war Wind und so entschloss ich mich, das Meer zum Surfen auszutesten. Ich nahm alle Utensilien zusammengeschnürt auf dem Kopf tragend mit zum Strand. Die etwa 300 Meter geht das immer. Dann ging ich mit Neopren und dem Brett raus, um die Region am Strand zu erkunden und die Wellen und den Wind zu testen. Etwa eine halbe Stunde war ich so draußen und empfand es vom Wellengang und Wind her ungefähr so, wie zur besten Zeit Nachmittag am Gardasee. Ohne die Übung vom Mai hätte ich keinen Versuch unternommen, aber nach einer halben Stunde weiterer Beobachtung des Meeres traute ich mich dann doch.
Es ging besser als erwartet, jedoch hatte der Wind "nette kleine Löcher", das mich dann einmal auch prompt im Trapez hängend, ins Wasser fallen lies. Nach 2 Runden bis zur dunkel gefärbten Wasserfläche reichten fürs erste, so dass ich wieder zurück fuhr. Meine Arme waren vom Paddeln und durch den schon zu engen Anzug etwas ermattet. So trennte ich den Mast vom Board und verlor dabei die Sicherungsnase, die beides zusammenhält. Das bemerkte ich jedoch erst 2 Stunden später.
wieder zurück - Aufnahme von Gavino Nepolitano Von Alexandra, die kurz dort verweilte, erfuhr ich weitere Einzelheiten zum gestrigen Abend und nahm mir vor, die Animation mitzumachen, damit ich bei dem abendlichen Spaß mitmachen könnte. Auch das mit der Werbung vorher hatte ich richtig vernommen. Bewegung und Mimik sagen schon viel aus, auch wenn ich kein Italienisch verstand. Auch die Großfamilie konnte ich am Strand sehen. Nachdem Alexandra gegangen war, kam ein anderes und sehr hübsches Mädchen vorbei und fragte nach Feuer. Tja, das habe ich als Nichtraucher nie dabei, aber sie erhielt es von dem Pärchen nebenan. So ging sie noch etwa 100 Meter und setzte sich in die Steine. Kaum das ich wieder am Wasser stand, kam sie zurück und jetzt wechselten wir mehr Worte in Englisch, dessen sie gut mächtig war und sogar vom ihrem Opa berichten konnte, der in Deutschland eine Pizzeria haben sollte. Den Ort konnte sie nicht angeben, aber zu Weihnachten würde sie nach Deutschland kommen. Rosanna hieß sie und als ich in ihre Augen sah, überfielen mich eiskalte Schauer - sie war wirklich sehr schön. Sollte ich etwa schon am 2. Tag hier einen solchen Glückstreffer landen ohne selber tätig sein zu müssen? Ich wollten uns wieder treffen, denn auch sie war auf dem Campingplatz.
rausfahren ok - Aufnahme von Gavino Nepolitano Als sie auch gegangen war, wollte ich noch einmal raus aufs Meer, bemerkte jetzt aber den Verlust. Nach der erfolglosen Suche trat ich zu allem Überfluss noch auf eine Wespe, die mich prompt stach. So konnte mein Medizinschrank (die Seitentasche eines Koffers) seinen Nutzen beweisen. Ich war aber für diesen Tag bedient. So legte ich mich unter das Segel und döste vor mich hin. Auch Alexandra tauchte wieder auf und übte im Wasser die Schritte der abendlichen Gruppenanimation. Sie schätzte mich auf 28. Entweder nett gelogen oder ein Kompliment für mich. Die Wahrheit konnte sie kaum glauben.
Um 16.00 Uhr ging ich zur ersten Animation, die aber ausfiel. Das dafür veranschlagte Volleyballspiel wollte ich mit der Sonne auf meiner Haut für heute auch nicht mehr spielen, so dass ich auf meiner Parzelle bis zur Animation um 18 Uhr ausruhte. Während dieser Zeit kamen die Eltern von Nebenan, der Vater (Jackomo) incl. Werkzeugkasten, um mir bei der Behebung meines Problems mit dem Surfbrett zu helfen. Aber da musste auch er passen, stimmte aber zu, dass ich im Ort wohl einen Automechaniker aufsuchen müsste.
Dann ging ich zur Animation. Wie ich angenommen und bestätigt bekommen hatte, wurde hier zur Musik genau das am Abend zuvor gezeigte geübt. Eine Mischung aus Aerobic und Tanzen, aber trotz dass ich den italienischen Erklärungen nicht folgen konnte, war ich wohl nur durch Beobachtung noch besser dran, also einige andere. Da half mir sicherlich der Tanzunterricht von früher. Nur der Einsatz war immer schwer, weil ich ja nie wusste, wo wir jetzt anfangen wollten. Es machte aber einen riesigen Spaß, so dass ich 1 Stunde später wieder nassgeschwitzt zum Zelt zurück konnte, aber nicht ohne noch eine Runde am Strand entlang zu gehen.
Rosanna aber war leider nicht zu sehen, ich gebe es ja zu...
Vor dem allabendlichen Spektakel hatte ich noch viel Zeit, die ich zum Essen und tippen nutzte. Und wieder wurde ich durch die Nachbarn versorgt. Es gab Weintrauben. Erst auf 22.00 Uhr ging ich zum Theater hoch, wobei ich mit Videokamera und Stativ ausgestattet war. Während meiner Teilnahme an der Animation hatte ich schon gesehen, dass eine Musikband (XX-Large ?) spielen würde, so dass ich sicher viel zu sehen bekommen würde. Während meiner Ruhephase fiel mir die Tochter (Daniela, 6) gegenüber auf, die sich, immer aus der Hängematte heraus auf den Boden greifend, anschaukelte. So nahm ich eine Schnurr, ging hinüber und band diese am nächsten nebenstehenden Baum zur Hängematte fest. Das andere Ende gab ich ihr in die Hand und schon konnte sie gemütlich aus der Liege heraus, ohne der Gefahr des herausfallens, weiterschaukeln. Der Vater (Gavino) hatte meine Tätigkeit beobachtet und sagte dann lachend "Grazie".
So ging ich zum Theater hoch. Neben der Bühne konnte man sich noch für die Spiele bei den Animateuren eintragen, was mit einer der Animateure auch nahe legte. Ich verstand ihn so, dass wir dann Musik spielen müssten. Da ich aber schon ahnte, dass das ohne Übersetzung zum Chaos führen würde und ich ja die Kamera dabei hatte, verzichtete ich gerne.
Dann ging es wieder mit viel Palaver los. Es wurden die 5 Kandidaten für das erste Spiel von Kindern ausgelost. So ging es im ersten Spiel darum, so schnell wie möglich ein Lied zu erkennen, zum Stuhl vorzulaufen und dort einen Luftballon zum platzen zu bringen. Dann sollten die Kandidaten die Frage beantworten. Einige bekamen den Ballon nicht zum platzen, oder wurden noch vor dem Stuhl stehend - überlegend - überholt. Danach mussten die Kandidaten nacheinander innerhalb von 5 Sekunden ein Lied anstimmen, bis nur noch einem etwas einfiel. Bei bekannten Schlagern sang sogleich das ganze Theater mit, was sehr schön klang.
Und dann kam, was zwangsläufig kommen musste, eine Ansage und bevor ich die Kamera überhaupt einschalten konnte, war die Bühne schon voller Campinggäste. Diesmal spielte die Band live, aber die Auswirkung war die gleiche wie am Abend zuvor. Gut mehr als 200 Gäste waren mit am Tanzen, so dass es wieder einer rhythmisch wogenden Masse glich. Zwei der Tänze kannte ich ja schon, und so machte ich oben hinter meiner Kamera neben vielen anderen Gästen hier oben einfach mit.
Gegen Mitternacht ging ich zurück, und saß noch einmal etwas am Strand. Die Wellen waren noch recht kräftig und erzeugten eine in der Dunkelheit gut zu erkennende Linie am Strand.
Dann verschwand auch ich im Bett, da es schon sehr früh unangenehm warm wurde, und ich nicht so schlafen konnte, wie ich es mir wünschte.

