Thomas Wiegand's Urlaubsvorbereitungen 2002!


Alpen - Radwanderung vom Reschenpass bis Südfrankreich im Sommer 2002

Die Planungen sind angelaufen:

Route: (Stand 31.05.)
Anreise mit Nachtzug nach Friedrichshafen. Von dort aus wahrscheinlich über Dornbirn zur Silvretta- Hochalpenstrasse (Bieler Höhe 2300 m). Dann über Landeck, zum Reschenpass und hoch zum Stilfser Joch (2757 m), Umbrail-Pass (2501 m) und Ofenpass (2300 m). Weiter über St. Moritz ? und über Albulapass (2300 m) Richtung Vorder-Rhein und weiter hoch zum Oberalbpass (2400 m), Andermatt und Furkapass (2500 m). Dann die Rhone herunter und bei Martigny rüber nach Frankreich. ...
Ab dort habe ich zwar eine mögliche Route schon ausgeplant, und die Pässe: Col de Izoard (2764), Col de Galiblier (2646) und de la Bonette (2802 !) sollten schon dabei sein .... aber ich werde sicher erst nach der ersten Woche erkennen, ob die Etappen so durchzuhalten sind - mal sehen ... hier die xls-Tabelle
Ausstattung:
Fahrrad mit Anhänger (50 Liter), Zelt, Schlafsack, Kleidung, Mini-Kochausstattung, Karten, Foto, etc. ist vorhanden, muss noch zusammengestellt und getestet werden, Aufwand zu Nutzen (Gewicht etc.)
Da bin ich gespannt auf das Gesamtgewicht ...


Ablauf:
Fahrt in den Tälern entlang mit kürzeren und längeren Aufenthalten auf Camping, Besichtigung von Land und Leuten, sowie Sehenswürdigkeiten. Auch mal Ruhen am Ort oder am See, die Übernachtung auf Campingplätzen und Fahrtstrecken von bis zu 120 Km am Tag in maximal 5 Wochen Urlaub


Training:
tägliche Fahrt mit dem Fahrrad zur Arbeit (11 km einfach)
Wochenendfahrten bis 100 km, und auch schon Fahrten mit Anhänger/Gepäck
Probelauf des Komplettablauf (siehe oben) mit Radtraining am Starnberger See über 7 Wochen, teilw. mit Gepäck in die Berge


Bisher erlebt:
Rennrad und ein Anhänger! Ja, damit ich trotz Transport nicht auf das Radfahren am Urlaubsort verzichten müsste, denn die Umgebung meines Urlaubsgebietes möchte ich mir in kleinen Fahrten rund um eine Basis ansehen. Zudem denke ich ungern an die Speichenbrüche der Tour 1988 zurück, wo wir wegen des Gewichtes auf dem Fahrrad leicht an den Grenzen der Räder angelangt waren.


Routenänderung: erste Idee war
Mit dem Zug von Köln nach Genua/Italien (14 h), von dort mit dem Fahrrad und Anhänger an der Mittelmeerküste entlang über Pisa, Rom nach Neapel mit kleinen Abstechern in die Toskana (Vulkanseen, etc) bis Neapel (1500-2000 km) und von dort mit dem Zug zurück nach Köln (18 h)
(grobe Kosten bei: 400 Euro Bahn, + tagliche Übernachtung Camping + tägl. Essen)


Überlegungen/durchgeführte Tests:
Anhänger mit Gewicht, Fahrverhalten und mögliche Tagesleistung ... sowie Machbarkeit des Rad- und Anhängertransportes
Test 1 Ein erster Test am 29.3. mit 20 kg Zuladung im Anhänger wurde nach 30 Km mit grosser Zufriedenheit beendet. Wie erwartet, vor allem bergauf schwerer und Bremsweg länger, sowie nicht die gewohnte Reaktionsmöglichkeit beim Ausweichen. Sonst aber läuft der Anhänger gut hinterher.
Test 2 Auch die Fahrt am 31.03. über 65 km in 3 Stunden (20 kg) war erfolgreich. Im Rollen ist das Gefährt kaum noch zu spüren, aber wehe es geht bergauf - dann merkt man das Gepäck. Und saubere Straßen sollten es sein, der Anhänger ruckelt sonst recht arg an der Kupplung.
Einkauf von Computerteilen (15 Kg) bei Snogard und Transport eben mit diesem Anhänger (35 km).
Auch eine Fahrt (ohne) am 01.05. mit 104 Kilometern am 1.5. verlief ohne Stress, denn es gab ja Kuchen am Wendepunkt.


08.05.2002 - Das TUI-Reisecenter hier in Wesseling hat mir viel bei den Vorbereitungen geholfen, - Danke - mich aber auch etwas nachdenklich gemacht. Denn die Recherchen über die Bahnreisen ergaben zum einen hohe Preise (ca. 400 Euro) und verlangt explizite Buchungen, was mir nicht gerade entgegen kommt. --> Daher Ziel/Routenänderung!