12. Tag - Dienstag, der 31.07.2001
Um 2 Uhr erwachte ich noch einmal, da die 3 Mädchen (Anna-Maria, Giusy und Isabella) gegenüber gerade zurück kamen und viel kicherten. Entweder waren es die beiden Vögel bei mir am Baum, oder die Wärme. Punkt 4 Uhr war ich schon wieder auf.
Mehr oder weniger gut döste ich bis gegen 8 Uhr noch weiter, und musste akzeptieren, dass ich mir einen Schnupfen eingefangen hatte. Zudem hatte der Wespenstich jetzt seine volle Wirkung entfaltet, so dass ich hoffte, wenigstens die Schuhe anziehen zu können.
Nach dem Frühstück bereitete ich auch einen kleinen Teller meines Frühstückes als Kostprobe für meine Nachbarn hinter meiner Parzelle vor. Dann ging ich in die Ortschaft, um eine Werkstatt zu suchen, die in der Lage und willens war, das Problem am Surfbrett zu beheben.
In einer Autowerkstatt wurde ich an eine Frau verwiesen, die mich zu einer Firma weiter oben am Hang mitnahm. "Construction Nautic" - eine kleine, Jachten herstellende Firma. Er erkannte das Problem, und ich stimmte einer festen Verbindung per langer Schraube zu. Ich sollte am nächsten Tag wieder kommen und wurde von der Frau (der Ehefrau des Werftbesitzers übrigens) wieder im Ort am Supermarkt "CONAD" abgesetzt. Hier besorgte ich noch Bananen und eine Kerze für Alexandra und ging wieder am Strand zurück.
Dann verbrachte ich noch die Zeit bis Mittag am Strand, wobei ich mit dem Brett rauspaddelte, damit ich ein besseres Gefühl für den Wind und die Wellen draußen bekommen würde. Das Brett eignete sich übrigens auch hervorragend als Sonnenschutz wenn es auf einen höheren Stein gelegt wird.
Als ich zum Platz zurück kam, erwarteten mich schon die Nachbarn hinter mir, weil ich ja heute Spaghetti bekommen sollte. So duschte ich schnell das Salz runter und machte mich Tischfein (Badehose - wie alle hier). Dazu gab es noch einen Becher Wein, so dass ich gut speisen konnte. Derweil hatte es 37°C und die Wolkenbildung lies auf eine hohe Luftfeuchtigkeit schließen. So war auch zu erklären, dass mir auch alle Minute ein Wassertropfen die Brust hinunter rann.
Da ich den netten Mittagtisch fotografiert hatte, machte ich auch gleich noch Aufnahmen von meiner Parzelle, wobei ich die Hilfe meines anderen Nachbarn von gegenüber bekam (Gavino), woraus sich sofort wieder eine lustige Kommunikation entwickelte. Er war in der Chemischen Industrie tätig und nutzte eine Digitalkamera, deren Nutzung er mir wegen dem Laptop auch zugedacht hatte.
Dann kehrte die Mittagsruhe ein, die bei der Hitze auch angemessen war. Hängematten waren wegen der Rundumlüftung die beste Möglichkeit unter den Bäumen zu verweilen. Ohne die großen grünen Bastschirme über den Parzellen hätte ich es sicher auch nicht lange ausgehalten. So ließ ich die 16 Uhr Animation gleich sein und ruhte weiter aus. Erst zur Gymnastik und Tanzstunde ging ich ins Theater.
Es war wieder ein riesiger Spaß. Es begann mit einfachen Schrittübungen, die immer mehr zu eine Gesamtkomposition zusammengesetzt wurden. Schwierig war es weiterhin für mich, wenn mitten in einer Sequenz wegen der Wiederholung angefangen wurde. Das bedeutete dann immer eine schnelle Reaktion oder meinen späteren Einsatz. Doch schon heute konnte ich von den Kenntnissen des Vortages profitieren. Nur in der zweiten Hälfte wurde ein neuer Tanz gezeigt, so dass ich auch hier wieder viel "daneben trat".
Nach der Tanzstunde war "Ginnastica Dimagranta" angesetzt, die ich mir heute mal ansehen wollte. So war ich nach 10 Minuten schon sicher, diese Übungen ab dem folgenden Tag auch gleich mitzumachen. Als ich dann so an der Seite des Theaters stand, bemerkte ich Rosanna, und sie auch sogleich mich. Ich erhielt ein bezauberndes Lächeln. So lohnte es sich, auf das Ende der Stunde zu warten.
So fragte sie dann sogleich, wo ich den gewesen wäre, worauf wir uns aber nicht so recht auf Ort und Zeit einigen konnten. Während der Unterhaltung erfuhr ich auch ihr Alter, was mich mal wieder völlig frustrierte. Doch Zumindest war klar, dass wir uns am Abend bei der Aufführung um 22.00 Uhr treffen wollten.
Das waren schöne Aussichten, und so ging ich zum Platz zurück. Ausruhen, duschen und Abendessen waren ja noch zu erledigen.
So war ich schon gegen 21.40 im Theater und sah mir die Kinderdisco an. Auf die Art konnte ich sicher sein, dass mir Rosanna nicht wieder in der Masse untergehen würde. Doch genau das passierte wieder. Ich nahm das nicht so ernst, denn auch hier auf dem Zeltplatz richteten sich die Gäste wie für ein Stadttheater her, so dass leicht eine Person völlig anders aussehen konnte. Und da die Gäste hier sehr gedrängt eintrafen, konnte leicht jemand übersehen werden. Zudem gang es zwei Aufgänge und bei der Beleuchtung war es kein Wunder. So erlebte ich eine nette Show des Animationsteams, der ich wegen der Pantomimenanteile gut folgen konnte. Den anschließenden Gruppentanz machte ich. Bei der anschließenden normalen Discomusik entdeckte ich Rosanna wieder, die aber recht in die Unterhaltung mit ihren Freundlinnen vertieft war. So hielt ich mich zurück. Als ich später vom Strand zurückkam, saßen die 3 gerade am Ausgang (einer Mauer zum Meer herunter) und aßen Eis. Ich ging zu Bett.

13. Tag - Mittwoch, der 01.08.2001
Rückkehr aus der Stadt? - Aufnahme von Gavino Nepolitano Ich hatte gut ausgeschlafen und kam auch wegen der zunehmenden Wärme gegen 8 Uhr aus meinem Zelt heraus. Nach dem üblichen Besuch der Sanitäranlagen fühlte ich mich auch wieder ohne Zwang und schon viel frischer. So konnte ich wieder mein Liablingsfrühstück genießen, und Zeit hatte ich ja wirklich genug ...
Da ich aus den vorherigen Besuchen der Stadt (Gioiosa Marea) die Platzverhältnisse kannte, entschloss ich mich mit dem Fahrrad in die Stadt zu fahren, um das Bodenstück vom Surfbrett wieder abzuholen und noch etwas zum Essen mitzubringen. Da ich keinen Kühlschrank nutzte, musste ich frische Ware immer auf 2 Tage aufbrauchen. Unglücklich war es für uns Radfahrer vor allem gleich nach dem Verlassen des Platzes, denn nach schlechter, baufälliger Strasse mussten wir auch erst noch sehr steil zur Küstenstrasse hoch fahren. In der Firma fand ich auch prompt den Tags zuvor so freundlichen Herrn und das Bodenstück Mast/Surfbrett war auch fertig. Er zeigte mir das Ergebnis, das auch von einer gewissen Professionalität zeugte und wollte nichts annehmen, was angesichts der Fertigung der Luxusschiffe dort sicherlich auch ein kleines Problem gewesen sein musste. Die Schraube war sauber mit Plastikscheiben gedämpft und gesichert worden. Das sollte ausreichend halten. Danach bin ich noch in einen anderen Supermarkt um zumindest das Volumen meines Rucksackes für Nahrungsmittel zu nutzen. Zurück war ich schon wieder so verschwitzt, dass ich schleunigst mit den Sachen zum Strand hinunter bin.
Die Wellen waren mir heute aber weitaus zu kräftig. Ich unternahm einen Versuch und kam auch gut raus. Am Übergang zum tiefen Wasser wendete ich wieder und kurz vor den Felsbarrieren rutschte wieder der Mastfuß aus der Halterung. Angesichts der Wellen konnte ich nur noch zurück zum Strand paddeln, was schon eine enorme Anstrengung bedeutete. Jedoch hätte ich die Verankerung hier draussen in den Wellen auf keinen Fall mehr einrasten können, weshalb ich auch sehr Vorsichtig mit meinen Surfausflügen hinaus ins Meer war. Danach war mir nicht weiter nach Surfen und ich machte noch ein paar Segelwendeübungen am Strand. Der Wind machte es auch hier draußen schon schwierig genug, so dass ich schon zu 45° schräg am Segel hing. Doch konnte ich die Handgriffe für Wenden, Halsen und andere Segelstellungen gut testen und einstudieren, denn draußen auf dem Meer hatte ich ja noch zusätzlich die Wellen und die eigene Fahrtgeschwindigkeit zu beachten. Wer so wenig surfte wie ich, sollte schon mehr Übung nutzen um wieder sicher und wohlbehalten ans Ufer zurück zu kommen.
Die Mittagspause nutzte ich jetzt auch schon für eine ausgedehnte Ruhephase unter den Bäumen. Das war die einzige Lage, in der ich nicht schwitzte. Selbst die Mattendächer über der Parzelle waren nicht genug Schutz vor der Sonne, so dass wirklich nur unter den Bäumen die Hitze erheblich gemindert wurde. Dort, zwischen den Parzellen hielten sich auch meist alle anderen Gäste des Campingplatzes auf.
Vor den sportlichen Betätigungen ging ich noch zur Dusche, um zumindest nicht schon verschwitzt zu erscheinen. Kurz kalt abduschen machte mich wach und wusch den Schweiss vom Körper. Dann packte ich mir Wasser mit Tee und ein Handtuch ein und ging auf 18 Uhr zur Gymnastik ins Theater hoch. Mit Begeisterung nahm ich auch wieder an den "Tropical Dance"-Übungen mit, die ich schon jetzt meist gut kannte und kaum noch aus dem Rhytmus fiel bzw. die folgende Figur oder Schrittfolge schon kannte. Ich erinnerte mich an eine der eisessenden Mädchen vom Vorabend und fragte sie nach Rosanna. Sie konnte mir aber nur noch von der Abfahrt dieses wirklich bezaubenden Mädchens berichten. Schade ... Auch 2 andere Mädchen, die immer beim Tanz waren und auch viel lachen konnten, hatten heute ihren letzten Tag. So gab ich ihnen noch meine Internetadresse und hoffte auf einen Italienischen Eintrag in meinem Gästebuch.
Nach all dem Sport ging ich noch eine Runde im Meer schwimmen, was durch die Abkühlung meist auch noch eine weitere Stunde Wohlbefinden versprach, da ich nicht so schnell wieder schwitzte. Auf dem Rückweg duschte ich immer gleich noch das Salzwasser ab, denn ich empfand das Salzwasser immer als unangenehm, wenn ich wieder am Platz war. Es klebte und fühlte sich auch bald körnig kristalisiert an. Dann bereitete ich wieder mein Abendessen vor, nicht ohne meine Speisekarte durch einen blinden Griff in die Dosen zur Überraschung werden zu lassen. Dazu gab es Brot, Schokolade, Joghurt oder Banane mit Wasser, manchmal aber auch Milch/Kaba. Zum Essen hatte ich immer viel Zeit, da die Vorbereitungen schnell erledigt waren und das Beobachten der anderen Nachbarn viel interessanter war. Dann machte ich mich für den Abend fertig.
Ich war zur selben Zeit für das Spektakel im Theater fertig, wie der Kern der Familie gegenüber. So begleitete ich Gavino, Antoniette und die jüngste Tochter Daniela. Wir kamen gerade an, als noch die Kinderdisco durchgeführt wurde. Auch hier wurde mit festen Tanz- und Schrittabläufen zu bestimmten Musikstücken gearbeitet. Das Theater füllte sich diesmal sehr zügig, so dass um 22.00 Uhr die Sitzbereiche völlig gefüllt waren. Gavino telefonierte sogar zweimal zu den drei älteren Töchtern zum Zelt hinunter, dass sie sich beeilen sollten und auch kaum noch Plätze frei wären. Aber auch die Darsteller (Sassar) kamen später. So waren die drei sogar noch vor Beginn der Show gegen 22.30 Uhr anwesend, und sahen alle miteinender wieder umwerfend schön aus.
Bei der Show handelte es sich um einen Komiker, der lustige und/oder skurrile Geschichten erzählte. Da ich kein Italienisch verstand, musste ich mich auf einzelne Begriffe stützen, die ähnlich oder eben doch irgendwie aus dem Englischen oder Französischen her bekannt waren. So betraf eine der Geschichten die Dialekte und Sprachgewohnheiten der Italiener von Mailand und Venedig bis hier nach Catania und Palermo. Sei es nun am Telefon (Pronto), bei der Schreibweise seines eigenen Künstlernamens oder dem Flug eines Geschäftsmannes von Palermo bei 37° nach Mailand bei 2° und den absehbaren Folgen der Kälte. Weiteren Geschichten u.a. über Piercing und Viagra konnte ich soweit folgen bzw. diese erahnen. Seine Hand- und Körperbewegungen waren zudem eine große Hilfe. Wegen der Verspätung wurde dann nach Ende der Show gegen Mitternacht kein gemeinsames Tanzen (Tropical) mehr veranstaltet.
So ging ich erst zum Zelt zurück, um dann doch noch an den Strand zu gehen. Die Ruhe nach den hier doch lauten Animationen empfand ich gerade in der Nacht sehr wohltuend und entspannend. Dort saß ich keine 10 Minuten, schon war Alexandra mit einer weiteren Freundin da. Es gesellten sich schnell weitere junge Leute hinzu und schon wurde ich von Laura, Vanessa und Alessandra mit an den Strand genommen, wo unter anderem Mike Gitarre spielte. Ich musste einige neugierige Fragen beantworten, doch zu meiner Zufriedenheit hielt sich das in Grenzen, so dass ich nicht weiter auffiel. Gegen 2 Uhr bin ich dann gegangen, da es schon recht wenige geworden waren und ich zudem am nächsten Tag zum Radfahren wollte. Und das musste wegen der frühen Hitze schon gut in der Früh sein. Auch Gabriella und Anna-Maria, Giusy und Isabella gegenüber kamen gerade zurück.
Ich schlief sofort tief ein.

14. Tag - Donnerstag, der 02.08.2001
Ich erwachte gegen 7.30 und war noch so erschlagen, dass ich das Fahrradfahren sein lies. Erst nach 9 Uhr quälte ich mich aus dem Zelt und war immer noch früher auf, als die anderen vom Strand in meiner Nachbarschaft.
So bereitete ich mir wieder mein großzügiges und reichhaltiges Frühstück. Dazu kam ein von den Nachbarn (Jackomo) schon auf den Tisch gestellter kleiner Kaffee. So wurde ich bald wach und genoss das Frühstück in aller Ruhe. Es war ja Urlaub und hetzen musste wirklich nicht sein.
Aufnahme von Gavino Nepolitano Nach 10 ging ich wieder mit dem Surfbrett zum Strand war doch das Surfbrett in allem Lagen brauchbar. Ob ich nun surfte, mich vor der Sonne schützte oder es ohne Segel als Unterlage im Wasser nutzte konnte es vor allem zur Lebensrettung gut eingesetzt werden. Mit dem Brett war ich sehr schnell unterwegs und es konnte gut 10 Personen über Wasser halten, oder ich konnte ein Opfer durch Umkippen auf das Brett wuchten.
Später kam auch die Familie von Gegenüber und Gavino probierte mal das Stehen auf dem Brett im Wasser plus Wellen. So erhielt er eine Vorstellung von den Verrenkungen und ständigen Korrekturen, die ein Surfer ständig vornehmen musste. Auch einer seiner Töchter (Isa) probierte es kurz mal. Sie konnte kurz stehen, kippte aber dann sehr schnell ins Wasser und gab leider gleich auf. Ich wusste ja, dass die meisten Personen schon nach wenigen (5) Versuchen gute Erfolge erreichten, wenn erst mal ein bisschen Gefühl für die Bewegung und Balance erreicht wurde. Schade auch, weil sie auch so hübsch war ...
Nachdem sie alle wieder an den Strand zurückgeschwommen waren, paddelte ich raus aufs Meer und umrundete vom ostlichen Strandende aus alle Felsen, die hier in der Brandung standen. So machte ich mir ein besseres Bild von den gefährlichen Stellen und würde mich besser an die Stellen erinnern können, wenn ich selber dort schwimmen war. Vom Brett aus konnte ich sehr gut bis auf den Grund schauen, wobei der Grund teilweise schon gute 5 bis 7 Meter tief lag. Dennoch war das Wasser hier (bei ruhigem Wellengang) sehr klar! Erst nach einer guten Stunde war ich wieder am Strand zurück.
Da Antonietta mal meine kleine "Küche" im Auto und meine Nahrungsvorräte und -arten gesehen hatte, war ich jetzt zum Essen eingeladen. Bei der Größe der Familie fiel ich sicher nicht weiter auf, aber dennoch war mir das ein bisschen unangenehm, da ich nicht wusste, wie ich mich revanchieren könnte. So gab es Spaghetti mit Käse und Zuchiniringen. Das Essen verlief gemütlich und unter lebendigen Unterhaltungen quer durch die Familie. Einzelne Gesprächsinhalte konnte ich immer wieder erahnen, so dass ich immer mal wieder lächeln konnte oder sogar einzelne Getränke oder Platten zureichen konnte. So unterstellten sie mir, dass ich sie verstehen würde jedoch nur so täte ... mitnichten.
Den Nachmittag verbrachte ich nach dem Genuss des Weines wieder schlafend unter den Bäumen. Das hatte ich mir schnell angewöhnt und war angesichts der sowieso vorgeschriebenen Mittagsruhe (14-16 Uhr) auch eine sehr angenehme Sache. Nach einem kurzen Gang zum Meer und einer Runde im erfrischenden Wasser führte der Rückweg wieder an den Duschen vorbei, um das lästige Salz loszuwerden und abgekühlt für die Animation bereit zu sein. Diese fand wie immer im Theater statt und hielt meinen Puls für gut eine Stunde auf 140 Schlägen in der Minute. Die anschließende Gymnastik Dimigranta war ruhiger, machte sich aber erheblich in den beanspruchten Muskelpartien bemerkbar.
Aufnahme von Gavino Nepolitano Nach der Rückkehr machte ich mich Fertig um der Einladung von Napolitano´s zum Abendessen zu folgen. Isabella hatte das Essen wieder in ihrer besonderen Art dargestellt. Große Augen und freche Lippen luden mich zu "Saussischa" (Grill-Würste) ein. Da konnte ich wirklich nicht mehr wiederstehen. So schnappte ich mir meinen Klappstuhl und machte mich auf zur anderen Straßenseite. Der Grill war schon länger in Betrieb und ich fand trotz des Durcheinanders am Tisch irgendwie den mir vorgesehenen Platz. Die Würste waren mir nicht völlig unbekannt und schmeckten ausgezeichnet, auch wenn sie nur so von Fett strotzten.Dazu gab es reichlich Brot, Salat, Wein und Nusslikör. Dies fanden wir erst mit Hilfe des Sprachführers in meinem "Marco Polo Sizilienbuch" heraus. So fingen Isabella und Giusy an, auch die Zahlen von 1 - 10 zu erlernen, da ich schon bei 20 angekommen war. Besonders die Laute "ä, ü und ö" machten ihnen immer wieder zu schaffen. Aber wenn Isabella die "fünf" aussprach, wurde mir ich immer sehr warm. Dieser Mund und das Gesicht dazu - da musste ich schnell weggucken, denn das war zuviel für mich ... So wurde ich noch für den kommenden Sonntag zum Essen eingeladen, wobei ich oft nicht sicher war, ob ich das auch richtig verstanden hatte.
Wegen dem gemütlichen Essen und der Unterhaltung verpasste ich die Show und den Tanz, und hatte im Gegensatz zu den Mädchen auch kein Interesse mehr, mich jetzt noch fertig zu machen und ins Theater zu gehen. Denn gerade die Zeit nach dem Tanz war immer sehr schwer, da ich nicht auf die anderen Gäste zuging und so auf die wenigen Bekannten angewiesen war, die mich einluden. So unterhielt ich mich noch mit den Eltern und hatte auch bald ausreichend Wein genossen. Gegen Mitternacht ging ich noch für eine halbe Stunde an den Strand und lauschte der Stille, den Wellen und den Gruppen der jungendlichen Gäste rundherum. Dann war auch ich bereit, zu Bett zu gehen und den notwendigen Schlaf einzuholen.

15. Tag - Freitag, der 03.08.2001
Der Morgen brach heute früher an als sonst, denn der Wecker hatte mich nach 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen. So verlief das Frühstück zwar wie üblich, jedoch früher als sonst.
So startete ich um 7.30 Uhr mit meinem Fahrrad Richtung Capo de Orlando. Die Fahrt war angenehm, auch wenn ich ja erst einmal zur Küstenstraße hoch musste. Dann aber verlief die Strecke wunderschön an der Küste und oben in den Felsen am bekannten Turm entlang und bis Torrevilla. Dort hatte ich 25 Kilometer erreicht und wollte umkehren, da ich 50 Km als Tagessoll für ausreichend hielt. Zurück wollte ich jedoch eine Straße finden, die näher an der Küste verlaufen würde und nicht so viel Verkehr hätte. Zumindest hier im Deltabereich hatte ich eine solche Möglichkeit erwartet und fuhr einfach Richtung Meer um dann sozusagen im Trial and Error-Verfahren weiter zu kommen. Doch errreichte ich bald eine Sackgasse und die einzige Straße führte wieder auf die große 113 zurück. Nun denn, dann sollte es halt so sein und ich fuhr so die gleiche Route wieder zurück. Trotzdem war die Fahrt sehr angenehm und auch sehr Übersichtlich.
Zurück am Campingplatz war schon der Kaffee auf meinem Tisch und ich machte mir noch eine kleine Brotzeit fertig. Danach bin ich schnell an den Strand. Das Surfen endete bald wieder am Strand, weil die Wellen und der Wind einfach nicht zusammenpasten. Entweder war der Wind (meiner Meinung nach) ausreichend, aber die Wellen dann schon unangenehm hoch, oder die Wellen waren zu ignoriren, aber der Wind viel zu schwach und unstet. So machte ich anschließend wieder Trockenübungen, zu denen ich auch Gavino und Chesere einlud. So erhielten auch die beiden einen Einblick in die Kräfte, die der Wind so auf das Segel ausübte. Daraufhin war ich noch Schwimmen, was ich durch die Runden um und zwischen den Felsen immer lange interessant gestallten konnte, wollte ich doch nicht völlig aus der Übung kommen. Auch das Besteigen eines der Felsen führte ich immer weider durch, um die Chance auf einen Startsprung oder einen Salto zu nutzen.
Aufnahme von Gavino Nepolitano Zum Mittagessen, Jackomo´s Frau stürzte sogleich zu mir rüber, gab es diesmal Spaghetti + Zuchiniringe und Nudelsuppe mit Spinateinlage (?), also von meinen hinteren Nachbarn aus Palermo. Danach genoß ich wieder die Mittagsruhe bis 16.30 Uhr, die ich auch meist durchschlafen konnte. Ich verfolgte aber immer mit Interesse einen kleinen Jungen (so etwa 5), der mit seinem Fahrrad + Seitenstützen die Strasse um unsere Parzellen abfuhr. Ich hörte ihn immer schon auf gut 100 Meter, da sein Fahrrad furchtbar quitschte. Jedoch habe ich auf eine Serviceleistung Schmierung verzichtet, weil ich den Kerl nicht erschrecken wollte. Mich amüsierte jedoch der Gegensatz von Ruhe und sein Fahrradgequitsche...
Zur Gymnastik und Tanz, anschließend wieder Kraftausdauer Duschen, getippt - gestört - Mädchen kamen - haben im Wörterbuchteil des MarcoPolo über Sizilien geblättert und viel gelacht, Dann noch zum Volleyball an den Strand mitgegangen, lustig und schwimmen, Obst von Palermonachbarn da - was ist das? Dabei Einladung für Sonntag, aber leider schon vergeben, Abendessen gegenüber ?, Unterhaltung, Show verpasst, aber die Musik mit der Einstudierung von Nachmittag erkannt, gegen 23.30 noch zur Disco, aber nur noch normal, kurz an den Strand und ins Bett,