Test 3 11.05.2002 - Ich bin zurück! Am Do. 9.5. ging es gegen 9:30 Uhr von hier mehr oder weniger direkt am Rhein entlang über Bonn nach Koblenz. Bei meiner Abfahrt herrschte noch schlechte Sicht. Es war diesig und ich zweifelte bei den 12°C, ob es schönes Wetter werden sollte. In Bonn zeigte sich erstmals kurz die Sonne. Nach einem Mittagessen in schönster Sonne am Denkmal am Deutschen Eck fuhr ich am südlichen Ufer die Mosel aufwärts. Das geplante Tagespensum mit 80 km war schon in Koblenz erreicht, und so fuhr ich einfach aus Langeweile weiter. Dann kurz vor Cochem in Pommern an einem gut gelegenen und freien Campingplatz www.campingplatz-pommern.de beendete ich den ersten Tag. Der Zeltaufbau verlief wie im Schlaf und sogar der ganze Anhänger passte ins Zelt. So war sichergestellt, das ich bei Auf- oder Abbau im Regen nur schnell das Zelt aufbauen müsste und das restliche Gepäck unbeschadet vom Regen im Zelt weiter auspacken könnte. Geduscht war ich schnell, und während meiner Planungen für die Sommertour kam ein weiterer Radfahrer aus Köln, der nach Trier wollte. So sorgten Unterhaltung und gemeinsames Essen für einen abwechslungsreichen Abend. Entferntes Wetterleuchten zeugte vom Ende des schönen Wetters. Und im Laufe der Nacht Regnete es auch noch. (128 km - von 40 auf 80 Meter Seehöhe)
Fr. 10.5. Gegen 7 Uhr aufgestanden regnete es auch nicht mehr. Alles - auch das Zelt - war noch Nass, aber das darf mich nicht aufhalten. Der Abbau ging schnell und so frühstückte ich schon Abfahrbereit im Schutze eines Balkons auf dem Campingplatz. So ging es weiter, immer auf der kleineren Strasse an der Mosel entlang. Die Burg von Cochem war wunderschön oben auf dem Berg zu sehen, und dann kam langsam die Sonne durch. Zell und Traben-Trarbach fielen durch die komplette Flussschleife auf, die mich an meiner Orientierung zweifeln lies - Sonne vor und dann wieder hinter mir. In Ürzig ging es dann über Bausendorf hinauf in die Eifel. Hier musste ich auch dem Gewicht des Anhängers tribut zollen und schieben. Doch so kenne ich nun auch die Geschwindigkeit bei diesem Vorgehen - 5 km/h. Hinter Gillendorf stiess ich auf einen Maare-Mosel-Radweg auf einer ehemaligen Bahnanlage, der mich bis Daun bringen sollte. Zu sehr "unter Dampf" schoss ich an Schalkenmehren und dem dortigen Zeltplatz vorbei und musste gut 3 Kilometer zurück. Der Campingplatz liegt direkt am dortigen Maar, einem vor gut 10.000 Jahren ausgebrochenen Vulkankrater, der jetzt als kreisrunder See ruhig hier liegt. Geduscht hatte ich wieder Hunger für 2 Personen und aß auch dementsprechend. Brot, Wurst und Wasser. Doch ich holte mir zusätzlich nochmal Kuchen und Schokoladenmilch aus dem nahen Laden. Dann genoß ich die Sonne und trocknete meine Sachen. Nur die jetzt wieder hier eintreffenden Urlauber (Holländer) und die Schafe am anderen Hang störten etwas die Ruhe. (120 km - von 80 auf 95 Meter in Ürzig und dann teilweise bis 500 Höhenmeter vor Daun mit 424)
Sa. 11.5. Die Sonne schien als ich mit dem Zeltabbau fertig war. So ging es gleich auf den Maare- Mosel-Radweg hinauf zum Tunnel, der sogar eine Bewegungsschaltung für das Licht hatte. Dann ging es 3 Kilometer gemütlich nach Daun zum Bahnhof hinunter. Hier nahm ich den falschen Weg, fand aber wieder auf die ursprüngliche Route zurück und auch das Wetter wurde schlechter - es zog immer mehr zu. Kurz vorm Nürburgring bog ich westlich in das Ahrtal ab. Auch dort befand sich wieder einen super Radweg, der das Radwandern so richtig schön macht ( Ahr-Radweg). In Altenahr ging es nach Bonn, aber gleich nach der Sommerrodelbahn Richtung Rheinbach weiter. Hier erwischte mich auch der Regen des mir schon länger folgenden Gewitters. So zog ich die Regenkleidung an und schütze meine Schuhe durch Plastiktüten, konnte aber schon in Rheinbach wieder 'abrüsten'. Jetzt machte ich mehr Tempo um dem weiter hinter mir stehenden Gewitter zu entkommen. So war ich gegen 15 Uhr wieder in Wesseling. (120 km - 424 auf 590 Meter um Kelberg, 295 in Müsch zur Ahr wieder auf 40 Meter in Wesseling)


31.05.2002 - der nächste Test ist gerade noch glücklich zu Ende gegangen ...
Eine Testfahrt nach Elsdorf am Freitag über 52 km zeigt am Zielort eine Beschädigung der linken Achse am Endpunkt, wo der Reifen durch einen Splint am Rausgleiten gehindert wird, und hatte dadurch keine Sicherungsfunktion mehr. Auf dem Rückweg nach Wesseling über 43 km half nur ein Zwischenstopp beim Radhändler was aber keine dauerhafte Lösung hervorbrachte. Mit viel Glück und vorsichtiger Fahrt erreichte ich aber noch ohne Verlust des Reifens oder Unfall die Heimat.
--> Folge: Anhänger kaputt / bzw. Reperatur wohl zu teuer - daher Neukauf eines größeren Anhängers mit anderer Aufhängung und größerem Behälter, damit die ca. 2.500 km im Sommer sicherer laufen und der Schwerpunkt durch die größere Fläche niedriger liegt.