16. Tag - Samstag, der 04.08.2001
Aufnahme von Gavino Nepolitano = = = Joghurt 7 Uhr los Richtung Patti, über Berg, dann aber zurück zum Kloster Tyndris (Kleiderordnung Tücher, schöne Mosaiken, Altar etc.) und noch in Patti umgesehen (Strand/Hafen) 54 km, Rückweg mir anderem Fahrer recht schnell, aber in Stadt keine Chance, am Campingplatz Animationsteam begegnet, da die Empfangsdienst hatten, Frühstück, Kaffe da! Einkauf im 3A (viel + 2 CDs), wieder Team, 3 Deutsche Wagen (2*GZ + ?) Surfen (beim Schleppen wieder Team), Segelübungen, schwacher Wind, mit dem Brett rumgekurvt, 1 CD an die 3 M.,
Mittag unterbrochen worden, nach 2 Brot mit Nutella rüber zum Essen, Spaghetti mit Fischpulver und Octupuss, dazu Wein Mittagsruhe ab 15 Uhr erst und gut bis 17 Uhr gedöst, dann Einkaufen mit Gavino und Chesere (Wein, Wasser!, Angelzeug, Supermarkt) Weinprobe ojojoj, dabei Laden wegen Video aufgesucht, Apapter 95.000, aber er würde mir eine Kopie für 10.000 + die Videokassette machen, mal wieder einen Deutschen Wagen gesehen (MA), Konversation mit Napolitano`s und noch mal Schwimmen zur Dämmerung, mit Daniela Steine werfen, Abendesssen: geröstetes Brot mit Tomaten, Schnitzel pur, Spaghetti in Puffern wiederbelebt, Wein, Saft, Wasser, Videoaufnahmen sehr lustig, dann noch gegen 23.30 mit A-M + G in Disco, dort recht hartes Getränk, Strand Steine werfen und ab ins Bett,

17. Tag - Sonntag, der 05.08.2001
= = = Ausgeschlafen, Frühstück - Kaffee da!, getippt, gegenüber Vorbereitungen für das große Essen, Kartoffeln gemanscht und Mehl etc. zu keinen Brocken hergerichtet, geholfen, (Niocci) Wein und vieles mehr. Volleyball mit Familie am Stand;

18. Tag - Montag, der 06.08.2001
Aufnahme von Gavino Nepolitano = = = Mittag Neapolitano; Videokopie im Ort ...; Rezeption gegeben, Buch in Deutsch über Sizilien erhalten, Abendessen bei Neapolitano;

19. Tag - Dienstag, der 07.08.2001
(Schweigen) - Aufnahme von Gavino Nepolitano = = = Videokopie in Longplay (Merde), Um 1 Uhr zu Mittag das Animationsteam getroffen, aber weitere Person getroffen, die Videokamera und Kabel hat, (Mittwoch 5 Uhr verabredet);

20. Tag - Mittwoch, der 08.08.2001
Aufnahme von Gavino Nepolitano = = = gemütliches Frühstück Einkaufen, Schwimmen im Meer, bei Ankunft schon Unfall - junger Mann schon aus Wasser raus, Puls und Atmung aber in Ordnung - hatte wohl Wasser geschluckt - er hustete fürchterlich und atmete schwer, Ambulanz schon unterwegs; Rettung kleiner Junge mit Schwimmhilfe, da Eltern die Kraft ausging, sehr hohe Wellen und Seitenströmung, wurden auf Wellenbrecher zugetrieben; gegen Mittag dann noch einmal das gleiche Spiel mit Vater, Mutter und kleiner Tochter ohne Schwimmhilfe, die Wasser geschluckt hatte und der Vater keine Kraft mehr hatte, Danke und "no problemo!", Noch am Strand verblieben, mutiges oder verrücktes Mädchen getroffen, die nur Unsinn im Kopf hatte (15 !!!), aber lustig Mittag Neapolitano; Schlaf; Treffen wegen Videokamera, erst im Restaurant, da noch x getroffen, kurze Unterhaltung, dann hoch zum Bungalow 21 und ... war 8mm - also wieder nichts; Wieder Gymnastik und Tropical Dance plus Kraft ... Nochmal zum Meer, konnte jetzt aber Felsen besteigen, Antonietta meinte "Pezzo!",
geholfen, Moräne zu zerlegen - die Hände rochen noch ewig nach Fisch. Guisy hatte Verletzung am Fuss - verarztet (Salbe); Abendessen Neapolitano, Massage Chesere - ist immer lustig, jetzt wollten Guisy und Isabella unbedingt auch als nächstes dran sein ... tststs; Keine Disco mehr Strand mit Anna-Maria und Giusy, Bett

21. Tag- Donnerstag, der 09.08.2001
Ich hatte gut ausgeschlafen. Seltsamerweise war ich hier recht müde, so dass ich ohne weiteres bis gegen 9 oder 10 schlafen konnte. Das Frühstück bestand wieder aus ½ Ltr Milch, 2 Joghurt, 2 Bananen und Müsli. Das sollte wieder eine Zeitlang anhalten. So ging ich gegen 10.30 Uhr mit dem Surfbrett an den Strand und holte auch das Segel, den zum Segelwendeüben war der Wind ausreichend und die Wellen wieder unproblematisch. So war ich anfangs bei Nordwestwind draußen, kam aber gerade noch vor der Flaute zum Strand zurück. Doch dann kam Nordostwind auf, der sich gut entwickelte. So ging ich wieder raus und hatte diesmal eine super Fahrt. Ich konnte den Wind gut 1 Stunde ausnutzen und hing teilweise gut im Trapez. So machte Windsurfen spaß.
Ja was jetzt? - Aufnahme von Gavino Nepolitano Gegen halb zwei verlies ich den Strand, da mir die Arme dann doch schon fast abgefallen sind und ging zum Platz zurück. Dort wurde ich wieder von "Neapolitano" zum Essen eingeladen. Nudeln mit Tomatensoße und sehr starkem Käse dazu. Wein (Zibibbo) und Salat, dazu noch Gulasch (so Art...) und Bohnen oder Mais. Dann konnte ich mich wieder zum Mittagsschlaf unter die Bäume legen. Erst um halb Sechs wurde ich wieder wach und beeilte mich noch schnell einen Imbiss zu mir zu nehmen und die Sachen für die Gymnastik usw. zu packen. So baute ich meine Kamera auf der Tribüne auf und machte ein paar Aufnahmen von unseren Übungen. Der anschließende "Tropical Dance" war wieder lustig, weil auch Claudio, der Tänzer der Animationstruppe, immer wieder mal aus dem Tritt kam. Schon beim Tanz war dieses hübsche und absolut biegsame Mädchen wieder da, und beim jetzt folgenden "Kraftausdauertraining?" waren wir ein Paar für die Übungen. Wir mussten viel lachen, so dass sich danach eine nette Unterhaltung entwickelte. Die Familie fand mich "Sympatico", so dass wir noch ½ Stunde dort verblieben. Ein Paar Namen (Florentina - Flora) und - wieder 15 Jahre. Ich sollte unbedingt zum Abendessen (Kuchen) kommen, da die Tochter ihren 4 Geburtstag feiern würde. So ging ich erst noch mit dem Laptop zu deren Platz, weil es am einfachsten war, mit Bildern zu beschreiben, was ich machte und tat. Wohnung, Leben und Musik sowie Computer. Flora selber hatte scheinbar 3 Rechner und schien damit was zu tun, vor allem aber der Vater war im Computergeschäft tätig, was gleich wieder zu Versuchen führte, die Tätigkeiten genauer zu beschreiben, was aber mangels Übersetzung misslang. So kehrte ich an meinen Platz zurück und konnte Abendessen. Wieder wurde Milch, Joghurt, Müsli und Banane verschlungen. Meine Nachbarn aus Palermo (Jackomo) hatten mir Postkarten aus Palermo mitgebracht. 10 Minuten vorher ging ich zur Verabredung, und setzte mich noch abseits der Parzelle hin und sah der Familie bei den Vorbereitungen zu. Dann kehrte ich zurück um noch Block und Stift zu holen, da ich mir die Namen notieren konnte, da es immer gleich gut 10 waren, und das konnte ich mir nicht merken, wollte aber bei der nächsten Begegnung zumindest die wichtigsten parat haben. Da aber wurde ich schon von Roberta, der ca. 13 jährigen Tochter meiner rechten Nachbarn abgefangen, ich sollte unbedingt die Pizza probieren. Da auch Guisy und Isabella anwesend waren, konnte ich nicht aus und durfte noch einen Becher Cola genießen. Danach ging es dann aber hurtig wieder zurück zur Verabredung. Dort waren Bananen und Chips sowie die immer wieder vorhanden Plastikbecher zurechtgestellt. Der Vater kehrte dann mit einer Eistorte zurück, die mit einer Eisenbahn und Kerzen bestückt wurde. Das kleine Mädchen spielte natürlich mit der Eisenbahn, die auch prompt in den Dreck viel. Als Geschenk gab es für beide Kinder (jeder weiß sicher, wieso ...) Barbie-Puppen und einen Kinder-Karaoke-Rekorder. Nach Fotos und Video gingen wir "jüngeren" dann noch zum allabendlichen Tanzspektakel. Während der normalen Disko ging ich schon runter zum Meer und konnte endlich mal nackt schwimmen gehen. Wunderbar! Danach bin ich den gegen 0.30 ins Bett.

22. Tag - Freitag, der 10.08.2001
Am frühen Morgen wurde ich um 3 Uhr von Isabella oder Giusy geweckt. Erst nach 10 Sekunden begriff ich, das mit Gavino wohl was sein musste. Erst nahm ich an, er wäre schon im Hospital, aber ihm war scheinbar eben erst die angeknackste Rippe gebrochen und er hatte Schmerzen und Probleme bei der Atmung. So zog ich mich an und wir schoben den Wagen die 200 Meter zum Ausgang, wo dann Gavino, Antonietta und Chesere zustiegen und ich sie alle ins Hospital nach Patti fuhr. Die Kurven machten Gavino mehr zu schaffen, als die Straßenverhältnisse in Italien. Im Krankenhaus wurde ihm ein kleiner Verband angelegt, aber der Termin für die Röntgenaufnahme sollte erst um 8 Uhr am Morgen sein. Zu meiner Überraschung ließen die aus der Notaufnahme Gavino wieder zum Zeltplatz zurück kehren. So waren wir gegen 4 Uhr wieder zurück und zu Bett. Ich hatte meinen Wecker auf 7 Uhr gestellt. Ich horchte, ob ich schon die bekannten Stimmen der anderen hörte, blieb aber noch bis gegen 8 Uhr liegen. Gavino saß schon am Tisch und Antonietta war in der Küche, sonst sah ich niemanden. So stand ich auf, holte meinen Wagen von draußen und machte schnell mein Frühstück.
Trotzdem konnte ich noch gut 15 Minuten am Tisch sitzen bis auch Chesere soweit war. Derweil kam mein allmorgendlicher Kaffee an meinem Platz an. Dann ging es wieder nach Patti ins Krankenhaus. Dort dauerte es dann noch eine ganze Weile bis ich sicher war, das Gavino dran war, und bis er dann das Ergebnis eröffnet bekam, hatte ich schon im Wartezimmer eine Steckdose gefunden und die letzten Tage nachgetippt. Es war keine der Rippen von Gavino gebrochen und er konnte wieder zurück zum Zeltplatz. In der Apotheke mussten wir noch Medikamente holen und dann waren wir gegen 13 Uhr wieder zurück. Es gab sogleich Mittagessen. Doch vorher schaffte ich noch eine Runde im Meer zu schwimmen, weil mir doch wieder recht warm geworden war. Der anschließende Mittagsschlaf dauerte bis gegen 17.30 Uhr, so dass ich wieder schnell eine Kleinigkeit zu mir nahm und zur Gymnastik ging.
Wegen Vorbereitungen zur Show übten und tanzten wir zur Tribüne hin, was doch ab und zu etwas verwirrte. Doch ich war zufrieden mit mir, fiel ich doch entscheidend weniger aus dem Takt, als viele andere Teilnehmer. Und der Spaß und die Entspannung waren mir das Schwitzen immer wieder wert. Die anschließende Kraftgymnastik konnte ich wegen der Vorbereitungen zur Abfahrt ins Restaurant um 8 Uhr leider nicht mehr mitmachen, auch wenn Flora schon listig lachte. Kannte sie doch schon meine Reaktion auf ihre möglichen Verrenkungen sehr gut. So war ich 10 vor 8 geduscht, eingeduftet sowie gut gekleidet und hatte den Wagen schon einstiegsfertig auf den Platz gestellt. Leider brauchten die Damen bis gegen 21.15 mit ihren Vorbereitungen. Schon an normalen Tagen verging locker 1 Stunde, bis die 3 jungen Damen fertig wurden, aber heute wurde alles bisherige weit in den Schatten gestellt. Aber das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich war in wunderhübscher Begleitung und hatte selber die richtige Wahl der Kleidung getroffen.
So fuhren wir Richtung Patti in ein nahes Restaurant (Villa Smeralda) mit schönem Blick auf das Meer hinaus, den ich aber mehr erahnen musste, leuchteten doch die Lichter der Liparischen Inseln in der Ferne. Lorenzo und die anderen Familien waren schon da und es gab eine wilde Begrüßungsrunde. Zudem hatte Lorenzo Namenstag, was mir auch gerade erst gerade erklärt worden war. (Foto aus www.gioiosa.net, Menu ist da - noch übersetzen) Das Essen zog sich über 5 Gänge hin. Nicht aber das es nur Kostproben gewesen wären handelte es sich jedes mal um ein gut ausreichendes Einzelmenü, das mich schon allein gesättigt hätte. Dazu Wein, dem ich leider wegen der Autofahrt nicht so zusagen konnte, wie es dem Geschmack nach gerne getan hätte, Cola und Wasser. Abschließend noch Eis mit Frucht. Viel Freude hatte ich an dem Jungen, der so viel Wissen wollte, aber leider noch kein Englisch konnte, und der Vater so viel gar nicht übersetzten konnte, weil einfach die Zeit fehlte. Es war großer BMW-Fan, so dass ich mir unbedingt den M3 ansehen musste. So ging die Unterhaltung unter anderem über die Geschwindigkeitsbeschränkung in Italien und das der Wagen nur in Deutschland so richtig Freude machen würde, meinen sportlichen Betätigungen und den Erklärungen zum Essen. So wurde immer wieder betont, dass ich sehr Sympathisch sei und hoffte, es sei nicht nur aus Freundlichkeit gesagt worden. Nach dem Essen fuhr ich die 4 Töchter wieder unter musikalischer Begleitung zum Zeltplatz. Die Tore waren schon verschlossen und die Jungend hatte sich gerade vor dem Platz versammelt. So machten Isabella, Giusy, Anna-Maria und ich uns noch für den Strand fertig. Links am Strand brannte ein Feuer, doch wir gingen rechts lang und erreichten auch eine Feuerstelle. Kaum hatten wir uns niedergesetzt, waren auch schon bekannte der Mädchen da und es entstand neben mir eine lustige Unterhaltung, der ich nicht mehr folgen konnte. Giusy und Anna-Maria lachten dabei aber immer wieder sehr heftig. Einer der Kerle hatte es aber besonders auf mich abgesehen. Giusy hatte mich gleich mit den Worten "Pezzo" und "Prostitution" gewarnt. Doch war ich solche Kerle ja gewöhnt, akzeptierte ich doch ihre Neigung, der ich jedoch selber nicht folgen konnte. So hatte ich ein paar Späße bereit, die er freudigst aufnahm. Grüne Bananen und die Sexualpraktiken von Pavianen reichten hier aus, um ihn völlig aus der Fassung zu bringen. Die Mädels gingen gegen 2 Uhr zurück und ich ging noch näher ans Feuer heran, weil es in der warmen Nacht gar so angenehm zu genießen war. Ich stand gerade, war schon eines der mir bekannten Mädchen an meiner Seite. "Thomas!" schallte es rüber und wir unterhielten uns eine Zeitlang. Sie hatte mich surfen gesehen. Nach etwa 10 Minuten musste sie aber zum Essen zurück. Obwohl ich noch bis gegen 5 Uhr am Feuer aushielt, kam sie nicht zurück und auch sonst erkannte ich niemanden außer Flora, die ich aber in der Gruppe nicht stören wollte. Trotzdem war es sehr nett. Die Unterhaltung der jungen Leute und immer wieder Gesangseinlagen waren eine angenehme Atmosphäre. So war ich dann wieder in meinem Bett.

23. Tag - Samstag, der 11.08.2001
Gegen 10 Uhr trieb mich die Hitze und der Schweiß aus dem Zelt. Noch bevor ich den Wagen holen konnte, gab es schon einen Kaffee gegenüber. Doch auf das Frühstück musste ich verzichten, hatte ich doch noch 4 Joghurt im ungekühlten Wagen. Der glühte auch schon unter der Sonne als ich ihn abholte. Das Animationsteam war auch schon wieder mit der Begrüßung der Gäste am Eingang beschäftigt. Ein Blick auf Meer hinaus lies mich in Eile geraten, hatte doch der Wind gut die Stärke von vor 2 Tagen übertroffen und das wollte ich nicht versäumen. Das übliche Frühstück, Sanitäranlagen aufgesucht und dann gleich mit dem Brett und Segel an den Strand. Der Start warnte mich sogleich vor, löste sich doch der Mast gleich bei der ersten Welle aus der Halterung. Die Wellen gerade am Strand warfen das Brett heftig zurück, so dass ich schon jetzt gut zu tun hatte. Trotzdem klappte der Strandstart und ich konnte trocken losfahren. Der Wind war gut, jedoch wieder recht ungleichmäßig, aber die Wellen machten mir zu schaffen. Sie waren etwa 60-80 cm hoch und ich hatte immer die Bedenken, dass sich wieder der Mast aus der Halterung lösen würde. So waren meine Halsen recht umständlich, wollte ich doch ein wieder Zusammenstecken bei dem Wellengang unbedingt vermeiden. Nach 25 Minuten gab ich auf und führ an den Strand, den ich aber trotz Wellen gut und ohne Probleme erreichte. So brachte ich das Surfzeug an den Platz zurück und schwamm noch um die Felsbarrieren herum. Zurück wurde es sehr lustig. Chesere hatte sich leicht am Fuß verletzt und wollte auch so von mir verarztet werden wie Giusy. So holte ich das Verbandszeug und wir bereiteten eine große Operation vor. Ich hatte einen Atemschutz und Kopfbedeckung sowie Handschuhe und eine Assistentin und der Patient einen Beißring gegen die Schmerzen. Antonietta konnte vor lachen fast nicht mehr atmen. Danach lag ich noch geduscht etwas auf der Matte herum, bevor es wieder zum Essen zu "Napolitano´s" ging. Dann konnte ich den dringend benötigten Mittagsschlaf antreten. = = =Schwimmen - duschen - Volleyball mit Anna-Maria und Giusy, Wasserduell mit Kind und Claudios Auto (2), etwas laufen (Knie), der Typ Wasserduell mit Giusy/Anna-Maria und wieder duschen, Roberta und Bruder Laptop, Eltern wieder da noch mal das ganze, Isabella, Pane/Tomaten von rechts, und gemeinsames Essen bei Napolitano´s, durch Unterhaltung etwas später geworden (Landkarten Europa) und vergessen, dass am Samstag das gemeinsame Tanzen früher los geht, nicht mehr ins Theater gegangen;

24. Tag - Sonntag, der 12.08.2001
= = = Ausgeschlafen, Frühstück und schon starke Wellen zu hören; Strand und rausgeschwommen - treiben lassen und zurück und auch die Felsbarriere erklommen; danach an den am Ufer stehenden Felsen in der Brandung gestanden und duschen lassen; dabei Schwimmer vor mir in Not - also rein, konnte ihn über Wasser halten, kam aber gegen die Strömung nicht an, auch 2. Helfer konnte nicht mehr erreichen, erst Rettungsring brachte die beiden ans Ufer, ich bin selber zurückgeschwommen, riesiger Auflauf, Doktor für den anderen da, hatte einiges an Wasser geschluckt, selber recht KO, aber IO; immer wieder Schulterklopfen; Mittagessen bei Napolitano´s; Mittagsschlaf gut notwendig; Noch mal ans Meer und an die Felsen ran und rauf; Claudia kennengelernt - war nehr mutig mit dem Schwimmen und gewann - wie erwartet - den "Miss Calanovella" Wettbewerb am Campingplatz; Abendessen selber, dann früh ins Theater; es war die Vorstellungsshow des Animationsteams; dann wieder gemeinsamer Tanz und Disco; kurz vor Ende schon zum Restaurant und Eis geholt; am Ausgang gesessen bis oben Schluss war; dann kamen linke Nachbarn + weitere - Unterhaltung; 3 gesehen; gegen 1 noch nach Brolo in eine offene Disco/Kaffee am Strand, zurück wollte I. endlich den S. sehen, wurde aber wohl von der Mutter blockiert; Nachtruhe;

25. Tag - Montag, der 13.08.2001
= = = Surfbrett mit an den Strand, Wellen aber noch zu hoch; Auf dem Weg von Team zu Volleyball angesprochen; gegen 11 ging es los, wieder auf Rettung angesprochen worden; gleich in ein Team und dann bis 1 Uhr gespielt, von etwa 8 oder 9 Spielen nur eines Verloren; heißer Sand - T-Shirt; 2 Kinder, die mich ansahen und den Thomas sehen wollten; noch ins Wasser, dann alles zurückgetragen; Mittagessen bei Napolitano´s wie üblich mit Wein, danach Mittagsschlaf; auf 5 auf, Kleinigkeit gegessen; Nachbarn Gegenüber rechts noch LapTop, dann Chesere Platten, wollte aber zur Gymnastik; dort dann auch wieder tropical Dance; da waren auch Gavino und Familie zum Gucken; danach für besondere Aufführung gemeldet und völlig ahnungslos reingetappt; F. musste immer wieder übersetzen, aber die Übungen klappten recht schnell trotz wenn ich immer noch nur schon rechts, links und oben verstand; Dann Abendessen Konserve; und auf 10 ins Theater L. zu treffen, die mich dann zum Treffpunkt mitnehmen würde, dort haben wir dann im Licht der Campinglampen bis nach Mitternacht geübt; Gavino mit Daniela und Video mal kurz da; Claudio schien teilweise fast zu verzweifeln, wo bei mir besonders die Schritte in der Drehung Probleme bereiteten, die ich ja dann nicht angucken konnte; danach noch bis 1 Uhr am Restaurant auf Verabredung gewartet, noch bei linken Nachbarn dann ins Bett (1.45).