Test 4 08.06.2002 - Der erste Test mit dem neuen Anhänger ist vorrüber. 70 km um den Starnberger See mit Besuch des früheren Wohnortes Schwaigwall.
Problem: Der Anhänger fängt bei ca. 25 km/h entweder durch die Tretschwankungen des Rades oder die Unwuchten in den eigenen Reifen zu pendeln und dann zu springen an. Durch die starre Befestigung des Anhängers links am Radlager des Hinterrades ist dadurch natürlich ein Sturz meinerseits möglich, da der Anhänger beim Umfallen nicht automatisch auskuppelt.
Das Wetter war wunderschön und nach dem total verregneten Freitag sogar überraschend warm. Die Berge in Sichtweite war es ein Tag zur Entspannung und Erholung.


Test 5 14.-15.06.2002 - Nachdem ich am Freitag nach der erneuten Runde um den Starnberger See erst den Reifendruck der beiden Anhängerreifen aufeinander abgestimmt hatte, pendelte dieser immer noch. Erst das Fixieren der Anhängerstange, die wegen Ihrer Fähigkeit, eingeklappt zu werden, einen Spielraum hatte, brachte den Erfolg. Auf beiden Seerunden vom Samstag (je 53 km) konnte ich bis zu 50 km/h die Hügel runterrollen, ohne das ich durch den Anhänger in Gefahr gebracht wurde. Jedoch muss ich trotzdem auf starkes Antreten bergab verzichten, denn selbst die jetzt sehr geringe Pendelbewegung ist bei 50 km/h äußerst unangenehm und reist das gesamte Fahrrad mit hin und her. Nach der 2. Runde machte ich in Seeshaupt am Hafen eine längere Pause, da mir die Hitze doch sehr zugesetzt hatte. Trotzdem erreichte ich bei beiden Runden anstatt 20 km/h einen Schnitt von knapp 23 km/h. Das zeigt, dass ich zumindest die Bergabfahrten nicht mehr bremsen musste und lässt mich wieder zuversichtlicher Richtung Sommertour blicken, auch wenn ich erkenne, dass die Berge mit dem Anhänger wahrlich kein Zuckerschlecken sein werden.
Zudem komme ich langsam auch beim Packaufbau näher an das notwendige und zweckmäßige Optimum. Ohne Berücksichtigung der Be- und Entladung durch das Zelten selber werde ich auf den Grundaufbau (Kiste mit Zelt und Utensilien) einen Rucksack schnallen, der den Tagesbedarf enthält und leichter nutzbar ist. Verpflegung für den Tag, Foto, Kartenmaterial, Reperaturset und Regensachen/ Wechselwäsche sollten so leichter erreichbar sein, ohne den verzurrten Grundaufbau öffnen zu müssen. Eingepackt in einen großen Müllsack sollte es zudem ausreichend Wasserdicht sein. Man weiss ja nie ...


Test 6 21.-23.06.2002 - Fernpass siehe auch hier als xls-Tabelle
(Tag 1) Am Freitag startete ich gegen 12.30 Uhr trotz dem 4tel-Finale von Deutschland bei der WM in Korea/ Japan zum Fernpasstest. Über Seeshaupt und Penzberg war ich schnell vor Bad Tölz. Hier fuhr ich schon vorher Richtung Süden, um über Wackersberg weiter nach Lenggries zu kommen. Bis hierher hatte ich ständig starke Sonne und hoch nach Wackersberg rann der Schweiss in Strömen.
Vor Lenggries geriet ich dann in die schon ständig im Süden stehende Gewitterwolke und genoss die 'Kühle' beim Einkauf in Lenggries. In Winkel fing es an zu tröpfeln, so dass ich auf den vermeidlichen Campingplatz wollte. Selbst die Infotafel zeigte diesen noch an, ich konnte aber keinen entdecken und fuhr einfach weiter. Auf Fall und den Silvensteinstausee zu regnete es schwach, zwang mich aber zum Umbau, da ich nicht regensicher verpackt hatte. Die Regenjacke angezogen und mit Tüten um die Schuhe fuhr ich weiter.
Erst in Wallgau hörte es endgültig auf zu tröpfeln und die Strasse trocknete etwas ab. Hier begleieten mich auch 3 Radwanderer, die von Eng herunterkamen und von dem Gewitter fürchterlich Naß gewordern waren und auch Hagel durchstehen mussten. In Mittenwald bezog ich gleich den Campingplatz am Seinsbach, da ich den Freitag mit 103 km ausreichend gefüllt hatte. Die Radlerin, die ich in Krün bei einer Pause sah, traf auch bald ein und so bauten wir nebeneinander auf. Mit 'Terrassenblick' aufs Karwendelgebirge war schon der Blick vom Zelt aus die Reise wert. Nach der Dusche dinierten wir dann nebst viel Unterhaltung miteinander. In Punkto Radwanderungen und Fachwissen bezüglich Fahrrad hatte sie mir aber einiges voraus. Von Ihr erfuhr ich auch von dem 'Johannifeuer' im Ehrwalder Tal, das sie sich ansehen wollte. (103 km)
Ein Regenschauer trieb uns in die Zelte und unter dem gleichmäßigem Trommeln der Regentropfen schlief ich dann ein. Kurz nach Mitternacht - dem Harndrang nachgebend - konnte ich schon einen sternen klaren Himmel erkennen.
(Tag 2) Gegen 6 Uhr aufgewacht, war ich nach dem Frückstück bis um 7 Uhr fertig verpackt. Den Weg durch Mittenwald hoch nach Leutasch kannte ich ja, aber schiebend erhielt ich von der Strecke völlig neue Eindrücke ...! Im Tal oben schien schon die Sonne, was nach dem Nebel am Campingplatz ungemein wohl tat. Die Langlaufstrecke konnte ich trotz Wiesen und Zäunen gut nachvollziehen, war ich doch schon oft genug hier entlang geglitten. Nach Buchen hoch musste ich nochmal schieben, brachte dann aber auf dem steilen Weg nach Telfs herunter die Bremsklötze zum schmelzen - zumindest machten die nach einiger Zeit seltsame Geräusche, wenn diese ich nicht immer wieder entlastete. Mehr als 30 km/h mochte ich zudem wegen des starken Gefälles nicht riskieren.
Unten ! (der Blick ins Tal war wunderschön...) füllte ich meine Vorräte auf. Mein erster Einkauf im Ausland in Euro - und billig war es zudem nicht. Recht bald ging es schon wieder hinauf Richtung Obsteig und dem Holzleitner Sattel (1126 m). Durch den Tunnel musste ich eh schieben, vermied so also gefährliche Begegnungen. Bis Obsteig konnte ich wieder überwiegend fahren und machte dort dann an einer Baustelle am Ortsende eine lange Pause. Zelt zum Trocknen aufhängen, Essen und Ruhen. Ich war sogar eingeschlafen, lag ich doch wunderbar im Schatten, denn die Sonne brannte schon seit Buchen recht heftig.
Sofort nach Beginn der Fahrt musste ich zum Sattel hoch wieder schieben. Die 'Bobbahn', so wie ich diese Strecke im Winter nenne, war auch im Sommer nicht viel breiter. Die entgegenkommenden Fahrzeuge mussten - ich schob links auf der Strasse - trotz meiner Bemühungen am Rand zu bleiben, enorm ausweichen, da der Anhänger ja doch recht breit war. Oben ging es noch ein Stückchen flach dahin bis ich dann nach Nasserreith herunter mit guten 45 Sachen rollen konnte. Dort nahm ich aber die alte Route durch Nassereith (ohne Tunnel) bis zu der Tankstelle vorm Pass. Bis zur dahinterliegenden Gaststätte konnte ich noch fahren. Aber bis zum Pass hinauf schob ich etwa 70 Minuten und schon am Fernsteinschloss war mir klar, dass ich noch bis Ehrwald fahren könnte da es gerade mal 2 Uhr am Nachmittag war. Der Pass lag voll in der Sonne und so direkt an der Betonmauer entlang war es verdammt warm. Der Verkehr lief einem super Wochenendwetter angepasst recht umfangreich an mir vorrüber, macht mir aber keine Angst und auch die Abgase hielten sich trotz der schwachen Luftbewegung in Grenzen. Da ich bei der Sommertour nur 2 vielbefahrene Pässe bezwingen wollte, schätze ich das jetzt nicht als besonders Problematisch ein.
Den Pass runter ging es flott und bei 40 km/h rollte ich bis zur Abfahrt nach Bieberwier herunter und hinein. In Ehrwald fuhr ich zur Information, und erreichte den falschen Campingplatz (Der oben an der Talstation zur Zugspitzbahn!) nach weiteren 45 Minuten hartem Beraufschieben . Nach einem Anruf beim Camping weiter unten (Dr. Laut) konnte ich dann den Aufenthaltsort von meiner gestriegen Bekannten feststellen und traf alsbald auch dort ein. Sie war überrascht, kannte sie doch meine heutige Etappe. Nach Zeltaufbau und Dusche aß ich und ruhte aus, während die beiden (ihre Freundin war schon da) ins Tal fuhren um den Johannifeuern beizuwohnen.