26. Tag - Dienstag, der 14.08.2001
Wegen der neuen Nachbarn rechts hinter mir bin ich seit 8 Uhr wach, und kann wegen deren Lauten Gesprächen und Gelächter auch nicht mehr einschlafen. Auch deren Telefon klingelte ständig, so dass ich es vorzog aufzustehen und einen gemütlichen Morgen anzugehen. Um 11 Uhr sollte ja wieder Üben für das Tanzen sein. Nach dem Frühstück habe ich dann noch 2 Tage notiert und ein bisschen aufgeräumt; So bin ich gegen 10.30Uhr an den Strand und habe mich in der Nähe der Station aufgehalten. Mittlerweile trafen einige der mir bekannten Mittänzer ein, aber es schien weiter ruhig. Um 11 kam dann Flavia und fragte mich, was ich hier machen würde. Also hatte ich sie etwa falsch verstanden, oder die erwartete Durchsage war schon und ich hatte es einfach nicht mitbekommen. Ich musste zugeben, dass ich bei den Durchsagen schon gar nicht mehr hinhörte, da ich mit viel Glück mal eine Uhrzeit heraushören konnte. So wurde um 11 Uhr ein Wettbewerb gestartet, in den eine Mannschaft vom Campingteil gegen eine Mannschaft aus der Village (Gungalow) antreten sollte. So wurde ich natürlich in die Campingmannschaft gesteckt und wartete geduldig auf die Spiele, die da kommen sollten. Zuerst eine Art Völkerball: zwei gegenüberliegende Felder und ein Ball. Wer direkt getroffen wurde und den Ball nicht auffangen konnte, der war raus, aber auch ein Werfer, dessen Wurf aufgefangen wurde, musste das Spielfeld verlassen. Ich schied wegen Überschreitung der Trennlinie beim Wurf aus. Mist! Danach ging es um die einfallsreichere Idee, wie das Team ins Wasser gehen würde. Unser Team entschied sich auf eine Anregung von mir hin zum "Teteeretete" in 2 Reihen und anschließendem Salto ins Wasser. Das andere Team lies sich inspirieren und übertraf unser Team locker mit einer Art Sprungbrett aus Personen für die anderen. Das abschließende Volleyballspiel verloren wir knapp. Leider kam ich hier nicht in Fahrt und wurde ausgewechselt. Dann folgte wieder der Gemeinschaftstanz am Strand, was in der Mittagspause gegen 1.30 Uhr sein Ende findet. Zumindest wusste ich jetzt, das wir um 14 Uhr eine weitere Probe haben sollten. So sagte ich das Mittagessen bei meinen Nachbarn ab und holte mir Brot, was ich mit Nutella und Milch als Mittagessen zu mir nahm. Um 2 Uhr war ich am Strand und baute aus Sonnenschirmen eine Simulation des Lagerfeuers, damit wir Abstand und Ausdehnung erahnen konnten, obwohl mit noch nicht klar war, wie das ganze aussehen würde. Die Probe verlief mit vielen Problemen, da wir diese Ausdehnung nicht gewohnt waren und die bisherigen Paarungen nicht mehr zustande kamen, weil es für die Tänzer im äußeren Kreis jetzt erheblich länger dauerte, bis sie die neue Position erreichten. Doch letztlich war auch dies und der heiße Sand durchgestanden und wir sollten uns um 17 Uhr zur Generalprobe mit allen Akteuren wieder am Strand treffen. Es folgte Strandparty mit der üblichen Partymusik, bei der ich unter einem Schirm ausruhte und den fehlenden Mittagsschlaf durch Ruhe ersetzte. Nach einem kleinem Imbiss war ich gegen 5 wieder am Strand. Es war schon Holz für das Lagerfeuer vorhanden, doch schien was zu fehlen. So holte ich meinen Spaten, um die Holzlatten etwas im Boiden zu versenken. So bauten wir die erste Version des Lagerfeuers, welches aber erstens zu ausgedehnt und mangels Holz eher einem Stützpfeiler für einen Flaggenmast glich. Da Claudio das Feuer gerne etwas kleiner hätte und mangels Holz ein kompakterer Aufbau sicher besser brennen würde, sagte Mauric meinem Vorschlag eines Neubaues zu. So zersägte ich die Latten noch mal etwa zur Hälfte, und hatte jetzt um einen Zentralstamm, der senkrecht eingegraben war (ca. 2 Meter), drei mal 6 verschiene Holzlängen zur Verfügung. Das ergab eine schön kompakte Form und wurde noch durch Reisig völlig aufgefüllt. Nebenbei konnte ich immer wieder als Unterbrechung zur Probe, wobei Claudio nicht mal meckerte, war ich doch bei Einsetzten der Musik sofort an meinem Startplatz und patzte auch nicht. Es war schon dunkel, als ich die Feuerstelle fertiggestellt hatte und zum Zelt zurück ging. Treffpunkt für uns war gegen 23.30 Uhr bei den Sanitäranlagen zum hinteren Ausgang. Mein Abendessen bestand aus einer Konserve "Fleischklößchen mit Reis" und ein bisschen Brot, und nach eine schönen Dusche konnte ich gegen 21.45 schon wieder in das Theater gegen, da ich hoffte, mit Dominique noch Walzer üben zu können. Aber es kam anders. Schon bei meinem Eintreffen begegnete ich allen möglichen anderen Personen, die mich begrüßten und ich kaum wusste, woher ich die schon wieder kennen sollte. Als dann die Kinderdisco beendet war, begann wieder die Tanzmusik, die von Walzer über Foxtrott bis zu Samba und Tango reichte. Dominique war jedoch nicht anzutreffen, bzw. ich könnte sie einfach nicht erkannt haben, da sie immer sehr variantenreich und verändert anwesend war. Heute gab es keine spezielle Show und bald begann wieder der gemeinsame Tanz, den ich gerne und voller elan mitmachte, war es doch immer wieder ein Erlebnis inmitten von 200 anderen Gästen die verschiedenen "Tropical Dances" mitzumachen. Zur normalen Discomusik verließ ich das Theater um rechtzeitig zum Treffen anwesend zu sein. So war ich um 23.30 Uhr auch der erste an den Sanitäranlagen, musste jedoch nicht mal eine Minute auf weitere Darsteller warten. Das Tor zum Strand war noch geschlossen und viele der Gäste, die schon dorthin unterwegs waren, mussten in der Dunkelheit warten. Als ein Mitglied von Team dazukam, gingen auch wir zum Tor und standen genauso in der Dunkelheit herum wie alle anderen Gäste. Jetzt konnten wir aber nicht mehr nachvollziehen, wer schon alles anwesend war. Nach Öffnung des Tores hielten sich die meisten der Mädchen in meiner Nähe auf, da ich sie immer durch Witze oder "Piano" sowie "Relax" beruhigen konnte, waren sie doch schon voller Aufregung. Kurz vor beginn der Show versammelte Claudio uns noch kurz und wir verabschiedeten uns mit einem Teamschlachtruf, da wir ja verteilt in der Masse verweilen sollten. Dann begann die Show mit einem klasse Feuerwerk, welches variantenreich und farbenfroh war. Dann folgten die Sambatänze vom Team mit den Fackelträgern, die aus dem Wasser heraus die "Strandbühne" betraten. Dann waren wir an der Reihe. Zur Musik von ... kamen wir aus den Zuschauern heraus gleich von der Stimmung faszinierten Menschen, die sich langsam ihren Positionen um das Lagerfeuer, welches übrigens wunderbar brannte, zu bewegten. Dann begann der Tanz, der in 2 Kreisen um das Feuer stattfand und scheinbar wunderbar funktionierte. Zum Ende verschwanden wir im Wasser, von wo aus wir alle dann zum Schluss herauskamen und uns bei den Zuschauern und ihrem Applaus bedankten. Dann war normale Discomusik, zu der ich gleich zu Anfang noch fleißig mittanzte, hatte ich doch nichts mehr zu tun und auch keine Verwandten oder Familienangehörigen, die mit fotografieren oder beglückwünschen wollten. Es war wunderbar, völlig frei und ohne Scheu. Später waren wir dann gut über 100 Tänzer in Strandbekleidung, die sich um das Feuer versammelt hatten und tanzten. Ich holte mit eine der Eisenstangen und achtete jetzt darauf, das die Konstruktion nicht zusammenstürzen und anwesende Gäste gefährden würde und ich auch gleich die brennenden Ausreißer wieder zurück ins Feuer werfen könnte. Aber das Feuer brannte schön gleichmäßig und ohne Gefahr herunter. Nachdem dann nach Mitternacht die Musik beendet war, blieben die meisten Jugendlichen noch um das zur wärmenden Glut gewordene Feuer herum und es war ein ständiges murmeln rundherum zu vernehmen. Ich wurde auch gleich wieder von einer Tänzerin vereinnahmt und landete in ihrer Gruppe, so dass ich nicht alleine bleiben musste. Völlig verwirrt war ich aber dann aber von den Handlungen hinter mir, da sich in der Dunkelheit, knapp 2 Meter entfernt, zwei Paare liebten, ohne überhaupt auf die anderen zu achten. Und damit nicht genug fing auch noch ein Paar aus unserer Gruppe an sich mehr als nur intensiv zu küssen, so dass ich langsam nervös wurde. Es stimulierte zugegebenermaßen ja doch etwas. Gegen 1 Uhr verließen wir dann der Strand und ich ging zu Bett.