Ich ging gegen 19 Uhr vom Campingplatz und gesellte mich zu einer Gruppe von jungen Leuten etwa 300 Meter unterhalb des Campingplatzes in einer Weide mit vielen Holzstapeln. Die erste Gruppe verlies ich dann schnell, nachdem mir deren Gesinnung und Musik zu heiss wurde (Jörg Haider lässt grüßen, oder wie hiess der noch ???). Bei der Gruppe weitere 150 Meter weiter versorgte ein Stromaggregat eine Stereoanlage mit 2 CD-Spielern und Mischpult. Die Musik war gut und kaum angekommen wurde ich von Steffanie (Grüß Dich!) zum Mitmachen und Tanzen aufgefordert (Makkarena hehe). Die reichlich angebotenen Biere musste ich ablehnen. ... lustig wars trotzdem ... und gute Musik ... und hoffentlich hat Julia die Nacht überlebt ... hicks. In der Dunkelheit wurde mir dann aber erst die Bedeutung der 'Ehrwalder Tal Johannifeuer' klar. Überall an den Hängen und auf den Gipfeln herum leuchteten jetzt nicht nur einfach Feuer, sondern mehrere Gruppen hatten ganze Bilder hingezaubert. Ein grosses, springendes Pferd unterhalb der Zugspitze, ein in der aufgehenden Sonne stehendes Kreuz, eins ohne Sonne nebenan und die berühmten 2 Hände (Freundschaft) aus dem Osten, die sich begrüßend halten, waren zu sehen. Zudem brannte auf dem gesamten Wettersteinkamm und den Bergen ringsum überall Feuer - wunderschön!!!
Nach einer Einladung Privat und dortiger Unterhaltung kehrte ich nochmal zu den jungen Leuten zurück, die derweil recht 'lustig' waren, fand in der Dunkelheit noch eine verlorene Brille im Gras und kehrte dann zum Zelt zurück. Meine Nachbarinnen waren schon da (Stille), und nach einem schnellen Nachtmahl (2 Scheiben Brot und Käse mit Almdudler) schlief auch ich ein. (84 km)
(Tag 3) Bis ich wieder Abreisefertig war, schien die Sonne schon auf den Platz. Die Frauen schliefen wohl noch und so besuchte ich auf dem Runterweg noch die Jugend vom Vorabend. Die Sangen schon wieder und leerten Tapfer die letzten Biere. Dann ging es Richtung Garmisch weiter und das stetige Bergab lies mich 38 Kilometer in 90 Minuten (Eschenlohe) schaffen. In Garmisch nutze ich einen Trachtenumzug mit Kapellen zur Pause. Ab Eschenlohe wurde es wieder sehr warm und in Murnau fand ich erst spät und mit Umwegen die Strasse nach Hagen, verfuhr mich Richtung Perlach dann doch und landete am Riegsee.
Beim rechts Abbiegen kippte dann bei doch etwas über 30 km/h mein Anhänger um. Ich hatte wohl noch das übliche Loch rechts neben dem Asphalt erwischt. Aber ein Gutes hatte der Vorfall doch! Trotz der 'festen' Kupplung kippte der Anhänger mich und das Rad nicht auch noch mit um - es bremste nur ungemein heftig ab, rutschte dieser doch kopfüber hinter mir her. Eine Frau, die das hier entgegenlaufende Rad-Zeitfahren um den Riegsee vorsichtshalber beendet hatte, kommentierte den Unfall als Sehenswert und begleitete mich einige Kilometer meines Weges um ihrem entgegenkommenden Bruder abzupassen und anzufeuern.
Endlich über Habach in Iffeldorf angekommen, machte ich die dringend notwendige Rast am Ostersee. Nach einem erfrischenden Bad im warmen Wasser machte ich noch Mittagspause (Brot und Käse) und fuhr dann wieder abgetrocknet weiter nach Seeshaupt. Hinter Tutzing - die Fahrt als Beendet eingestuft - schob ich ab Geratshausen noch am Ufer antlang und lies mich hier von 3 Frauen zum Schwimmen überreden. Das Wasser war erheblich kälter als im Ostersee, aber ich schwamm die 200 Meter bis zur 'Sandbank' hinaus. Zurück unterhielten wir uns noch kurz (eine Frau aus Berlin hier als Urlaubsvertretung in einer Apotheke - Sachen gibts ...) und wieder abgetrocknet schob ich die 300 Meter zur Kaserne den Hang hinauf zurück. Dem Wetter entsprechend war der gesamte See wieder völlig zugeparkt ... (100 km)
    Erkennnisse aus dieser Tour:
  • Wasserdichte Verpackung - weil die Fahrt im schlechten Wetter oder Regen so leichter erträglich ist und ich mir um das Gepäck keine Sorgen machen muss. Zudem fährt es sich bei leichtem Regen erstaunlich gut ...
  • Viel mehr Wasser! Für die grossen Pässe muss ich unbedingt extra noch 2 je 1,5 Liter Flaschen am Anhänger unterbringen. Die Befüllung durch Dorfbrunnen klappt zwar (verträglich), ist aber nicht ausreichend sichergestellt. Zudem muss ich jede Möglichkeit zum Wasser fassen nutzen.
  • Da der Anhänger um einiges breiter als das Fahrrad und ich ist, werde ich den Anhänger auch nach vorne mit Reflektoren ausstatten. Der entgegenkommende Verkehr war meist von meiner Gesamt-Breite überrascht.
  • Mineralpulver und Magnesium sollten bei dem Mineralverlust mitgeführt und ueber das Wasser zusätzlich zugeführt werden.
  • Ruhetage und/oder Waschtage einmal die Woche werden wohl notwendig, oder zumindest kurze Etappen, die der Wäsche und dem Körper Reinigung und Erholung bieten ...
  • Idee für einen neuen Test - wohl folgendes Wochenende schon ...


27.-30.06.2002 - Kühtaisattel (2017 m.ü.N.N) siehe auch hier als xls-Tabelle
(Diese Tour hatte ich schon während der Fahrt zuvor entdeckt und noch am Sonntag Abend (23.) fertig zusammengestellt. Da wir Freitag frei haben würden, konnte ich ja Donnerstag schon loslegen ...)
(1) Um 12:38 wieder in Feldafing los, kam ich über Seeshaupt und Penzberg schnell nach Kochel. Bei schönstem Wetter begann ich um 14:55 den Aufstieg von 600 m hoch zum Sattel (Foto) auf 850 m und wieder herunter zum Walchensee und Urfeld auf 800 Meter.
Hier holte mich mal wieder ein Radfahrer ein und rückte meine Einstellung zur Relativität wieder etwas zurecht. Er war in München gestartet und wollte noch heute wieder dorthin zurück. Da ich auch schon knapp über 60 km weg hatte, müsste er so auf 150 km kommen. Zumindest erkannte er meine Leistung bei den anhängenden 35 kg auch gebührend an. Danke! Schliesslich erreichte ich dann um 17 Uhr Mittenwald (77,7 km). Bei leichter Bewölkung machte ich hier an einem Brunnen eine Pause (Foto), da ich noch weiter nach Zirl wollte und Kraft tanken musste. Immer weiter auf der Bundesstraße ging es hinauf nach Seefeld, wo mich dann 200 Meter vor dem Ort das Gewitter erreichte, welches schon im Südwesten zu erkennen und zu hören gewesen war. Ohne die Infotafel dort hätte es die Ausrüstung und mich beinahe weggeweht. Ich konnte gerade noch den Rucksack wasserdicht verpacken und die Regenjacke anziehen bevor es gewaltig zur Sache ging. Die vorbeifahrenden Autos schlichen auch durch den Sturzregen und hätten mich eh kaum erkennen können. Mal abgesehen von den Surmböen und dem starken Regen konnte ich recht gemütlich dem Abziehenden Gewitter Richtung Mittenwald zusehen und die zahlreichen Blitze auf die benachbarten Berge bewundern .Nach einer halben Stunde lichtete sich das Chaos wieder und ich beschloss den Zeltplatz in Seefeld anzufahren, da ich nicht in der Abenddämmerung den Zirler Berg herunterschieben wollte. Schon bei der Ankunft dort verzog sich die Gewitterwolke vollkommen und machte wieder einem klaren Himmel und der Sonne platz. Aber für eine Fortsetzung empfand ich es jetzt erst recht zu spät, hatte mich doch schon die Fahrt zum Campingplatz eine weitere halbe Stunde gekostet.
Zeltaufbau und Duschen waren schnell erledigt und schon wurmte mich mein Entschluss, da es wieder total schönes Wetter hatte. Beim Spaziergang am Platz entdeckte ich ein verwehtes Zelt einer Schülergruppe, welches ich wieder aufbaute, damit es abtrocknen konnte. Gerade zurück trafen die Schüler auch wieder ein und hatten aber mehrere undichte Zelte zu beklagen, so dass einige Schlafsäcke in den Trockenraum gebracht werden mussten. Es handelte sich um die Abschlussfahrt einer Musikschulklasse, die das Unwetter jedoch im Trockenen verbracht hatten. Einen Anruf bei meiner Mutter konnte ich ohne Zusatzkosten erledigen und die Zusatzverpflegung im Campingeigenen Laden brachte noch ein paar Süßigkeiten ein. Der Platz hatte zudem eine Sauna - leider mit Voranmeldung - das wäre es nach dem Gewitter noch gewesen.
So sah ich mir noch die Wetteraussichten im TV-Raum an, die etwa bis Freitag Mittag schlechtes Wetter in Aussicht stellten. Na ja, so könnte ich ja die heute fehlende Strecke morgen vielleicht nachholen. Kaum zu Bett gegangen begann es wieder zu gewittern und anschließend regnete es die ganze Nacht durch. (96,6 km in rund 5 Stunden) - 1 Person/Nacht/Zelt = 15 Euro (schon ohne 2,10 Euro Rabatt)
(2) Ich hatte wegen dem Regen bewusst lange geschlafen, war aber dann doch gegen 7.30 Uhr auf. So kann man sich täuschen ... Der Zeltabbau verlief trotz Regen recht zügig und das Frückstück nahm ich, immer wieder von den meist nassen Schülern begrüsst, im Schutze des Daches vom TV-Raum ein. Nach Rasur, Zahnreinigung und Abrechnung startete ich zum Zirler Berg, der mir bei feuchter Witterung nicht so viel Zeit nehmen sollte, da ich ja ohne Schutzbleche nicht mehr als 15 km/h fahren könnte, ohne mich selber Nass zu machen. Doch der Abwärtsweg war anstrengender als ich angenommen hatte. Erst 2 Stunden nach meinem Start war ich unten in Zirl angekommen. Die Abfahrt war teilweise so steil, dass ich mich mit der rechten Schulter auf dem Sattel liegend, gegen den Abhang und den nachdrückenden Anhänger stemmem musste, und das Gefährt ohne eine Hand an der Bremse kaum halten konnte. Da wird das Radfahrerverbot am Zirler Berg leicht nachvollziehbar!
Es tröpfelte so vor sich hin und unter der Regenjacke war ich vom Bergabkampf völlig verschwitzt. Von Zirl nach Alfing konnte ich etwas rollen, aber sogleich nach dem Ort begann der Aufstieg! Es war so steil, dass ich sogleich schieben musste und Sellrein gegen 12 Uhr erreichte. Kurz hinter Sellrein nutzte ich die weit ausladenende Dachkonstruktion des Sportheimes, um das Zelt und die Fahrradsachen zum Trocknen aufzuhängen und nachdem es jetzt regelrecht schüttete, legte ich mich einfach der Kälte wegen in den Schlafsack. Gegen 16 Uhr war ich sicher, die Überquerung heute nicht mehr zu schaffen, da sich das Wetter in keinster Weise zu bessern schien. Und auch eine Übernachtung im Freien wegen all der nassen Sachen auszuschließen und schob nochmal 4 Kilometer bis Gries und quartierte mich in eine Pension ein. Wegen dem Skigebiet hoffte ich auf ausreichende Trockenräume für meine nassen Sachen.