27. Tag - Mittwoch, der 15.08.2001
An Ausschlafen war leider wieder nicht du denken, da die hinteren Nachbarn wie üblich schon um 8 Uhr anfingen, laut ihre Unterhaltung beim Frühstück zu führen. So frühstückte ich auch nach einer kurzen Dusche, da ich schon nassgeschwitzt aus dem Zelt gekrochen war. Dann ging ich mit Brett und Segel zum Strand, da der Wind gute Möglichkeiten versprach und ich die Ruhe des Surfens genießen wollte. Gut eine Stunde war ich dann auch draußen, wobei ich fast diesen Mast im Wasser erreichte. Zurück nahm aber der Wind schon wieder ab, so dass ich lieber aufhörte um nicht bei Flaute im Wasser liegen zu bleiben. Als ich das Segel zurückgebracht hatte, kamen mir schon die Nachbarn mit dem Brett entgegen, denen ich kurz vorher auf dem Strand die Gewalt des Windes im Segel gezeigt hatte. Waren sie doch beide vom Wind mitgerissen worden, als sie das Segel in den Wind stellten. Heute war ein Feiertag "Bueno ...." und Alessandra hatte mich schon am Morgen davor gewarnt, dass die Menschen hier sich an dem heutigen Tage gegenseitig Wasser überschütten würden. Auch die "Napolitano´s" hatten ihren Platz mit Luftballons und anderem Schmuck hergerichtet. Es gab Lasagne und danach noch Hünchen und Salat mit dem üblichen Wein. Zum Abschluss folgte ein Kuchen, dessen Zusammensetzung ich noch herausfinden muss. Es schmeckte jedoch sehr stark nach "Zitronat und Orangat". Dazu kam wieder der Zibibbo! Und beim Mittagessen begann es dann auch. Ich sah mir gerade mit Isabella die Fotos aus der Digitalkamera an und wollte gerade die Aufnahmen aus der Nacht zuvor begutachten, als Isabella ihrer Mutter Wasser überschüttete. Was dann folgte war eine Wasserschlacht. Womit wir nur Wasser tragen konnten, wurde der andere überschüttet, wobei ich den 10 Liter Eimer bevorzugte. Dauerte es doch bis er voll war, aber die Wirkung war durchschlagend. Isabella und Giusy waren meine Opfer und nach meinem Überfall jeweils total Nass. Auch und vor allem den Sanitäranlagen wurde unwahrscheinlich umfangreich und laut gekämpft, so dass schon der Direktor bat, man möge den Wasserverbrauch beenden. Letztendlich wurde aber er selber von der versammelten Menge überschüttet. (Das Wasser stand sogar noch in der Nacht vor dem Rezeptionsgebäude.) Ich konnte meine Mittagsruhe angehen, die jedoch nur knapp eine Stunde währen konnte, da ich ja um 18 Uhr wieder zur Gymnastik wollte. Ich richtete mich auf einen kurzen Spurt ein, um den Wassermassen entgehen zu können, wurde aber bis auf einige Anrufe nicht weiter behelligt. Als ich im Theater ankam, stellte ich schnell fest, dass es sich nicht um Gymnastik handeln würde und wollte mich erst einmal neugierig, wie ich bin, setzen und sehen, was dort gemacht würde. Aber schon hatte mich Claudio entdeckt und fragte mich etwas, was "Bumba" enthielt. Da ich den Tanz kannte und auch konnte, nickte ich. So war ich in einer 4-köpfigen Gruppe, die in der kommenden "Brasil Night" den "la Bumba" aufführen sollte. Nach insgesamt 3 Probedurchgängen war unsere Gruppe eingespielt und wir konnten sogar etwas mehr daraus machen, in dem sich meine Nachbarin bei den 4 Sexy-Stellungen im Song in meine Arme fallen lassen würde. Für die Darstellung der 3 Schönheiten hatte ich eine Idee, die ich Claudio aber erst später nach dem Abendessen an den Duschen klar machen konnte. Er sagte zu und ich richtete noch einen meiner Fackeln her. Ich brauchte zwei davon und teilte diese eine einfach. So war ich wie abgesprochen gegen 9.30 Uhr im Theater. Erst viel später kam Claudia, die mich erstaunt als einzigen Anwesenden bemerkte und sich zu mir setzte. Meine Güte, war dieses Mädchen hübsch! Wir warteten noch lange und erst als die Kinderdisco schon anlief, versammelten sich langsam alle Akteure hinter den links und rechte neben der Bühne befindlichen Sichtschutze. Wir hatten uns alle die Kleidung angezogen und in der Enge wurde fleißig und noch die eine oder andere Szene geübt. Während der der Kinderdisco folgenden normalen Tanzmusik tanzte ich mit einer meiner Partnerinnen aus der Gruppe Walzer, Rumba und Samba. Das löste die Aufregung hier etwas, weil ich mir auch regelmäßig den Kopf an einer der Querstreben der Konstruktion anstieß. Dann endlich ging es los. Claudio war noch einmal zum gemeinsamen Schlachtruf anwesend und wusste, das meine Vorbereitungen für den Samba II abgeschlossen waren. Er musste sich überraschen lassen, was ihm als Koregrafen sicher schwer gefallen war. Wir waren mit unserem "la Bumba" schon an zweiter Position dran und es klappte wunderbar. So verschwanden wir wieder hinter dem Sichtschutz und ich zog mich abermals um, um für den zweiten Auftritt gewappnet zu sein. Bei der Musik zuvor entzündete ich die beiden Fackeln unterhalb des Theaters und war dann mit einsetzen der Musik zur Stelle. Viel musste ich nicht tun, hatte ich doch den effekt der brennenden Fackeln zur tanzenden Floriana vom Vorabend noch gut im Gedächtnis. So machte ich also einen Bogen zum Zentrum und dann zur Bühne und legte mich mit angewinkelten Beinen vor die Stufen. So brauchte ich nur noch den Oberkörper und die Arme mit den Fackeln zur Musik bewegen, kannte ich doch von den Proben den ungefähren Ablauf. Schon während der Aufführung, die Mädchen waren völlig überrascht, wussten sie doch von nichts, zeigte mir Claudio zwei mal an, dass er das super finden würde und achtete nicht weiter auf mich, was ich als Bestätigung aufnahm, da er selber genug mit dem Tanz zu tun hatte. Zum Ende des Tanzes verschwand ich mit den Fackeln und löschte diese Schnell mit Wasser, so dass ich zur Schlussdemonstration aller Teilnehmer wieder anwesend sein würde. Wir wurden alle vorgestellt und dann war wieder der gemeinsame Tanz dran, den wir noch in den Brasilkleidern mitmachten. Später zog ich mich um und war noch lange auf der Bühne beim Tanzen, da mich die Mädchen immer wieder hochriefen. Auch mit X tanzte ich wieder, hatte sie mich doch auf den kostenlosen Sangia aufmerksam gemacht, der ausgeschenkt wurde. Wir übten uns noch in Foxtrott, Walter und Tschatschatscha. Nach Mitternacht konnte ich dann Floriana zum 16. Geburtstag gratulieren und sollte am Abend mit zum Pizzaessen fahren. Das angekündigte Geschenk machte sie noch ganz neugierig. So lauschte ich danach noch lange der Musik von der Tribüne aus uns verpasste leider (Entschuldigung!) den letzten Tanz mit Claudia. Ich hatte sie nicht mehr gesehen und war selber ziemlich angefressen, hoffte jedoch, dass sie einen guten Freund oder Verehrer für diesen letzten Tanz hatte.