Fam. Haider Walter, A-6182 Gries i. Sellrain 10A, Tirol/Austria, Tel.: 43/5236/330, Fax: 43/5263/330-22 Sellrein mit Blick Richtung Kühtaisattel (Foto Links: Sellrein mit Blick Richtung Kühtaisattel - gekennzeichnet das Gästehaus Foto rechts)
Im Gästehaus Notburga (ich hatte das Zimmer im ersten Stock mit Balkon) fand ich alles notwendige, nachdem mir der Jüngste geöffnet hatte, und ich mir wegen seiner Theaterschminke im Gesicht schon Sorgen gemacht hatte, der Chemiekasten sei explodiert. So konnte ich das Zelt im Heizraum aufhängen und Fahrrad sowie Anhänger im Schuh/Skiraum einstellen. Im Zimmer hängte und legte ich alles aus, so dass ich wenigstens trocken in den nächsten Tag starten könnte, wie der auch immer aussehen sollte. Nach meiner Dusche schien wiederum die Sonne ins Zimmer, jedoch ein Blick zum Pass hinauf überzeugte mich von der Richtigkeit meiner Handlung. Die beiden Fenster des Zimmers erlaubten mir einen hervorragenden Blick auf die Berge im Süden und Westen und verhiessen nichts Gutes - tief verhangen versteckten sich die Berge immer wieder. Die Wirtin brachte mir noch ein Stück Erdbeerkuchen. Wenn die erahnt hätte, wieviel ich davon noch essen hätte können . Nach dem Abendessen (Brot, Käse und Wasser) ging ich zu Bett. Die Wettervorhersage klang zwar günstiger, aber wer das Bergwetter kennt, wird vorsichtiger. (29,1 km in ca. 3,5 Stunden) - 1 Person, 1 Nacht mit Frühstück = 27 Euro
(3) Gegen 7 Uhr aufgewacht, hatte ich die Ausrüstung und den Anhänger bis zum Frühstück um 8 Uhr schon fertig bepackt. Alles war trocken geworden und auch das Wetter startete sonnig. Nach dem Frühstück begann ich, den Kühtaisattel anzugehen. Mir war klar, dass hochgehen dauern musste, aber teilweise musste ich mich richtig einstemmen, um das schwere Gefährt hochzuschieben ( = wuchten!). Gestartet gegen 8.35 hatte ich erst um 9.28 die 5,1 km nach St. Sigmund geschafft und bisher wechselten ständig leichte Hangwolken und die Sonne, so dass ich total verschwitzt immer wieder frohr und fleissig weiterschob um über die Wolken zu kommen.
Der Kühteisattel war dann nach 13,1 km und 2,5 Stunden schieben um 11.00 Uhr erklommen. Schon auf dem Aufweg bemerkte ich die Kälte, was aber angesichts der Anstrengung nicht auffiel, aber eine tropfnasse Kleidung hinterlies. Die Sonne konnte nur im Windschatten Wärme hinzaubern, was weiter oben am Pass immer weniger gelang. Eine kurze Rast im Windschatten einer alten Hütte tat wohl, und die Kuh mitten auf der Fahrbahn in der Gallerie belustigte wohl nur mich. Die Auto- und Motorradfahrer mussten schon mehr aufpassen.
Oben auf 2010 Metern über Null zog es recht kräftig. Trotz 12 Uhr war es bitterkalt und jetzt fiel mir auf, das der Schnee vom vorigen Tag bis etwa 200 Meter über mir herunterreichte. So zog ich für die Abfahrt den Rolli und beide Rennshirts an, was sich dann aber bei der Abfahrt als viel zu wenig erwies. Bis ich auf etwa 1500 Meter herunter war, konnte ich die Bremsen kaum noch betätigen. Ein kurzer Stopp an einer Brücke in der Sonne und in Erwartung der weiter oben eingestiegenen Sportler (brrr trotz Neopren in das Wasser - so wie mich im Augenblick froh undenkbar ...) unterhielt ich ich kurz mit einer Mitstreiterin der obigen Gruppe, der ich bei einem Händedruck einen Schreck eingejagt hatte. Bitterkalt - wie ich schon sagte ... Wieder fähig, die Bremsen zu bestätigen, fuhr ich jetzt unter einem wolkenfreien Himmel weiter. Erst unten in Ötz auf wieder 700 Meter nutzte ich einen Einkauf und die hier wohlige Wärme der Sonne zum 'Auftauen' und Essen. Wegen der Kälte, der häufigen Steilheit und der Unsicherheit des Anhängers gerade mal 18 km in der letzten Stunde.
Um 12.30 Uhr war ich dann schon an der Kreuzung zur Bundesstraße Innsbruck-Landeck und machte in Imst beim Hofer (= Aldi in Österreich) oberhalb des McDonalds noch einmal eine Einkaufsrast. Für eine Übernachtung gemäß meiner Planung hier in Imst und einer dann folgenden Überquerung des Hochtannjoches wäre es sicher etwas eng geworden, so dass ich nach Nassereith weiterfuhr.
Als ich schon um 14.25 Uhr wieder an der Tankstelle war, war auch die sofortige Überquerung des Fernpasses reine Formsache. Wieder hochschiebend erreichte ich um 15.30 Uhr den Pass und machte auch hier nochmal 10 Minuten Esspause. Nachdem ich nach zügiger Abfahrt auch schon um 16.15 Uhr in Ehrwald war, entschloss ich mich noch weiter zu fahren, um - wenn schon durch Regen die Tour vermasselt - wenigstens das WM-Finale am Sonntag zu erreichen.
So ging es zügig weiter nach Garmisch-Partenkirchen, wo ich dann auf dem dortigen Zeltplatz den Tag beendete. Es lief gut, und hätte ich die nächsten Zeltplätze sicherer in Erinnerung gehabt, wäre ich vielleicht noch ein Stündchen weiter gefahren. So aber baute ich das Zelt in der Sonne auf und nahm nach der Dusche ein reichliches Essen zu mir. Die Sonne verschwand hinter dem Berg, und hatte heute auch sonst wieder reichlich Wärme gespendet. Ich hatte noch eine Unterhaltung mit einer Familie aus Norwegen (Stavanger) und begrüsste noch einen frisch angekommenen Bergheimer Camper, bevor ich mich zum Nachtschlaf zurückzog. (102,4 km in ca. 8,5 Stunden nach Start auf 1238 m, rauf auf 2017 Meter des Kühtaisattels, runter auf 650 m vor Imst, wieder rauf auf 1210 m des Fernpasses und dann runter auf ca. 900 in Garmisch) - 1 Person, 1 Zelt, 1 Nacht = 9,35 Euro
(4) Um 7 Uhr von der Sonne am Zelt geweckt frühstückte ich in der warmen Morgensonne, und hoffte, dass das Zelt noch vom Tau abtrocknen würde. Trotzdem musste ich es gut feucht einpacken und startete auf eine bekannte Strecke bei stahlendem Sonnenschein. Murnau nach 1 Stunde erreicht, verringerte ich das Tempo etwas und hatte dann nach 2 Stunden in Habach 40 km zusammen. In Iffelforf um 10.20 Uhr verzichtete ich heute auf das Bad im Ostersee und war um 11.35 Uhr und 72,1 Kilometern wieder in Feldafing angekommen.
Die Sonne hatte schon bis zum Finale alles wieder getrocknet, so dass ich weiter fahren könnte. Doch das Erlebnis von Freitag und Samstag hatte mich nachdenklich werden lassen ...
    Erkennnisse aus dieser Tour:
  • Wasserdichte Verpackung: Ja, aber das hilft nur einen Tag, denn morgens in nasse Sachen zu steigen wäre bei anhaltender Kälte eher unzweckmäßig und würde den Rest der Reise sicherlich eher gefährden!
  • Das Zelt muss wieder nachbehandelt werden. Impregnierung von Außen- und Innenzelt sind notwendig um mehr als 24 h Regen sicher auszuhalten. - Abbauen dürfte ich es dann nur in der Gewissheit, dass ich das Zelt am Tage vor der Nachtruhe wieder trocknen lassen könnte.
  • Für Fahrten im Zwielicht (Abenddämmerung, Tunnel und schlechtes Wetter) muss ich mich durch aktive Beleuchtung zusätzlich schützen. (batteriebetriebene Blinkrücklichter)
  • Ein Gummihammer und andere Zeltheringe müssen für die steinigen Böden her. Die Böden im Gebirge und die Gewitterböen sind nicht ohne (Steine und Gefahr) ...
  • Die Thermohose und Handschuhe sollte ich bei Überquerungen der über 2000 Meter hohen Pässe unbedingt dabei haben. Einen Satz wärmender Wäsche muss ich für die nachfolgende Abfahrt zusätzlich einplanen.
  • Überlegungen evtl. durch einen Trick die schweren Zeltzeile doch unten auf dem Anhänger unterzukriegen. Der Schwerpunkt liegt zu hoch und der Anhänger neigt schnell zum Umkippen.
  • Nicht lachen, aber Visitenkarten mit meiner Internetadresse sollte ich dabei haben. Die Gesprächspartner sind interessierter an dem Internetbericht, als ich angenommen hatte. Evtl. auch ein Schild am Anhänger für den Verkehr und 'Zuseher'.
  • Die Sommertour lasse ich zwar von der Planung her unverändert, aber ich bin mir inzwischen völlig darüber im Klaren, dass ich je Woche 2 Ausfalltage durch Schlechtwetter und/oder Ermüdung einplanen muss und die Gesamtplanung so kaum durchzuführen ist. Jedoch werde ich erst nach den ersten zwei Wochen erahnen können, wie ich den weiteren Verlauf zu gestalten habe.
    Der Kerntraum, die Pässe zu knacken, bleibt bestehen, aber die Rückfahrt könnte früher und ohne Schleife zum Gand Verdon oder Lac de Croix begonnen werden.
    Die Einquartierung im Gasthof ist trotz des höheren Preises im Vergleich zum Campingplatz für solche Fälle sicher eine gute Möglichkeit, trotz schlechten Wetters etwas Strecke gut zu machen und die Ausrüstung Trocken zu bekommen.
  • und wenn, dann noch ein kleiner Test - vielleicht Hahntennjoch und Plansee ... aber erst nach Erledigung einiger obiger Punkte!


Umbruch - Änderung Urlaubsplaung
Ich wuste schon, warum ich die Fahrkarte für die Bahnfahrt von Köln nach Friedrichshafen nicht gekauft hatte. Letzte Woche ergab sich eine Gelegenheit, die ich nicht sausen lassen möchte.
So werde ich jetzt mit dem Zug von Bonn über München, Mailand und Turin nach Cuneo (Italien kurz vor Monacco) fahren. Von dort aus fahre ich einen Teil der Route mit den wichtigsten Pässen Richtung Nordosten, so dass ich zum 14.08. in München bin und eine einwöchige Flugreise antreten kann.
Danach (22.08.) geht es dann per Fahrrad die romantische Strasse über Augsburg, Donauwörth und Rotenburg/Tauber zum Main herunter, und von dort am Rhein entlang nach Hause.
Den Abschluss bildet dann ein Campingwochenende in Münster mit vielen Bekannten Spielern aus unserem Clan ("German-Elite-Union").
Die neue Route wird wohl bis Dienstag fertig sein, da vieles nur umgedreht werden muss ...


Stand: 20.07.2002

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