28. Tag - Donnerstag, der 16.08.2001
Der Tag begann wieder früh. Die Nachbarn rechts hinter mir waren wieder sehr früh auf, nur dass sie diesmal zusammenpackten und besonders fleißig waren. Überhaupt war heute mehr los, als an anderen Tagen. Das Frühstück verlief wie üblich, nur dass ich keine Bananen und Joghurt mehr hatte. Die Napolitano`s waren heute zu ihrem Ausflug nach Taormina und Tindary gestartet, so dass zumindest von der Seite heute keine Überraschung zu erwarten war. Kaum fertig, wurde ich von der 14-jährigen, die ich immer beim telefonieren imitierte, mit einem SOS gebeten mitzukommen. Nun den, so ging ich mit wusste ich zumindest wo die 4 wohnten und dass sie heute abreisen würden. Genau das war auch das Problem - sie wussten nicht, wie sie das ganze Gepäck unterbringen sollten und hofften, ich würde das hinbekommen. Ein Schlachtfeld von 4 Frauen verursacht, bot sich mir dar, aber bis sie alles zusammengepackt hatten und etwas Struktur in das Chaos kam, wurde es auch immer wahrscheinlicher, dass ich es wirklich hinbekommen könnte. Zudem erinnerte sich zumindest die Mutter an verschiedene Lagerorte von der Herfahrt, so dass ich eigentlich kaum etwas besonders machen musste um alles in den Wagen zu bekommen. Die Verabschiedung war sehr herzlich, obwohl wir nie etwas zusammen unternommen hatten, und immer nur ein "Guten Morgen" und "Hallo" ausgetauscht hatten. An meinem Platz zurück fragte mich dann gleich ein Neuankömmling, wo den die Familie hinter mir sei. Ich konnte ihm nur den üblichen Ort am Strand aufzeigen, aber zu aller Überraschung sprach er hervorragend Deutsch. Er hatte ½ Jahr in Düsseldorf gearbeitet. Danach ging ich noch zum Strand um zumindest vor dem Mittag noch einmal im kühlen Nass geschwommen zu haben. Zuerst sah ich wieder Roberto, der die Familie gefunden hatte und mir entgegen kam. Dabei sammelte ich die Scherben einer Flasche vom Strand auf, bevor ein anderer dort hineintreten würde. Gerade für Kinder war es doch immer wieder recht gefährlich. Jackomo kam gleich hinzu und brachte die Scherben zu einem Mülleimer. Und prompt kam das nächste Mädchen an und wollte von mir wissen, wo Deborah sei. Als hätte ich alle schönen Frauen oder Mädchen in meinem Zelt versteckt oder müsste auf Grund meiner Bekanntheit auch wissen, wo sich wer gerade aufhalten würde. Aber ich fand das lustig, wobei ich zwar den Namen schon mal gehört hatte, ich aber auch nicht mehr wusste, welche der beiden gleichnamigen Mädchen sie nun meinte. Dann endlich konnte ich ins Wasser und schwamm um die Feldbarrieren herum, wobei ich bald bei einer Gruppe mit auf den Felsen zur Musik am Stand tanzte. Auf den glitschigen Steinen ist das aber gar nicht so leicht, so dass fast alle bei den Drehungen oder Rumbaschritten im Wasser landeten. Nach ein bisschen Tauchen und Springen schwamm ich zurück zum Strand, wo ich gleich wieder den Vater von Floriana traf, der mir schon sagen konnte, dass ich um 6 Uhr zum Essen bereit sein sollte. Es ginge zum "Cap de Orlando" und ich müsste unbedingt meine Adresse mitbringen und dann in Englisch schreiben. Dann kam Wind auf und ich verlies den Strand um evtl. ausgeruht am Nachmittag noch einmal surfen gehen zu können. Das Mittagessen bestand nur aus Brot/Nutella und Milch, hatte ich meine Vorräte schon ziemlich aufgebraucht und wollte nicht mehr einkaufen gehen. Dann begab ich mich in die ersehnte Mittagsruhe, erwartete ich doch noch mal eine lange Geburtstagspartynacht. Diese hielt jedoch nicht lange an, da der Besucher meiner Nachbarn hinter mir sehr gut Deutsch sprechen konnte und ein halbes Jahr in Düsseldorf gearbeitet hatte. So konnte ich mit ihm fast bis 17.30 Uhr über Sizilien, Palermo, die Familien und seine Sprachausbildung sprechen. Auch konnte er vieles aufklären, was bisher mit Alessandra oder ihrer Familie nicht sauber übersetzt werden konnte. Dann musste ich mich aber für die Verabredung nach Capo de Orlando fertig machen, die um 18 Uhr sein sollte. Diese viel jedoch aus, da die Familie sehr spät zu Mittag gegessen hatte und sie daher auf das Abendessen verzichteten und um Mitternacht nach der Show Kuchen reichen wollten. So gingen wir gemeinsam zur Gymnastik und Tropical Dance und ich machte danach noch die Kraftübungen mit, wobei ich heute mal Probleme mit meinem rechten Knie hatte. Ich wusste aber nicht, ob es von dem Unfall herrührte oder wegen der Drehbewegungen beim Tropical Dance. Zurück konnte ich wegen dem am Nachmittag vorgefallenen Wasserrohrbruch nicht sofort duschen und aß Käse zur Milch, da der kleine Laden schon zu hatte. So nahm ich mir vor heute im Restaurant zu essen, damit ich auch das mal kennen lernte. Nach der Dusche war ich dann so um 21 Uhr dort und traf erst noch die hübsche junge Frau von der Rezeption, die neben Englisch auch französisch beherrschte. Sie erzählte mir, das ihr jeder hier auf dem Campingplatz von "Thomas" erzählte und ich seit gestern den Spitznamen "Der Feuermann" hätte und von Team "Mc Guyver" genannt wurde, weil ich eigentlich alles konnte oder machte. Sie bestätigte noch, dass ich hier nicht direkt mit VISA zahlen könnte, sondern am nächsten Tag in der Rezeption zu zahlen hätte. So lies ich mich dann an einem kleinen Tisch nieder und beobachtete die vorhandenen Gäste, von denen mich wieder sehr viele begrüßt hatten. Ein Pärchen, die junge Frau hatte auch in der "Ballett-Gruppe" mitgetanzt, bat mich an deren Tisch. Sie hatten schon gegessen und ich überlegte ernsthaft, da ich schon ½ Stunde auf die Möglichkeit zur Bestellung warten musste, mir deren Rest (1/4) der Pizza zu nehmen und einfach mit den beiden zu gehen. Doch ich konnte bestellen während die beiden gingen um die Show zu sehen. Kurz darauf kam eine größere Gruppe (12 Personen) von denen ich auch 5 aus den Tanzveranstaltungen kannte. So wechselte ich wieder den Tisch, was den Ober schon mehr verwirte, ihm aber meine Popularität bekannt war und verstand. So kam dann meine Pizza schon vor deren Bestellung, aber die Nachspeise Schinken mit Melone kam mit deren Bestellung. Da ich mein "www"-Shirt anhatte, musste ich erklären, was ich da machte, was natürlich mit den Laptop leicht ging, aber dazu führte, dass wir schon als letzte Gäste "entfernt" wurden. Dann gab es noch ein Eis, wobei ich etwas ziemlich exotisches erwischte. (Nochmals Danke für die Einladung - die Rechnung wurde von der Gruppe übernommen!) Auf dem Weg zurück begegneten wir direkt Floriana, die gerade den Kuchen zum Platz brachten. So verabschiedete ich mich und ging gleich mit, nicht ohne selber einen Kuchen zu tragen. Da ich ziemlich früh dran war, konnte ich noch ein bisschen bei den Vorbereitungen helfen. Leider begrüßten die meisten Ankömmlinge mich recht laut, so dass ich schon anfing zu Floriana zu deuten und mich zu entschuldigen. Sie aber lachte nur, waren doch so viele ihrer Einladung gefolgt. Der Eiskuchen schmeckte vorzüglich, so dass ich mit Maurice zusammen öfters nachreichen lies. Es waren nette und informative Unterhaltungen, wobei das Animationsteam die "Mc Guyver" Version zum besten gab. Dabei erfuhr ich, dass Claudio während der Aufführung ‚Samba und Feuer' seine Hose aufgerissen war, und er improvisieren musste, damit er dem Publikum die gute Seite zeigen konnte. Obwohl ich nur etwa 1 - 2 Meter abseits lag, hatte ich es nicht bemerkt, da ich ja vom Publikum weg zur Bühne und den Mädchen sah. Ihre Showkämpfe hinter mir hatte ich nur einmal kurz mitbekommen, als ich eine Brücke machte um ihre Position zu bestimmen und sie nicht mit dem Feuer zu gefährden. Claudios Mimik war wie immer köstlich, als er darstellte, wie er in der Situation reagiert hatte. Es war eine wunderbare Party. Gegen 2 Uhr ging das Team, so dass sich auch die gesamte Runde schnell auflöste. Ich verbrachte noch etwa 1 Stunde am Strand, wobei ich rechts und links von mir die Reste der Fackeln abbrennen lies, was eine wunderbare Stimmung abgab. Das musste ich mir für spätere romantische Stunden merken. Gegen 3 Uhr war ich dann auch zu Bett.

29. Tag - Freitag, der 17.08.2001
(Ich bin unschuldig! Die beiden kannte ich nur vom Sehen während der Gymnastik und des Tropical Dance, aber sie wollten unbedingt ein Foto mit MIR!)

hmmm! - Aufnahme von Gavino Nepolitano Ich hatte vor früher aufzustehen, aber trotz des Erwachens gegen 7 Uhr konnte ich mich nicht zum Aufstehen bewegen. So lag ich noch dösend und träumend bis 9 Uhr im Zelt. Dann aber wurde es rundherum recht laut, so dass ich auch aufstand und mir ein frisches Brot zum Frühstück holte. Nebst Verabschiedung von den Nachbarn rechts, säuberte ich schon mal Teile der Segelausstattung, da ich bei einem Blick zum Strand festgestellt hatte, das kein Wind da war und das Wasser flach dalag. So konnte das Segel gleich wieder in der Sonne trocknen und ich würde nicht gar so viel Salz mit einpacken. Das Brett nahm ich mit an den Strand, da es immer ein willkommenes Schwimmmittel war.

Striptease #1 'Traut sie sich?' - Aufnahme von Gavino Nepolitano

Striptease #2 'Ja, kein Problem!' - Aufnahme von Gavino Nepolitano Ich traf wieder viele Bekannte, wobei die Einladung für kommende Nacht wiederholt wurde. Erst wollten wir nach der Disco schwimmen gehen und dann noch Spaghetti in der Nacht essen. Ich wiederholte auch wieder meine Versuche, auf dem Brett im Wasser stehend an den Gymnastik und Tropical Dance Übungen teilzuhaben, wo bei aber gerade bei den Positionswechseln immer wieder ins Wasser fiel. Einige andere Bekannte versuchten auch auf dem Brett die Balance zu halten, wobei das ohne Übung oder "Begabung" wirklich nicht leicht war.

30. Tag - Samstag, der 18.08.2001
(Pause auf der Rückfahrt für die Fahrer, die gerade bei der Geschwindigkeit von Gavino ganze Arbeit leisten mussten!) Abreise! Gewitter - Regen! 1 Stunde, drüben noch geholfen, Runde im Platz, viele Tränen, am Tor noch das Team, Abfahrt gehupt ..., Fähre Glück - Chesere sollte 4 h warten, bei uns ca. 30 Minuten, keine Probs, Treffen am ersten Rast nach Autobahn, Essen Mittagspause, Chesere kommt, gemeinsam weiter, Probleme Motor Gavino, Übermüdung, Stau, spät in der Nähe von Neapel angekommen, Anna-Maria noch abgeliefert und dann ins Bett,

31. Tag - Sonntag, der 19.08.2001
Frühstück, Wagen bei Oma geleert, Mittagessen, Gemeinsam nach Neapel, Besichtigungen, Eisessen und Spezialkuchen, noch bei Familie von Anna-Maria, Vater kann Deutsch (war vor 17 Jahren in Nürnberg), Kuchen, Früchte, dann noch Stella treffen, Auto wieder gepackt, ins Bett







32. Tag Montag, der 20.08.2001
um 3.30 aus dem Bett, kurz abgeduscht, kleiens Frühstück, alle da, gemeinsam bis zur Autobahn, dort dann schwere Verabschiedung (Musik von Titanik), los geht es, Autobahn, Probleme weil zu wenig Schlaf, Mailand Gewitter, dann aber angenehme Bewölkung, Lugano, Luzern, Basel, wieder heim, die 1500 km in 15 Stunden, auspacken, etc.

Ein paar Daten hierzu:
- Strecke Wesseling - Nicolosi: 2300 Kilometer (ca. 23 Stunden über 2 Tage)
- Kosten: Maut Mailand-Salerno und auf Sizilien etwa 80.000 Lire
- Diesel: Verbrauch mit Surfbrett und bei angestrebten 140 km/h - etwa 8 ltr/100km und 1650 Lire/ltr
- Fähre: dieses Jahr nur 56.000 Lire
- Zeltplatz: Nicolosi 15 DM/Tag, Calanovella, je Saison bis 35 DM/Parzelle
- Wetter: bis auf letzten Tag immer Sonne, leichter Wind und gute 37°C


Und hier noch ein paar Reiseinformationen zum Zielgebiet:

E.N.I.T.
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt München
Goethestr.20
80333 München
Tel.: 089 - 53 13 17 - Fax: 53 45 27

Fremdenverkehrsbüro in Palermo
Azienda Provinciale Turismo
Piazza Castelnuovo 35
90134 Palermo, Italien
Tel.: 0039 - 091 - 60 58 404.

Der Fremdenverkehrsverband von Catania
Azienda di Turismo
Via Cimarosa 10
95124 Catania - Italia
Tel.: 0039 - 095 - 7306211 - Fax: 0039 - 095 - 316407
http://www.apt.catania.it

Sapienza über Nicolosi
Dominique di Salvo
Piazzale Funivia Etna
95030 Nicolosi - Italia
Tel.: 0039 - 095 - 914155 - Fax: 0039 - 095 - 7807618


Stand: 16.02.2002

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